Gesammelte Schriften Band 3 • 1918 - 1923

Skjulte Skatter 1918-03 - Gemeindediener!

Gesammelte Schriften Band 3 • 1918 - 1923

Gemeindediener!

„… dass wir tüchtig sind, ist von Gott, der uns auch tüchtig gemacht hat zu Dienern des Neuen Bundes, nicht des Buchstabens, sondern des Geistes. Denn der Buchstabe tötet, aber der Geist macht lebendig.“ 2. Kor. 3, 5-6.

Beachte: Diener des Neuen Bundes, des Geistes. Der Neue Bund besteht in Jesu Blut. 1. Kor. 11, 25.

Wenn die Erkenntnis vielfältig und umfassend wird, dann ist es nicht so einfach, den Kampf dagegen aufzunehmen. Es fällt einem dann leicht, die Oberhand zu bekommen und Menschenseelen zu überzeugen, die gerne zu mehr kommen möchten, als sie besitzen. Nun bedarf es großer Treue im Geist, wenn man recht dienen will. Es ist leicht, die Menschen mit seiner eigenen Erkenntnis zu bezwingen, sodass sie genötigt sind, „ja, ja, ja“ zu sagen, weil sie dem nichts entgegenzusetzen haben. Aber es ist noch nicht sicher, dass man ein Diener des Neuen Bundes, ein Diener des Geistes, gewesen ist. Man kann Menschen mit überredenden Worten menschlicher Weisheit überwinden; aber ihr Glaube wird dann nur auf Menschenweisheit und nicht auf Gottes Kraft gegründet. Ich fürchte, dass überall in den Versammlungen eine beträchtliche Anzahl von Menschen sitzt, die durch menschliche Weisheit gewonnen wurde. Wären sie alle durch Gottes Kraft gewonnen worden, wäre mehr Geist und Leben und Schwung in den Versammlungen.

Der letzte Adam wurde zu einem lebendig machenden Geist; dessen Diener sollen wir sein. Wir müssen dafür sorgen, dass diejenigen, mit denen wir arbeiten, lebendig werden. Das Blut des Neuen Bundes befreit den Geist des Menschen von der Sünde im Fleisch, und der letzte Adam macht ihn lebendig.

Ich war Zeuge davon, wie man gewaltige Wahrheiten kraftvoll in die Luft hinaus schleuderte; es ist aber nicht die Luft, die erlöst werden soll. Meistens ging es über die Köpfe sämtlicher Zuhörer hinweg. Wir sollen zum Geist des Menschen durchdringen und Gottes Mitarbeiter sein; denn der Geist vom Himmel begehrt mit Eifer den menschlichen Geist, den Gott in uns hat wohnen lassen. Hier können wir Diener eines Neuen Bundes sein; denn hier ist das Blut nötig. Was seinen Dienst betraf, musste Paulus sagen, dass er keinen hatte, der wie Timotheus so ganz seines Sinnes war; denn sie suchten alle das Ihre. Wie kann man im Dienst das Seine suchen? Besteht dies nur darin, weltlichen Gewinn zu suchen? Nein, nicht nur darin. Man kann Menschen als Brüder und Schwestern betrachten, die von mir selbst dem Fleisch nach überwunden wurden, ohne dass sie vom Blut des Bundes und vom Geist überwunden wurden. Aber bin ich dann ein Diener des Neuen Bundes und des Geistes gewesen? Nein, ich habe meine eigene Ehre gesucht. Wenn man dann Menschen als Brüder und Schwestern betrachtet, die sich unterworfen und die Lehre auf menschliche Weise angenommen haben, wird sich eine Gruppe um einen bilden, die einem später im Leben wie Stacheln in den Seiten stecken werden. Sie sind nie in das Blut des Bundes hineingeführt worden und es war der Fehler des betreffenden Dieners, dass er sie als Brüder und Schwestern betrachtet hat. Es ist leicht und angenehm, ja es weckt sogar Bewunderung bei den Zuhörern, wenn man dasitzt und eine ganze Menge Dinge lehrt, die sie noch nie gehört haben. Aber ist das Treue? Paulus hielt es für richtig, unter ihnen nichts zu wissen als allein Jesus Christus, den Gekreuzigten. Bei den Vollkommenen reden wir von der Weisheit; wenn man aber unter den Unvollkommenen Weisheit lehrt, dann werden nur überredende Worte menschlicher Weisheit daraus und die Früchte werden dementsprechend.

Wir können sicher sein, dass Paulus in gleicher Weise, wie er einen jeden unter Tränen ermahnte, auch bestrebt war, jeden einzelnen in der Kraft des Geistes in das Blut des Neuen Bundes hineinzuführen. Er konnte jeden Einzelnen ermahnen und das beweist, dass er jeden Einzelnen genau kannte und wusste, wo jeder Einzelne seine Schwächen hatte, wo jeder Einzelne sich gerne dem Blut des Bundes entziehen wollte. Dienst du so wie er? Oder bist du zufrieden damit, ein „Priester für das Volk“ zu sein? Du kannst nicht die Menge bedienen, ohne dass diese Einzelnen zu einer Menge werden. Der Einzelne braucht deinen Dienst. Der Einzelne hat es nötig, in das Blut des Bundes hineingeführt zu werden. Hier sitzen eine ganze Reihe Menschen in den Versammlungen, die wie stumme Hunde sind, die nicht bellen können. Wer weiß, was in solchen Menschen wohnt; sie machen ja nie ihren Mund auf. Welche andere Ermahnung soll man ihnen geben als diese: Mach deinen Mund auf, damit wir erfahren, wo du stehst! Es ist besser, einen Menschen mit dem Blut des Neuen Bundes und mit dem Geist zu bedienen, als Tausende mit überredenden Worten menschlicher Weisheit zu gewinnen. Bist du so ein stummer Hund, dann sieh zu, dass du deinen Mund aufmachst, damit der Herr ihn füllen kann.

Wir leben in den letzten Tagen. Die Welt braucht dich. Die Gemeinde Gottes braucht dich; aber niemand braucht stumme Hunde. Solche gehören in die Versammlungen der Toten. Wach auf, der du schläfst, und steh auf von den Toten, so wird dich Christus erleuchten.