Fremdes Feuer
„Und Mose und Aaron gingen in die Stiftshütte. Und als sie wieder herauskamen, segneten sie das Volk. Da erschien die Herrlichkeit des Herrn allem Volk. Und ein Feuer ging aus von dem Herrn und verzehrte das Brandopfer und das Fett auf dem Altar. Da alles Volk das sah, frohlockten sie und fielen auf ihr Antlitz.“ 3. Mos. 9, 23-24.
Gleich danach nahmen Aarons Söhne Nadab und Abihu „ein jeder seine Pfanne und taten Feuer hinein und legten Räucherwerk darauf und brachten so ein fremdes Feuer vor den Herrn, das er ihnen nicht geboten hatte.
Da fuhr ein Feuer aus von dem Herrn und verzehrte sie, dass sie starben vor dem Herrn.
Da sprach Mose zu Aaron: Das ist’s, was der Herr gesagt hat: Ich erzeige mich heilig an denen, die mir nahe sind, und vor allem Volk erweise ich mich herrlich. Und Aaron schwieg.“ 3. Mos. 10, 1-3.
Das Feuer liegt im Geist. Der Geist des Herrn sendet das Feuer des Herrn, aber ein fremder Geist sendet fremdes Feuer. „Der aber nach mir kommt, ist stärker als ich, und ich bin nicht wert, ihm die Schuhe zu tragen; der wird euch mit dem Heiligen Geist und mit Feuer taufen.“ Mt. 3, 11.
Mose und Aaron hatten die richtigen Beweggründe: Das Wohl und Wehe des Volks lag ihnen am Herzen. Wenn sie für sich selbst und für das Volk opferten, taten sie es mit lauterem Sinn, damit das Wohlgefallen des Herrn auf ihnen allen ruhen sollte. Wenn der Herr dann sein Feuer sandte und das Opfer verzehrte, dann bestätigte er den Geist, in dem geopfert worden war; und das Volk erhob ein Freudengeschrei und fiel auf sein Angesicht.
Jetzt wollten die Söhne Aarons etwas Ähnliches tun. Sie legten alles auf dem Altar bereit; aber das Feuer des Herrn kam nicht und so nahmen sie fremdes Feuer. Sie sahen, wie sich das Volk freute, als das Opfer von Mose und Aaron vom Feuer des Herrn verzehrt wurde. Nun wollten auch sie eine Freude beim Volk hervorrufen. Der Geist darin war dem Herrn fremd und deswegen wurde auch das Feuer fremd.
Dasselbe wiederholt sich im Neuen Bund. Man will etwas nachmachen, was der Herr gutgeheißen und bestätigt hat. Das Opfer wird auf dem Altar bereitgelegt, aber das Feuer des Herrn bleibt aus und deshalb bringt man fremdes Feuer über das Opfer. Aber es geschieht heute dasselbe wie damals: Feuer vom Herrn verzehrt solche Personen. Sie begegnen einer undurchdringlichen Feuermauer, durch die sie nicht hindurchkommen können. Mit Eifer trachtet man danach, bei seinem Bruder Dinge zu finden, die geopfert werden sollen. Man legt alles auf dem Altar bereit und erwartet, dass Gott dieses Opfer durch sein Feuer bestätigt. Er erkennt es nicht an; und auch wenn man fremdes Feuer darüber anzündet, wird es dem Opfernden nur zum eigenen Schaden werden.
„Mose aber rief Mischaël und Elizafan, die Söhne Usiëls, des Oheims Aarons, und sprach zu ihnen: Tretet hinzu und tragt eure Brüder von dem Heiligtum hinaus vor das Lager.“ 3. Mos. 10, 4.
Man kann nicht einfach im Heiligtum bleiben, nachdem man fremdes Feuer benutzt hat. Aarons Söhne wurden von ihren Brüdern aus dem Heiligtum hinausgetragen. Der Herr erzeigt sich heilig an denen, die ihm nahe sind, und vor allem Volk erweist er sich herrlich.
Ereiferst du dich über etwas oder jemand, dann untersuche, ob der Geist des Herrn deinen Eifer bewirkt. Denn der Eifer ist die Räucherpfanne. Sind die Beweggründe rein und ist der Geist in der Sache rein, dann kannst du mit dem Feuer des Herrn rechnen. Wenn du aber eiferst, ohne den Geist Gottes auf deiner Seite zu haben, dann werden die Opfer, die du herbeischaffst und das von dir benutzte Feuer sicher auf dich selbst zurückfallen.
Versuche nie, so wie Nadab und Abihu oder wie Jannes und Jambres etwas nachzumachen. Alles derartige Nachmachen ist von Satan.
Zu der Zeit des Judas Makkabäus fielen einige Priester im Kampf, weil sie Heldentaten vollbringen wollten und leichtsinnig in den Kampf hinauszogen. 1. Makk. 5, 67.
Judas Makkabäus kämpfte in einem aufrichtigen Geist, um sein Volk vom Joch der Heiden zu befreien. Als aber die Priester sahen, dass der Herr mit Judas war und das ganze Volk sich zu ihm hielt und ihm vertraute, da kam in ihrem Herzen ein Gedanke auf, dass auch sie Heldentaten vollbringen und zu Ansehen kommen wollten.
Der Unterschied war jedoch, dass Gott Judas Ansehen und Ehre gab; während die Priester hingegen ihre eigene Ehre suchten, und deswegen fielen sie. Der Geist und das Feuer des Herrn waren mit Judas, während einige von den Priestern in ihrem eigenen Geist loszogen und fremdes Feuer benutzten.
Im Alten Bund konnte Gott seinen Geist nicht ins Fleisch senden, deshalb kam auch sein Feuer nicht über das Fleisch. Aber jetzt, nachdem der Geist gekommen ist, kann das Feuer ausgehend von eben diesem Geist das Opfer im Fleisch verzehren. Bist du ein Opferpriester Gottes, dann führe die geistlichen Opfer durch den Geist Gottes herbei, damit dann das Feuer des Herrn dieses Opfer verzehren kann.
