Gesammelte Schriften Band 3 • 1918 - 1923

Brief an Aksel Smith, 1918-02-18

Gesammelte Schriften Band 3 • 1918 - 1923
Haugesund, den 18. 2. 1918
Lieber Bruder Aksel,
Friede.

Danke für deinen lieben Brief vom 13. des Monats mit den beigelegten Briefen von Br. Aslaksen und von den zwei Schwestern in Sarpsborg. Es siedet und gärt jetzt überall. Sarpsborg scheint nun wirklich in Auflösung zu sein. Von Br. Birkeland habe ich zwei Briefe bekommen, und ich musste lachen, als ich sah, dass der Maler Jensen und seine Frau jetzt treu zu Birkelands Versammlungen kommen. Möglicherweise reiht sich auch Wintersborg hier ein.

Im ersten Brief hatte Br. Birkeland Fragen zu verschiedenen Dingen. Es ist ja so, dass ständig viele Menschen zu den Versammlungen kommen, die nicht in das tiefere Leben hineinkommen; aber sie wollen uns nicht verlassen, sie fühlen sich wohl. Es wäre ja Unrecht, solche Menschen wegzujagen. Man soll sie ein- und ausgehen lassen, aber immer darauf achten, dass sie auf ihrem Platz bleiben und nicht den geringsten Einfluss bekommen. Lass das Allerheiligste das Allerheiligste sein und bleiben, lass das Heiligtum Heiligtum sein und lass den Vorhof Vorhof sein und als solchen betrachtet werden. Langfristig wird es ganz einfach unmöglich sein zu vermeiden, dass viele aus dem Vorhof unter uns sein werden.

Ich habe dann an Br. Birkeland geschrieben, dass er die Vorhöfe des Herrn bewahren und sie nicht ausstoßen soll. Doch alle müssen wissen, dass das Heiligtum und das Allerheiligste nicht im Vorhof liegen. Auf diese Weise, glaube ich, bringt man alles in die richtige Ordnung: Sünder werden errettet, Gottes Kinder werden geheiligt. Niemals jedoch darf es dazu kommen, dass der Vorhof Erlaubnis bekommt, das Heiligtum zu zertreten. Lass jeden Einzelnen spüren, dass wir seinen Platz kennen und dass jeder, der die Linie übertritt, bemerkt wird.

Es muss für Barratt und Erik A. traurig sein zu sehen, wie ihre Bauwerke untergraben werden und in Wind und Wetter schwanken und wanken. So geht es, wenn man nicht in die Tiefe gräbt. Man kommt früh genug in die Höhe, es gilt nur, ein gutes Fundament zu haben. Haltet euch herunter zu den Geringen, sagt die Schrift. Wir sollten es in dieser Zeit auch nicht eilig damit haben, in die Höhe zu bauen, vielmehr müssen wir von unten her gründlich arbeiten. Auch sollte man nicht jeden Vagabunden in das Bauwerk einfügen, sondern zusehen, dass jeder eine solide Erziehung und Ausbildung erhält. Wenn welche loslegen und arbeiten, dann lass sie arbeiten; es wird die Zeit kommen, ihre Arbeit zu prüfen. Man darf aber nicht alles als gut ansehen, was sie sich vornehmen, ohne die Früchte gesehen und das Ganze geprüft zu haben.

Liebe Grüße von deinem Bruder

Johan