Friede.
Heute, Samstagnachmittag, hat die Mannschaft Putz- und Flicktag gehabt. Und ich hatte deshalb frei und bekam Lust, etwas für die Hortener Zeitung über die Tyrannei der Reichen zu schreiben, wie sie dem Arbeiter seinen Lohn vorenthalten haben. Als der Artikel fertig war, dachte ich, dass er auch für Skj. Sk. passen kann, denn auf solche Dinge verstehen sich die Menschen im Allgemeinen.
Wir haben gute Nachrichten aus dem Hardangerfjord bekommen, wo es nun so aussieht, dass es vier Schwestern und Br. Gjerde werden. Br. Lohne arbeitet unaufhörlich mit ihnen. Die Arbeit nimmt von Tag zu Tag zu. Doch es ist eine selige Arbeit. Ich bin Gott dankbar für sein Licht und seine kostbare Erkenntnis. Wenn man diese beiden im Krieg anwendet, erweisen sie sich als siegreich.
Hier arbeiten wir beständig. Ich glaube, alle werden mehr und mehr zusammengeschweißt. Wenn sie jetzt noch nicht so viel sagen, dann kann das später kommen. Ein junges verlobtes Paar scheint Interesse zu haben. Für Gjerde, der später an den Hardangerfjord gehen wird, sind ja alle diese Bibelstunden sehr gut. Er ist ein sehr tiefsinniger Mann, dessen Rede wie die Wasser des Hardangerfjords sind – ruhig und überlang. Guro und Kristi in Hardanger sind zweifellos sehr weisheitsvoll und eifrig. Es ist ja nicht ganz ausgeschlossen, dass Ellefsen und Lohne eine Fahrt dorthin unternehmen können. Ich bat Ellefsen, dir einen Brief von Guro an Lohne sowie einen Brief von Lorentz Risnes in Drammen zu schicken. Lorentz hat deutliche Fortschritte gemacht. Skj. Sk. wird überall diskutiert und hinterfragt. Man zweifelt und kämpft, man weint und windet sich im Schmerz; doch dann wird es endlich hell, und dann folgt der Kampf mit Verwandten und Freunden. Das ist der gewohnte Ablauf.
Gerade stürmt es hier richtig. Gestern konnten wir das Fallreep nicht runterlassen, sondern ich musste am Heck mit dem Beiboot voller Leute festmachen, und so kamen sie von dort aus an Bord. Bruder Ellefsen ist sehr eifrig; er geht mit seiner ganzen Seele in der Arbeit auf. Jetzt schreibt er „Gebt dem Arbeiter seinen Lohn“ für die Hortener Zeitung ab.
Lass uns arbeiten, solange es Tag ist, es kommt die Nacht, da niemand wirken kann. Was schriftlich erscheint, kann nach vielen Jahren immer wieder gelesen werden. Skj. Sk. arbeitet nun wie das Kapital in einer Bank. Ich habe viele sagen hören, dass sie darin Licht gefunden haben: Frau Strømme in Vardø, Br. Gjerde und die zwei Schwestern in Hardanger und weitere. Eure Arbeit im Herrn ist nicht vergeblich.
Liebe Grüße von deinem Bruder
Johan