Gesammelte Schriften Band 3 • 1918 - 1923

Brief an Elias Aslaksen, 1919-11-14

Gesammelte Schriften Band 3 • 1918 - 1923

(Maschinengeschrieben, original fehlt)

Horten, den 14. November 1920
Lieber Bruder Elias Aslaksen,
Friede.

Danke für deinen lieben Brief heute sowie für die Lieder, die ich mit Anmerkungen zurückschicke.

Ja, es ist wahr, dass man nach so herrlichen Tagen wie die Träumenden sein kann. Die Schar wächst bis ins Unendliche und alle sind eifrig. Wir brauchen bald einen größeren Saal.

Anbei ein neues Lied, das ich heute ausgehend von Jes. 62 geschrieben habe. Aleksander Olsen ist überglücklich. Die Konferenz hat offenbar Wunder in ihm bewirkt.

Liebe Grüße, dein

J. O. Smith

(Übersetzung revidiert für diese Buchausgabe)

Jes. 62

Mel. Det banker paa derute

1. Um Zions willen schweigt unser Herr nicht länger still,
Jerusalem ihm nicht Ruhe gönnet.
In ihr Gerechtigkeit er erstrahlen lassen will,
Bis dort das Heil wie eine Fackel brennet.

2. Die Völker schaun dann Gottes Gerechtigkeit fürwahr,
Ja, Könige die Herrlichkeit sehen.
Und auch dein neuer Name, dem Herrn nur offenbar,
Auf weißem Stein wird er geschrieben stehen.

3. Du eine schöne Krone wirst in des Meisters Hand,
Ein königlicher Schmuck sollst du werden.
Vom guten Geist des Herrn soll gefüllt sein nun dein Land,
Den Namen Ehefrau ich dir werd‘ geben.

4. Genau wie eine Frau ihrem Mann ist angetraut,
Die Kinder ihren Heiland dann lieben;
Und wie ein Bräutigam trägt im Herzen seine Braut,
Ist Zion auch in Gottes Herz geschrieben.

5. Die Mauern um Jerusalem, sie sind stark bewacht,
Von Gott selbst sind gesetzt Wächterscharen,
Und niemals solln sie schweigen am Tag noch in der Nacht.
Sie rufen: Herr du wollest uns bewahren.

6. Der Herr bei seiner Rechten hat selbst geschworen dir:
Kein Fremder soll dein Korn mehr verzehren.
Die Früchte deiner Mühe will ich dir geben hier
Und deine Feinde dessen auch belehren.

7. Zieh ein nun durch die Pforte, dem Volk bereit die Bahn,
Mach frei den Weg von Steinen und Stecken!
Mach Platz der Tochter Zion, sie kommt zu mir heran.
Wer will ihr gutes Recht ihr denn absprechen?

Horten, 14. 11. 1920

Veröffentlicht 1929 in Herrens Veier als Nr. 142