Gesammelte Schriften Band 3 • 1918 - 1923

Skjulte Skatter 1920-12 - Ist Christus geteilt?

Gesammelte Schriften Band 3 • 1918 - 1923

Ist Christus geteilt?

Es hat mir richtig gut getan, den Artikel von Bruder E. Aslaksen „Zwei Arten von Parteiungen“ in dieser Ausgabe zu lesen. Lies es noch einmal, und es wird dir nützlich sein. Wir brauchen in diesen Tagen, in denen man auf die Bildung von Parteiungen eingestellt ist, hin und wieder ein kräftiges Schwert über die Schwätzer, ein Schwert, dessen Hiebe die Trauernden in Zion zu trösten vermögen. Wie sollen sich alle diese Parteiungen in dem einen Leib, Christus, versammeln? Eine Parteiung versammelt sich um ihre Wassertaufe, eine andere um ihre Geistestaufe und Zungenrede, eine dritte um ihre außergewöhnlich richtige Weise sich zu versammeln, eine vierte um ihre ein Kopftuch tragenden Frauen, eine fünfte um ihre großen Kirchen und großen Pastoren, eine sechste um ihre Lehre vom tausendjährigen Reich usw., usw. Diese alle haben eine Missbildung, niemand von ihnen soll zum Tisch des Herrn herzutreten, um die Speise seines Gottes darzureichen. 3. Mos. 21, 18. Am Leib Christi gibt es keine Missbildung; doch dieser hat ja auch seine schöne Gestalt durch das Kreuz bekommen.

Am Kreuz wird die Feindschaft getötet

Am Kreuz werden Parteiungen zunichtegemacht. Nicht nur am Kreuz vor 1900 Jahren, sondern am Kreuz heute, im Jahr 1920. Jede religiöse Zeitschrift und jede religiöse Sekte hat ihren eigenen Helden und ihren eigenen Märtyrer. Lass diesen Helden und Märtyrer mit Christus am Kreuz ausleiden, dann finden wir ihn als eine neue Schöpfung wieder, die weder Held noch Märtyrer ist. Der alte Mensch hat eine große Betriebsamkeit, derer er sich rühmen kann, nicht zuletzt dann, wenn er religiös wird. Er weiß von all seinen guten Werken zu erzählen, die zahllos sind, von aller Erweckung, in der er von Anfang bis Ende die treibende Kraft gewesen ist, von allen, die er ins Taufwasser hinabgeführt hat, u.v.m.

Lass das Kreuz all dies in den Tod bringen.

Die religiösen Zeitschriften sind gespickt mit Schilderungen religiöser heiler Welt und religiösem Wohlleben, sie strotzen von Reiseberichten, in denen sich der Held in seiner eigenen Darstellung sonnt. Wenn Gottes Licht in all diese Finsternis hineinleuchten würde, dann befürchte ich, dass der Held in den Schatten gestellt würde. Alle diese sagen aber von sich, dass sie in Christus seien.

Bin ich denn damit euer Feind geworden, dass ich euch die Wahrheit vorhalte? Wenn man sie befolgen würde, würde sie heute wie in alten Tagen freimachen. Doch es gibt nichts Neues unter der Sonne, die alten Kalktüncher begeben sich wie Schafe hinab ins Totenreich und ihre Kinder und Kindeskinder verrichten treu ihren Dienst an den Gräbern ihrer Väter. Immer stehen sie bereit, einen Messias zu kreuzigen und die Freilassung eines Barabbas zu fordern.

Lass das Kreuz diese Kalktüncher in den Tod bringen. Lass den Platzregen die Wand abspülen, sodass wir die Wand in ihrer ganzen Hässlichkeit sehen können. Lass den Geist, der richten und ein Feuer anzünden wird, sie beleuchten, dann wird das Gericht sich in Gerechtigkeit kehren. In diesen Tagen der Endzeit brauchen wir gesalzene Speise. Wir brauchen Wahrheit und nicht Lüge. Ist es schwierig zu verstehen, dass alle diese widereinander stehenden religiösen Parteiungen nichts mit dem Leib Christi zu tun haben, wo alles in harmonischer Einheit zusammenwirkt? Zehn- bis zwölfjährige Kinder sollten dies schon verstehen können. Wenn meine Arme den Beinen Krieg erklären würden und meine Augen nichts vom Gehör wissen wollten und mein Leib dem Haupt nicht gehorchen wollte, wie sollte ein solcher Leib bestehen können? Genauso ist es mit allen diesen Parteiungen bestellt, die alle von sich behaupten, dass sie Glieder am Leib Christi seien.

Wenn sich dagegen jeder Einzelne im Gehorsam der Wahrheit reinigt, wenn jeder sein Kreuz auf sich nimmt, wenn alle sich selbst verleugnen und für Christus leben, dann wachsen Einheit, Bruderliebe, Geduld, Langmut, Freigiebigkeit usw. hervor; Parteiungen hören auf. Dies ist der Leib Christi, und jede Person ist ein Glied an diesem Leib. Ist es schwierig, dies zu fassen? Das sollte die Lehre vom Anfang christlichen Lebens sein, aber daraus ist etwas Mystisches geworden. Woran liegt das? Mangel an Gottesfurcht! Komme niemals und sage, dass es an etwas anderem liegt. Der Geist zeugt ganz klar davon und wir sollen auch davon zeugen. Schlappe, faule und ungerechte Religiosität verpestet die ganze Welt. „Ach, dass du kalt oder warm wärest! Weil du aber lau bist und weder warm noch kalt, werde ich dich ausspeien aus meinem Munde.“ Offb. 3, 15-16.