Friede.
Danke für deinen lieben Brief vom 11. des Monats, aus dem ich erfahre, dass du Kampf mit Erik Andersen und Storm-Monsen hattest. Erik A. hat viele Jahre lang gegen uns gearbeitet; es ist also nicht nötig, ihn darüber in Unwissenheit zu lassen, was wir von so etwas halten. Wenn er direkten Widerstand bekommt, kann ihm dies etwas Direktes zum Nachdenken geben. Im Übrigen ist zu seinen Theorien und seinem Bauwerk zu sagen, dass alles zusammen auf wackeligen Beinen steht. Werfe ein paar Steine unten an die Grundmauer, und alles zusammen stürzt vor den Augen aller ein. Keiner von ihnen verteidigt, was sie selbst gelehrt haben, sie sind daher in der Tiefe des Herzens mit uns einig. Sie stehen da wie stumme Hunde, die nicht bellen können. Lass also einstürzen, was nicht stehen kann; vielleicht können dann diese vielen Prediger auch etwas zum Nachdenken bekommen. Wenn sie etwas zu ihrer Verteidigung zu sagen haben, sollen sie das vorbringen. Ihr Mund ist groß genug und es gibt Federn, Tinte und Papier im Überfluss. Aber sie stehen fein da, sie antworten nicht mehr, ihnen fehlen die Worte. Dann sollen sie damit aufhören, zu lehren und ganze Kapitel, die sie nicht verstehen, zu überspringen. Wir haben nur in der Spur weiterzumachen, die zum Ziel führt, denn Gott ist mit uns und du wirst sehen, dass in seiner Kraft all das einstürzen wird, was eingestürzt ist und großes Gepolter gemacht hat.
Br. Elias Aslaksen schreibt von Ystrøm, dass er sehr danach forscht, woher man all diese Weisheit und Erkenntnis erhält; er will diese jedoch ohne Kratzer in der Haut bekommen. Pauline sagt, dass Frau Knudsen eine große Wirksamkeit gegen uns entfaltet und dass Ystrøm und seine Freunde sich am liebsten an den Jubel halten. Im Hinblick auf unseren inwendigen Dienst müssen wir daran denken, dass wir in jedem, der auf den inneren Wegen vorwärtsgeführt werden soll, einen Feind des Kreuzes sehen. Sie ergeben sich nicht freiwillig; sie müssen durch Krieg überwunden werden. Gottes Geist zeugt auch hiervon, und jeder, der diesen Kampf aufnimmt, wird bei seiner Arbeit Frieden und Freude erfahren.
Br. E. Aslaksens beigefügter Artikel ist ganz ausgezeichnet; er kam heute. Es freut mich wirklich, Gottes Weisheit und Erkenntnis gedeihen zu sehen. Den beiliegenden Brief von Johs. Ramdahl, Sarpsborg, habe ich beantwortet. Ich habe von einem jungen Mädchen, Helga Kristiansen aus Drøbak, einen Brief erhalten und beantwortet. Br. Hoff aus Aalesund ist hier; wir haben es gut zusammen. Drei Schwestern sind nach Aalesund gekommen, wo es ihnen sehr gut gefällt.
Es kommt mir nun so vor, dass wir nach und nach überall die Oberhand gewinnen. Noch eine kurze Zeit und du wirst sehen, dass der Sieg kommt – zu Gottes Ehre durch uns.
Die Freien existieren bald nur noch dem Namen nach; sie haben nichts zu verteidigen, nichts zu verlieren, da sie nichts haben. Daher haben sie auch keine Lust zu kämpfen. Die Leiter werden durch innere Streitigkeiten und gegenseitige Untreue aufgerieben. Daher gilt es zu schmieden, solange das Eisen heiß ist. Ich sagte zu Aase Bjørndalen hier, dass sie nicht die geringste Ahnung von den inneren Wegen hat. Dies hat sie gleich so sehr getroffen, dass sie ganz in sich zusammengefallen ist. Ich glaube, dass es mehreren guttäte, dasselbe zu hören, denn es ist die Wahrheit. In ca. ½ Monat sollen wir in Bergen aufs Dock. Br. Madsen hat sich dermaßen zum Guten verändert, dass ich den Mann kaum wiedererkenne. In seinem Kampf gegen Br. Ellefsen hat er sich völlig aufgerieben. Nun hat er Dinge gelernt, die er nicht wusste.
Ich höre, dass du dich wegen der Inhalte für das Monatsblatt überanstrengt hast. Es hat ja nicht so eine Eile mit dem Monatsblatt; lieber soll es warten, als dass man sich übernimmt. Du solltest für das Schreiben soweit wie möglich die Hilfe in Anspruch nehmen, die du bekommen kannst.
An eine Sache habe ich in letzter Zeit gedacht: Mir ist aufgefallen, dass junge Leute ein starkes Verlangen danach haben, zu lesen und ihren Horizont zu erweitern. Wir sollten diesem Verlangen abhelfen oder besser gesagt dieses nutzen, indem wir gute Bücher, Biografien usw. beschaffen, gute, leicht lesbare Bücher übersetzen, sie Einblick in die Arbeitsweise und das Leben heiliger Männer und Frauen bekommen lassen. Der Skj. Skatte Verlag könnte eine zentrale Bezugsquelle für solche Bücher sein. Es ist nämlich besser, dass wir Lesestoff für die Jugendlichen aussuchen, als dass sie es selbst tun. Ich weiß, dass du bereits einen Anfang in Drøbak gemacht hast; dies sollte auch an anderen Orten praktiziert werden.
Recht oft bin ich im Glauben gestärkt worden, wenn ich von diesen geistlichen Helden gelesen habe. Es spornt an und entfacht den Eifer, und das ist sehr notwendig, denn es ist so leicht, dass man einschläft. Vermutlich wird Br. Plum uns zu solchen Büchern verhelfen. Ich habe von dir ein Buch von Tersteegen ausgeliehen, der über mehrere gottesfürchtige Männer geschrieben hat. Dieses Buch ist gut dazu geeignet, übersetzt zu werden. Dann gibt es auch ein Buch über Luther, das ich zuhause habe. Kurze Auszüge aus Mme Guyons Leben könnten auch gut sein, wenn man nicht das ganze Buch übersetzt.
Die Menschen machen ganz einfach gar nichts, wenn man sie nicht anschiebt. Wir müssen arbeiten und wir tun eine vierfache Arbeit, wenn wir die Menge in Arbeit bringen. Die Menschen wollen gerne etwas tun, aber sie wissen nicht, wie sie anfangen sollen. Ich glaube, dass jetzt die Zeit für eine solche Arbeit gekommen ist, und schon allein das, dass wir die besten Bücher haben und verstehen, das Beste auszuwählen, wird Vertrauen wecken und Misstrauen beseitigen. Das wird Hand in Hand mit der Arbeit gehen. Es ist Aufklärungsarbeit nötig. Alle diese guten Bücher werden zeigen, dass die Gottesfürchtigen zu allen Zeiten auf eine ganz andere Weise vorgegangen sind als die religiösen Prediger unserer Zeit.
Grüße die Geschwister.
Liebe Grüße von deinem Bruder und Mitarbeiter
JohanEs freut mich, etwas über die Arbeit in Sarpsborg zu hören.
