Gesammelte Schriften Band 2 • 1912 - 1917

Skjulte Skatter 1913-03 - Willst du mitkommen?

Gesammelte Schriften Band 2 • 1912 - 1917

Willst du mitkommen?

Der dänische Oberleutnant Godfred Hansen, der bei Roald Amundsens Durchquerung der Nordwestpassage mit der „Gjøa“ zweiter Steuermann war, schrieb kürzlich etwa folgendes:

„Dass es Roald Amundsen gelungen ist, den Südpol zu erreichen und auch wieder zurückzukehren, darf man nicht nur als einen Glücksfall bezeichnen. Man muss wissen, dass Amundsen viele Jahre lang seine Ausrüstung bis in die kleinsten Details studiert hatte. Schuhwerk und Skibindungen unterzog er einer langwierigen und gewissenhaften Prüfung. Auch der Proviant wurde auf verschiedenste Weise untersucht und erprobt und gewissenhaft verpackt. Es wurde, soweit es möglich war, nicht zu wenig, aber auch nicht zu viel mitgenommen usw.“

Roald Amundsen hat die Widernisse, mit denen er es zu tun bekommen sollte, nicht unterschätzt, sondern er rüstete sich mit Bedacht. Dann brach er auf, erreichte sein Ziel und kehrte wohlbehalten zurück.

Unser Leben in Christus ist ein Leben in Details: Wenn wir auf jedes einzelne seiner Worte sorgfältig Acht geben, sodass wir danach tun, werden auch wir zu großen geistlichen Siegen gelangen; denn stark sind die, die sein Wort ausführen. Joel 2, 11.

In unseren Tagen herrscht eine verwerfliche Theorie, wonach Christus alles getan habe und wir frei ausgehen. Roald Amundsen erreichte den Pol für sich persönlich. Er zeigte uns den Weg und die Art und Weise, wie man vorgehen sollte, wenn man den Pol erreichen will. Wollen nun wir zum Pol, dann müssen wir selbst den Weg gehen. Christus hat den Weg gebahnt und hat selbst die Herrlichkeit erreicht. Wollen wir zu seiner Herrlichkeit gelangen, dann liegt es bei uns, ihm nachzufolgen. Die Lehre, wonach Christus den Weg gegangen ist und wir somit frei ausgehen, ist von einem Vater, nämlich dem Teufel. Etwas vom Letzten, was Jesus seinen Jüngern hier auf der Erde befohlen hat, war Folgendes:

„Darum gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker: Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe.“ Mt. 28, 19-20.

Der Gläubige wie die Ungläubigen haben sich alles, was sie für nötig hielten, durch den Evangelisten besorgt. Man hat so nahe an der Welt gelebt, dass die Einladung, zu Jesus zu kommen und sich von seinen Sünden reinwaschen zu lassen, denen, die sich Christen nennen, Nahrung genug gewesen ist. Gott hat jedoch auch Propheten, Hirten und Lehrer in die Gemeinde eingesetzt. Für diese hat man keinen Bedarf gehabt, obwohl diese dazu dienen, dass die Heiligen zugerüstet werden. Eph. 4, 11.

Was man in unserer Zeit braucht, ist eine gründliche Unterweisung darin, alles zu halten, was Jesus befohlen hat. Man braucht Anleitung in Details. Doch zuerst muss man dazu erweckt werden, dass man versteht, dass es notwendig ist, unterwiesen zu werden.

Manche schlagen damit um sich, dass wir den Geist haben, der uns alles lehren wird, und wir keines Lehrmeisters bedürfen. In dieser Schriftstelle redet Johannes aber von solchen, die die Jünger verführen wollen. 1. Joh. 2, 26. Gott hat aber keinesfalls Propheten, Hirten und Lehrer dazu in der Gemeinde eingesetzt, um jemanden zu verführen.

So gut wie überall hat man einen Widerwillen gegen die Erkenntnis Gottes. Wenn man zusammenkommt, möchte man sich im Geist vergnügen. Man setzt sich hin, um zu essen und steht auf, um zu spielen. Gott erlaubt, dass man im Kindesalter spielt, aber nicht das ganze Leben. Er möchte, dass man unterwiesen wird. Denn er gibt uns den Lehrer zur Gerechtigkeit und sendet Regen herab. Joel 2, 23 (norw. Übers.). Von diesem Lehrer sollen wir etwas lernen; aber nicht alle verstehen sich darauf, zu hören, was gesagt wird. Man ist zu ziellos in seiner Gesinnung. Die Gedanken fahren hierhin und dorthin. Darum hat Gott welche in die Gemeinde gesetzt, um die Gedanken solcher ziellosen Menschen unter den Gehorsam Christi gefangen zu nehmen. Auch dies ist eine große Gnade von Gott. Wenn man dann schließlich dahin gebracht wurde zu hören, kann später auch vom Tun die Rede sein. Und erst dann kann davon die Rede sein, zu überwinden und zu einem wirklichen Ergebnis in der Welt des Geistes zu gelangen.

Es haben schon eine Reihe von Gläubigen geöffnete Augen für den Mangel an Unterweisung bekommen. Sie haben dann sehr bereitwillig das Wort angenommen und einen Neuanfang gemacht, indem sie alle alte Lehre und allen alten Sauerteig hinausgereinigt haben. Wir haben die Zuversicht zu Gott, dass noch viele folgen werden. Du, der du keinen Glauben daran hast und nicht auf die Erkenntnis Gottes vertraust, komm und prüfe die Sache. Überprüfe deine Kräfte, ob du mit all deinem Jubel vor dem Angesicht dessen bestehen kannst, der sein Herz hingegeben hat, zu verstehen. Ich glaube, dass du sehr beschämt werden wirst; denn Gott will, dass wir Unterweisung annehmen. Gegen seine Jünger zu streiten, gegen die, die sich wirklich unterweisen lassen wollen, wäre dasselbe, wie gegen Gott selbst zu streiten. Du wirst gewiss in diesem Kampf unterliegen. Du bist nicht fähig, zu den geistlichen Polen zu gehen, bevor du nicht gründlich über die Befehle des Herrn nachgedacht hast und von Herzen entschlossen bist, diese genau zu halten. Willst du in deiner Kraft dagegen angehen oder willst du dich demütig dem Willen des Herrn beugen?