Hören und tun
„Seid aber Täter des Worts und nicht Hörer allein; sonst betrügt ihr euch selbst.“ Jak. 1, 22.
Jakobus sagt, dass man sich selbst betrügt, wenn man das Wort nur hört und nicht danach tut. Wie viele gibt es doch, die ihr ganzes Leben lang in dieser Torheit leben – sie hören und hören, versuchen aber niemals, danach zu tun. Manche hören ihr ganzes Leben lang; aber wenn der Tod kommt und sie der Ewigkeit von Angesicht zu Angesicht gegenüber gestellt werden, kommen sie trotz all ihres Hörens in ernste Seelenkämpfe. Und man muss sich oftmals darüber wundern, dass Leute, die als gute Christen galten, nicht einmal errettet waren, als es ernst wurde. Sie hatten gehört, aber nie danach getan, weshalb sie die ganze Zeit nur sich selbst betrogen hatten.
Jak. 2, 1. „Liebe Brüder, haltet den Glauben an Jesus Christus, unsern Herrn der Herrlichkeit, frei von allem Ansehen der Person.“ Wie viele hören diese Worte und tun danach? Ob es nicht vielmehr so ist, dass alle weltlichen Menschen und die meisten Christen sich durch weltliche Größe betören lassen? Man wird selten jemanden treffen, der so vollkommen ist, dass er dem Armen ebenso viel Interesse und ebenso große Ehrerbietung entgegen bringt wie dem, der vornehm gekleidet ist und einen Ring am Finger trägt.
Macht man aber Unterschiede bei sich, so urteilt man mit bösen Gedanken. V. 4. Man tut dann Sünde und wird vom Gesetz als Übertreter überführt. V. 9.
