Das Gesetz der Sünde in den Gliedern
„Ich sehe aber ein anderes Gesetz in meinen Gliedern.“ Röm. 7, 23. Sowohl der Gläubige als auch der Ungläubige hat das Gesetz der Sünde in seinen Gliedern. Der Unterschied liegt darin, dass der Gläubige über die Sünde herrschen soll und kann, während der Ungläubige nach ihr lebt.
Jakobus fragt: „Woher kommt der Kampf unter euch, woher der Streit? Kommt’s nicht daher, dass in euren Gliedern die Gelüste gegeneinander streiten?“ Jak. 4, 1. Gott sagte zu Kain: „Ist’s nicht also? Wenn du fromm bist, so kannst du frei den Blick erheben. Bist du aber nicht fromm, so lauert die Sünde vor der Tür, und nach dir hat sie Verlangen; du aber herrsche über sie.“ 1. Mos. 4, 7.
Wenn das Gesetz der Sünde in den Gliedern herrscht, kommt „der alte Mensch“ hervor. Wenn man aber vom Geist Gottes getrieben wird, kommt „der neue Mensch“ hervor, in dem die Forderung des Gesetzes erfüllt wird. Röm. 8, 4.
„Auch gebt nicht der Sünde eure Glieder hin als Waffen der Ungerechtigkeit, sondern gebt euch selbst Gott hin, als solche, die tot waren und nun lebendig sind, und eure Glieder Gott als Waffen der Gerechtigkeit.“ Röm. 6, 13.
Entweder muss man sich der Sünde hingeben und eine Waffe der Ungerechtigkeit werden oder muss man seine Glieder Gott hinzugeben, und eine Waffe der Gerechtigkeit sein – entweder das eine oder aber das andere. Gibt man sich Gott hin als Waffe der Gerechtigkeit, dann besiegt man die Lust in den Gliedern; man siegt über die Sünde. Aber gibt man sich der Sünde hin, dann wird man beherrscht von der Sünde und kommt als Gesetzesübertreter unter den Fluch. Gehorchen wir Gott, dann müssen wir im Fleisch leiden; gehorchen wir aber der Sünde, dann müssen wir im Gewissen leiden. Das Leiden im Fleisch hat ein Ende, doch die Leiden im Gewissen hören nie auf. Wer im Fleisch gelitten hat, hat aufgehört mit der Sünde; wer aber aufgrund von Gesetzesübertretungen im Gewissen leidet, wird nie fertig mit der Sünde.
Wenn es nun so ist, dass wir ein anderes Gesetz in unseren Gliedern haben, dann lasst uns auf uns selbst Acht haben, damit nicht dieses Gesetz die treibende Kraft wird.
Entweder werden unsere Glieder Waffen der Ungerechtigkeit oder sie werden Waffen der Gerechtigkeit. Wozu gebrauchst du deine Glieder? Bedenke, dass sie „eine Waffe“ sind. Hier gibt es keinen Mittelweg, keine Neutralität. Diese Sache ist ernst von Gottes Seite aus. Möge es dies auch von unserer Seite aus werden; denn wir werden nach Gottes Sicht der Dinge gerichtet werden.
