Gesammelte Schriften Band 2 • 1912 - 1917

Johan O. Smith

Skjulte Skatter 1917-12 - Wie soll man arbeiten?

Gesammelte Schriften Band 2 • 1912 - 1917

Wie soll man arbeiten?

Das Ziel mit aller geistlichen Arbeit ist, den Menschen zuerst aus der Knechtschaft unter der Sünde zu befreien, danach aus der Knechtschaft unter dem Gesetz und der Knechtschaft unter Menschen und schließlich von sich selbst.

Gott hat einen neuen Bund mit dem Menschen geschlossen, und dieser Bund ist im Blut Christi. 1. Kor. 11, 25. Dieses Blut erlöst von der Sünde, von Gesetzesknechtschaft, von Menschenknechtschaft und vom Egoismus.

Der Geist Gottes arbeitet, um den Menschen aus den oben genannten Dingen zu befreien. Als Mitarbeiter Gottes, als Diener des Geistes und nicht des Buchstabens – und als Diener des Neuen Bundes müssen wir wissen, wie man arbeiten soll. In jeder Versammlung soll eine Arbeit getan werden. Wir halten keine Versammlung ab, nur um der Versammlung willen, sondern um die Seele in Richtung des Blutes des Bundes zu treiben, zu mehr Gottesfurcht, zur Freimachung von allem, was bindet. Es wimmelt von Priestern für das Volk, deren wesentlichster Dienst darin besteht, Versammlung um der Versammlung willen abzuhalten. Dies ist nicht unser Dienst. Wir müssen den Scheinwerfer auf den alten Menschen richten und ihn mit Christus gekreuzigt sehen. Auch müssen wir alles Hohe niederreißen, das sich gegen die Erkenntnis Gottes erhebt, die Gebundenen lösen und den Geplagten Freiheit verschaffen.

Wir sind oft Zeugen davon gewesen, dass manche aufgrund einer handfesten Behandlung weinten, durften aber auch die Freude erleben, wie dieselben Menschen vor Freude jubelten, nachdem sie befreit waren. Wenn jemand zum Arzt geht, dann kann er dem Arzt nicht vorschreiben, wie er ihn behandeln soll. Noch weniger kann jemand zu einem Diener des Geistes gehen und ihm sagen, wie er ihn behandeln soll. Ein Diener des Geistes soll sich auch keine Ratschläge von jemandem vorschreiben lassen, der an Händen und Füßen gebunden ist. Der betreffende Diener des Geistes muss sich selbst seine Meinung bilden und dementsprechend handeln. Ebenso wenig, wie man sich durch Lesen und Studieren Zugang zum Himmelreich verschaffen kann, kann man einen gebundenen Menschengeist durch Studieren befreien. Wer selbst gebunden ist, kann keinen anderen von dessen Fesseln los machen. Wer in der Gemeinde redet, der rede es als Gottes Wort; alles Reden über Gottes Wort bringt den Hörern wenig Nutzen. Über den Gebrauch des Schwertes zu reden ist eine Sache; aber das Schwert anzuwenden, ist etwas ganz anderes. Wir haben den Menschen keine neue Lehre zu „erzählen“, sondern wir haben ihnen das Wort Gottes beizubringen, das schärfer ist als ein zweischneidiges Schwert. Wird es angenommen, dann erweist es sich als wirksam in denen, die glauben. Alle Lehre kann auf eine menschliche Weise angenommen werden; und es ist recht angenehm, Leute viele Dinge zu lehren, die sie noch nicht gehört haben. Aber wir haben auch gesehen, was dabei herauskommt: Diejenigen, die die Lehre in dieser Weise annehmen, sind und bleiben unverändert fleischlich; und derjenige, der auf solche Weise unterwiesen hat, ist im Geist blind oder untreu gewesen. Aber was schreibt Paulus?

„Mein Wort und meine Predigt geschahen nicht mit überredenden Worten menschlicher Weisheit, sondern in Erweisung des Geistes und der Kraft, damit euer Glaube nicht stehe auf Menschenweisheit, sondern auf Gottes Kraft.“ 1. Kor. 2, 4.

Die Kraft Gottes ist erforderlich, um alle Abgötter und Astartebilder des Herzens zu entfernen. Man darf keine Angst davor haben, diese Arbeit in Angriff zu nehmen und den Boden aufzugraben, damit ein solider Grund gelegt werden kann. Ich habe den Grund gelegt als ein weiser Baumeister, sagt der Apostel. Man merkt schnell, ob ein solider Grund gelegt ist. So ein Mensch wird nicht so leicht ins Wanken gebracht werden und davonlaufen. Wenn jemand sich selbst leid tut und darüber weint, dass er nicht verschont wird, dann soll man auf solche Tränen keine Rücksicht nehmen. Gottes Kraft und Gottes Weisheit sind uns wertvoller.

Jeremia wurde über Völker und Königreiche gesetzt, um auszureißen und einzureißen, zu zerstören und abzubrechen und zu bauen und zu pflanzen. Jer. 1, 10.

Es nützt wenig, auf einen harten Feldweg oder in einen Wald zu säen. Man muss ausreißen und abbrechen, pflügen und eggen, bevor man den Samen sät. Es ist zwar so, dass das Ausreißen und Abbrechen dem Menschen nicht gefällt; aber ist er erst einmal hindurchgekommen, dann versteht er, diese Behandlungsweise wertzuschätzen. Denn was danach gesät wird, wächst auf einem urbar gemachten Land und in einem feinen und guten Herzen.