Salz in der Fäulnis
Unter den vielen beliebten Redensarten, die in den religiösen Versammlungen zirkulieren, gibt es auch diese: Wir müssen Salz in der Fäulnis sein. David sagt in Ps. 1: „Wohl dem, der nicht wandelt nach dem Rat der Gottlosen, noch tritt auf den Weg der Sünder, noch sitzt, wo die Spötter sitzen, sondern seine Lust hat am Gesetz des Herrn und über sein Gesetz nachsinnt Tag und Nacht.“
Wenn man über das Gesetz des Herrn Tag und Nacht nachgedacht hätte, dann hätte man schon seit langem bemerkt, dass der Ausdruck „Salz in der Fäulnis“ nichtssagend und oberflächlich ist, sodass man am liebsten schamrot werden würde, weil man so gedankenlos dahergeredet hat.
Ich habe es immer so verstanden, dass das Salz davor bewahrt, dass etwas verdirbt. Niemand ist so unverständig, verdorbenen Fisch oder verdorbenes Fleisch zu salzen. Aber von Gottes Vorgehensweise versteht man so unglaublich wenig, dass man sich durchaus vorstellen kann, dass er Salz über das Verdorbene streut, um daraus Nutzen zu bekommen.
In Mt. 5 steht: Ihr seid das Salz der Erde. Das bedeutet, dass Gott die Erde um der Gerechten willen bestehen lässt, damit diese auf der Erde ihre geistliche Ausbildung bekommen können. Es sind also die Gerechten, die als Salz die Welt noch aufrechterhalten, die Gott sonst – ohne diese Gerechten, ohne dieses Salz - zunichtemachen würde. Hätte es in Sodom zehn Gerechte gegeben, hätte Gott die Stadt verschont. Es gab aber zu wenig Salz und sie wurde zunichte gemacht.
