Gesammelte Schriften Band 2 • 1912 - 1917

Johan O. Smith

Skjulte Skatter 1917-09 - Die ersten Früchte sollen als Unbeschnittenheit betrachtet werden

Gesammelte Schriften Band 2 • 1912 - 1917

Die ersten Früchte sollen als Unbeschnittenheit betrachtet werden

Es kommt immer wieder vor, dass den Gottesfürchtigsten unter den Brüdern, wenn sie das erste Mal selbst in der Gemeinde dienen, eine ganze Reihe von Fehlern unterlaufen, die noch lange Unruhe und Durcheinander bewirken. Sie haben auf ihre Weise ihr Bestes gegeben; aber dieses Beste war weniger vollkommen. Gott hat auch dieses in seiner großen Gnade und Weisheit vorhergesehen und uns in 3. Mos. 19, 23 eine Unterweisung darüber gegeben, wie sich das verhält.

„Wenn ihr in das Land kommt und allerlei Bäume pflanzt, von denen man isst, sollt ihr die [ersten] Früchte derselben als Unbeschnittenheit betrachten; drei Jahre lang sollt ihr sie für unbeschnitten achten, sie dürfen nicht gegessen werden; im vierten Jahr aber sollen alle ihre Früchte heilig sein zu einer Jubelfeier für den Herrn; erst im fünften Jahr sollt ihr die Früchte essen, damit der Ertrag für euch umso größer wird; ich, der Herr, bin euer Gott.“

Sie hatten gute Bäume gepflanzt, und ein guter Baum kann keine schlechten Früchte bringen; aber trotzdem sollten die Früchte in den ersten drei Jahren als unrein und die Bäume als Unbeschnittenheit betrachtet werden. Was war Gottes Absicht damit? Das Land war, bevor Israel es einnahm, von vielen gottlosen Völkern bewohnt worden. Viele Generationen lang hatte die Erde für diese Gottlosen Getreide und Most hervorgebracht. Wenn Israel nun Bäume in denselben Erdboden pflanzte, würden diese ihre Nährstoffe aus dem Mist der Gottlosen beziehen, was abscheulich war für den Herrn. Drei Jahre sollten sie ausharren, bevor Gott jemandem erlaubte, von den Früchten zu essen.

Ein gottloser Mensch wird errettet; lange Zeit hat er dem Tod Frucht gebracht, aber nun verändert er Leben und Wandel. Er wird eifrig für Gott und fängt an zu dienen. Die ersten Früchte seines Dienstes bringen gewiss Freude, aber sie dürfen als nichts anderes als Unbeschnittenheit betrachtet werden. Es kommt vor, dass Brüder in ihrer Arbeit aneinandergeraten und es Reibereien gibt. Sie sind alle eifrig für Gott; aber die Früchte ihrer Arbeit in den ersten Jahren sollen nicht gegessen werden – sie sollen als Unbeschnittenheit betrachtet werden. Ihr Erdboden hat in all den Jahren schlechte Früchte getragen, deshalb vermögen sie nicht sofort, etwas Genießbares hervorzubringen. Gewiss sind sie an sich gute Bäume, aber ihre ersten Früchte im Dienst führen nicht zu einem vollkommenen Ergebnis.

Drei Jahre lang sollte das Volk Israel ihre Bäume Früchte tragen sehen, ohne dass sie davon essen konnten. Dies war eine gewaltige Geduldsprüfung. Wenn die Bäume selbst wie Menschen denken könnten, würden sie geringe Gedanken über sich selbst bekommen, wenn sie sähen, dass ihre Früchte Jahr für Jahr nicht einmal wert waren, gegessen zu werden. Gott macht es auch mit seinen Dienern so, damit sie geringe Gedanken von sich selbst bekommen und lernen, ihr Joch in ihrer Jugend zu tragen.

Wir können nur innehalten und zu allen Werken und Handlungen Gottes sagen:

„Dank sei Gott durch Jesus Christus, unsern Herrn! So diene ich nun mit dem Gemüt dem Gesetz Gottes, aber mit dem Fleisch dem Gesetz der Sünde.“ Röm. 7, 25.