Die Herren der Welt in der Finsternis dieser Zeit
Das Verderben nimmt große Ausmaße an, wenn der Gottlose an die Macht kommt. Wo Satan sich im Fleisch festsetzt und dadurch das Zepter führt, wird es auf die Dauer unerträglich.
Eine einzelne Partei in einem großen Volk kann von Satan so besessen sein und ein so grausames Regiment führen, dass Gott Kriegsheere gegen dieses Land senden muss, um dieser schlechten Regierung ein Ende zu machen, gegen die die eigenen Einwohner des Landes den Kampf hätten aufnehmen sollen.
Die Herren der Welt sind es, die in der Finsternis dieser Zeit regieren. Gottes Volk hat zu allen Zeiten Kampf gegen solche Schreckensherrschaft, solchen Übermut und solche Selbsterhöhung gehabt. Es ist unglaublich, was solche Herren der Welt an Teuflischem ausrichten können, wenn sie das Ruder in der Hand haben. Selbst die Bewohner aller Irrenhäuser der Welt haben seit der Erschaffung der Welt nicht so viel Unheil anrichten können, wie diese Herren der Welt in drei bis vier Jahren verursachen konnten. Gott sandte seine Kriegsheere hinauf nach Jerusalem, als die Gottlosigkeit des Volks zur vollen Reife gelangt war; und so macht er es auch heute noch. Sind der König und die Regierung gottlos, dann ziehen sie das ganze Volk in dieselbe Geistesrichtung. Deshalb muss Gott das ganze Volk züchtigen, bis es gezwungen wird, die Tyrannen aufzugeben, die es regieren.
Wenn eine Regierung von Satan besessen ist, werden seine Eigenschaften durch diese Regierung offenbar werden. Selbst von offizieller Seite werden Gewalttaten, Morde und Lügen verübt werden. Gesetz und Recht werden als etwas, das die eigenen Überlegungen hindert, erbarmungslos unter die Füße getreten werden. Man wird nur dort am Recht festhalten, wo es einem selbst nützen kann.
Durch menschliche Mittel züchtigt Gott einen Menschen und eine Nation. Deshalb gebraucht Gott Kriegsheere, um Fürsten und Regenten zum Gehorsam zu zwingen. Er straft den Hochmut und macht die Feinde Christi zum Schemel seiner Füße. Man darf den Krieg nicht nur von seiner grausamen Seite sehen, sondern muss das Ganze auch im Zusammenhang mit dem Ewigen vor Augen sehen. Dann versteht man leichter Gottes Handlungsweise, denn er regiert mit den ewigen Werten. Stell dir vor, wenn der Hochmut siegen würde, stell dir vor, dass Satan im Fleisch die Macht bekäme, wie würde das Ganze enden? Wir können Gott dafür danken, dass er gegen diese Herren der Welt, die versuchen, die Kleinen zu zertreten und sich selbst zu erheben, seine Kriegsheere schickt. Wir leben nun einmal in dieser Welt und nicht in einem Himmelreich – selbst wenn wir dem Geist nach dorthin versetzt sind. Deshalb müssen wir mit dem rechnen, worauf man in der Welt gefasst sein muss.
Ich hörte neulich einen Prediger in Bergen in überheblicher Weise sagen:
„Jetzt kommt der Krieg bald nach Norwegen und dann werden alle Norweger an die Front müssen und kämpfen; aber dann ist es gut, nicht Norweger sondern Himmelsbürger zu sein …“
Wenn man seinen Pflichten als norwegischer Staatsbürger nicht nachkommt, dann fürchte ich, dass man ihnen auch als Himmelsbürger nicht nachkommt. Denn wenn man mit dem fremden Gut nicht treu ist, wer wird einem dann eigene Güter geben? Und wenn man mit dem ungerechten Mammon nicht treu ist, wer wird einem dann das wahre Gut anvertrauen? Man kann mit klugen Fabeln eine Zeitlang Eindruck machen, aber auf Dauer werden die Leute dies verabscheuen und sich nach dem Echten sehnen. Deshalb ist wahre Weisheit lebensfähig, während eine kluge Fabel kaum länger als acht Tage lebt.
Möge Gott sein Volk von der Torheit erlösen und Arbeiter aussenden, die dem Volk mit Ernst und Aufrichtigkeit Gottes Wort verkündigen können. Alle gottesfürchtigen Männer in der Geschichte – solche, die Spuren hinterlassen haben – haben jeden Einzelnen zur Treue in seinem Stand und seiner Berufung ermahnt. Sie haben sich auf den Ernst des Lebens verstanden, dass das Leben kurz ist, und haben die Zeit dazu genutzt, sich in Gottesfurcht zu üben und andere hierzu ermahnt. Gleichzeitig aber haben sich zu allen Zeiten betrügerische Arbeiter eingeschlichen. Einige davon saßen als Schandflecken in der Versammlung der Heiligen bei den Liebesmahlen und weideten sich selbst. Jud. 12. Diese sind voll von religiösen Witzen und Spott. Jud. 14-15. Komme zu ihnen mit dem Wort vom Kreuz und sie werden dich frech verspotten und damit Beifall bei ihren Zuhörern suchen. Man sollte jetzt dafür aufwachen, dass solche Dinge nichts mit wahrem Christentum zu tun haben.
Von Zion geht das Gesetz aus; dies verstehen wir daraus, dass die Wahrheit, selbst wenn man über sie verärgert ist, wenn sie einen trifft, auch noch nach Jahren angenommen und verkündigt wird.
Ein großer Teil der Christen in Norwegen hat viele Jahre lang in einer sogenannten Freiheit gelebt, die dann nach und nach in Lächerlichkeit ausgeartet ist. Aber Gott sei gedankt – er hat angefangen, den Unsinn beim Namen zu nennen und ihn öffentlich zur Schau zu stellen, sodass jetzt viele angefangen haben, nach dem guten alten Wort vom Kreuz zu fragen, das uns, die wir glauben, eine Kraft zur Erlösung ist.
Hier in Vardø, wo wir uns gerade befinden, ist die falsche Freiheit nicht sonderlich viel verkündigt worden, und dies liegt wohl daran, dass der Ort zu weit im Norden liegt, wo es zu kalt und ungemütlich für das Fleisch ist.
Gott sei gedankt, dass jetzt auch hier einige Geschwister anfangen, Licht in Gottes Licht zu erkennen, wodurch sie sich schon im Geist lieben und sich zur Unterweisung, zum Gebet und zum Abendmahl versammeln.
Soll die Welt Frieden bekommen, dann müssen die Regierenden sich demütigen; denn den Demütigen gibt Gott Gnade. Wollen sie sich aber nicht demütigen, dann wird Gott Mittel und Wege haben, sie auf seine Weise zu demütigen. Aber es könnten ja viele Menschenleben verschont werden, wenn diese Regierenden sich selbst in Sack und Asche kleiden würden.
