Gesammelte Schriften Band 2 • 1912 - 1917

Johan O. Smith

Brief an Aksel Smith, 17.09.1917

Gesammelte Schriften Band 2 • 1912 - 1917

(Maschinengeschrieben, Original fehlt)

Vardø, den 17. September 1917
Lieber Bruder Aksel,
Friede.

Gestern, Sonntag, war in Vardø ein geistlicher Arbeitstag. Am Vormittag war ich in einer Heiligkeitsversammlung der Heilsarmee, wo es Gelegenheit gab, ein Zeugnis abzulegen. Ich habe nun mehrere Male mit den Offizieren der Heilsarmee gesprochen, und ich muss mich über den Leutnant wundern, mit dem ich noch nicht gesprochen habe. Er hat nur dagesessen und hat zugehört; aber gestern entschloss er sich und sagte, nichts sollte ihn hindern, der Wahrheit zu gehorchen. Er heißt Edwin Bekkevold.

Heute Abend wird Ellefsen an Land gehen; er war gestern an Bord. Wir haben den Eindruck, dass sich durch Gottes Gnade unter den Gläubigen in Vardø mit Macht etwas regt. Nach der gestrigen Versammlung in der Heilsarmee kamen ein uralter Mann und danach eine alte Frau zu mir und drückten meine Hände. Einige waren sicher stumm vor Zorn und Verstockung. Die Jüngeren halten zu uns; sie bekommen Licht und freuen sich. Es sieht danach aus, dass das Verdammen der Sünde im Fleisch, Christus geoffenbart im Fleisch, die Christen im ganzen Land in zwei Lager teilt. Gottes Gnade steht uns hier im hohen Norden mächtig bei und wir verstehen, dass Gott hier oben Sieg geben wird. Ich merke im Geist, dass wir an jedem Tag, der vergeht, mehr und mehr die Menschen erreichen. Das wird die ganze Finnmark durchsäuern, denn sie kennen einander.

Die Frau des Kaufmanns Ditlefsen aus Mehavn liegt hier im Krankenhaus. Br. Ellefsen besucht sie und eine Folge hiervon ist, dass sie jetzt mehr Licht bekommt. Ihr Mann hat schon lange Verbindung mit Ellefsen gehabt. Vor einigen Jahren feierten sie Hochzeit in Kristiania bei Hilda Broks.

Ja, nun sitzen drei gläubige Männer an einem Tisch in der Kantine: Br. Ellefsen, Andresen und ich. Das hat so eine Wirkung in der Kantine, dass sie unwillkürlich selbst anfangen, auf die eine oder andere Weise über Gott zu sprechen. Ein ungläubiger wehrpflichtiger Unteroffizier, der lange in Amerika gewesen ist, sagte, dass er sich erschießen würde, wenn es keinen Gott gäbe, denn dann hätte er nichts, wofür er leben könnte. Ich will gerne Gott angehören, sagte er, und ich will mein Bestes geben. Die anderen lachten, aber er sagte, dass er es ernst meinte, was ich ihm glaube.

Ich freue mich darüber, dass die Geschwister in Drøbak und Kristiania Fortschritte machen.

Liebe Grüße, dein Bruder

Johan