Friede von Gott in Christus Jesus, unserm Herrn.
Danke für deinen lieben Brief. Es hat mich gefreut, von den kleinen Mädchen in Drøbak zu hören, dass sie Fortschritte machen. Ebenso habe ich gesehen, dass du 1.000,00 Kr. nach Horten geschickt hast, um damit einen Zentralfond zur Verbreitung der Wahrheit (Reisefond) einzurichten. K. P. hatte so eine Kasse; doch Br. Nils Risnes bekam vor einiger Zeit den Rest – ca. 62,00 Kr. Ich glaube nicht, dass er weiterhin mit dieser Kasse zu tun haben sollte. Ich bat Pauline, das Geld auf die Bank zu bringen und das Buch zu verstecken, bis ich heimkäme. Dann werden wir sehen, was zu tun ist. Vielleicht könnten wir im Herbst bei der Miete eines Saals hier in Vardø etwas Unterstützung brauchen. Br. Strømme lässt uns zu sich kommen; aber es ist ein niedriger Raum und wenig Platz. Auf dem Dach wächst Gras. Es hat hier ziemlich unaufgeräumt ausgesehen. Ein Br. Kristiansen und seine Frau waren früher in den Versammlungen bei Br. Ellefsen; er geht jetzt ganz auf in der Freien Mission, und sowohl er als auch seine Frau haben uns letzten Sonntagabend heftig angegriffen. Ein Kaufmann Bratsberg (Großkaufmann) bevorzugt Ulnes’ Lehre und ist weggegangen. Zwei andere Frauen sind zur Freien Mission gegangen. Hier gibt es nur zwei Menschen, für die man wirklich Hoffnung haben kann; das sind Frau Strømme, eine ehemalige Offizierin der Heilsarmee, und Susanne Norum, die für uns bei der Freien Mission auf den Tisch gehauen hat. Bruder Strømme braucht die Geistestaufe. Dies haben wir ihm jetzt gesagt. Soweit ich verstehe, hat nun jeder von ihnen gesagt bekommen, wo sein Platz ist, und sollte sich danach richten. In Hamningberg, einem Fischerdorf einige Meilen nördlich von Vardø, haben ca. 20 Menschen durch die Arbeit von einem Br. Goxun die Geistestaufe bekommen und reden in Zungen. Einige von diesen besuchen Strømmes, wenn sie in Vardø, der Hauptstadt der Finnmark, sind. Wir haben mit zwei von ihnen gesprochen.
Es gibt indessen eine andere Begebenheit, die dich erfreuen wird. Einer der fähigsten und intelligentesten jüngeren Unteroffiziere der Marine, der hier an Bord Dienst tut, meldete sich vor kurzem von sich aus, dass er mit uns Gott als seinen Erlöser suchen wolle. Er sagte, dass es ihn angesprochen hätte, dass so fähige Männer wie wir Christen wären. Er hatte lange die Leere in der Welt empfunden; hatte es aber unterlassen, Gott zu suchen, weil viele von den Christen, die er sah, unverständig waren und sich um ihre irdischen Angelegenheiten nicht kümmerten. Jetzt beugt er zusammen mit uns in der Kabine die Knie und betet um Erlösung, Frieden und den Heiligen Geist. Er sagt selbst, dass sein erster Schritt ein Verstandesschritt war; aber jetzt betet er um die Wirkungen des Geistes, um mehr zu verstehen. Er betet und liest den Tag über und während der Nachtwachen. Es ist ein überaus ernsthaft denkender Mann, der die Werke von Ibsen und Bjørnson durchpflügt hat und sich mit Leidenschaft der englischen Sprache gewidmet hat. Er war ganz geknickt, als ich ihm sagte, dass seine Studien nur ein Haschen nach Wind seien und nur Leere hinterließen, wie sehr man auch graben würde. Jetzt liest er „Das Gebet“, Jesus Sirach und die Bibel. Er betet und liest und kommt zu uns, wenn er etwas herausgefunden hat. Dieser Mann hat als Mensch die besten Voraussetzungen dafür, ein wahrer Jünger und Arbeiter zu werden. Er hat seiner Frau einen sehr verständigen Brief über seinen Standpunkt geschrieben. Er kam heute zu mir und sagte, dass er in „Das Gebet“ gelesen habe, dass der Anfang die gefährlichste Zeit sei. Dort stand, dass es wie bei einem Segelschiff ist, das den Hafen verlässt, wo es Klippen und Riffe gibt – Gegenwind und viele Gefahren, bis man aufs offene Meer kommt und genug Platz hat.
Wir haben jetzt abends an Bord wie auch an Land sehr viel zu tun. Gott steht hinter der Arbeit und schickt diejenigen, die er will, in unseren Weg.
Das letzte Skj. Sk. war voller Druckfehler. Ich las es heute Korrektur und schicke dir das Ergebnis. Der Artikel, von dem ich sagte, dass er nicht abgedruckt werden sollte, passt gut im Zusammenhang mit dem Brief von Clemens an die Korinther, der sehr gut war. Wenn sich nur jeder Einzelne auf seinem zugeteilten Platz und in seinem zugemessenen Bereich hält, dann geht alles gut. Dort können sie arbeiten und ihre Zeltpflöcke auf eine natürliche Weise erweitern.
Jetzt hast du von der Finnmark gehört. Wie gesagt, haben wir Hoffnung, dass jemand aus Hamningberg ein hörendes Ohr haben wird. Wenn sie hierher kommen, bleiben sie gewöhnlich zwei Tage hier. Heute Abend haben wir Versammlung bei Br. Strømme. Es scheint, als würde die Schar in Aalesund wachsen. Ich glaube, Brevik und Porsgrund sind jetzt an der Reihe. Ich weiß nicht, ob du in Horten warst und mit Nilsen gesprochen hast. Du weißt, dass Nilsen in Brevik ist und Lorentz Risnes in Porsgrund. Br. Nils Risnes soll bald nach Voss zu einer Militärübung. Danach könnte er vielleicht seinen Bruder in Porsgrund besuchen und von dort aus Brevik besuchen. Er ist verlobt; aber ich bin mir nicht sicher, ob es mit Kristine ist, die bei Andresen in Sarpsborg war.
Grüße die Geschwister und dein Haus.
Liebe Grüße, dein Bruder
JohanSpäter am Tag:
Gerade sprach ich mit dem Unterkanonier Johan Due Andresen. Er führt ein Tagebuch. Unter Sonntag, den 8. Juli, hat er geschrieben: Habe heute richtig angefangen, Gott zu suchen. In demselben Tagebuch zeigte er mir eine ganze Reihe von Aufzeichnungen aus Prediger, etwas von Ibsen, wie er die Nichtigkeit und die Leere beschreibt. Jetzt liest er in Weisheit, wie der Weise um Weisheit betet, und dass bereits Verstand nötig ist, darum zu beten. Ich mache dieses Gebet zu meinem Gebet, sagte er. Jetzt sind wir alle drei bald bereit, um in die Versammlung zu gehen. Er (Andresen) singt besonders schön. Kürzlich sang er für uns: Die große weiße Schar wir sehn.
Nochmals Grüße, dein Bruder
J. O. S.