Gesammelte Schriften Band 2 • 1912 - 1917

Johan O. Smith

Brief an Aksel Smith, 11.02.1917

Gesammelte Schriften Band 2 • 1912 - 1917
Bergen, den 11. 2. 1917. Während der Tagwache.
Lieber Bruder Aksel,
Friede.

Danke für deinen willkommenen Brief mit dem beiliegenden Brief von Br. Kahan, der jetzt richtig in Bedrängnis ist. Du hattest zwei Briefe geschrieben, aber die erste Seite von dem einen Brief war nicht dabei.

Gestern (Sonntag) waren wir im Saal am Deutschen Kai. Br. Pedersen Buròe war den ganzen gestrigen Tag anwesend. Ich soll von ihm grüßen. Gestern Vormittag sprach er zuerst und als ich danach aufstand und über das eine und andere sprach, glaubte er, ich wollte mit ihm ins Gericht gehen. Er stand daher auf und wollte die Sache richtigstellen. Als er fertig war, gingen Br. Haagensen und ich. Er ist uns dann hinterhergelaufen und wollte noch mehr hinzufügen. Aber wir gingen, nachdem wir gesagt hatten, dass es nicht vorteilhaft sei, ein Priester nur für das Volk zu sein und vor ihnen zu heucheln. Am Nachmittag ging es besser. Sie sprachen von der Wiederkunft Christi, redeten in Zungen und redeten prophetisch über dasselbe, sodass sie vor Begeisterung richtig in Fahrt kamen. Danach las ich ihnen aus 2. Thess. 2 vor, dass sie sich auf keinerlei Weise verführen lassen sollten, weder durch einen Geist noch durch einen Brief; sondern, ob Christus morgen oder übermorgen käme, so hätten sie gemäß Dan. 12 sich selbst zu reinigen, wie man es in den letzten Tagen tun soll. Das wird etwas anderes, als sich verführen zu lassen. Dann sprach ich vom Mensch der Sünde, der geoffenbart werden wird usw. Das wirkte richtig ernüchternd auf die Versammlung.

Sie verstehen zwar, dass wir uns an die Bibel halten; aber sie verstehen es dann wieder doch nicht, sagen sie. Dagegen verstehen wir ja jedes einzelne Körnchen von dem, was sie sagen; aber das entspricht nicht vollkommen dem tiefsten Verlangen des Herzens. Br. H. und ich sprachen gestern hierüber, dass dies daher kommt, dass das Zeugnis des Blutes in ihrem persönlichen Leben fehlt. Sie haben den Geist und das Wasser; aber nicht das Blut. Gewiss haben sie den Geist und das Zeugnis des Wassers durch Christi Blut erhalten; aber die Gottesfurcht in ihrem persönlichen Leben ist nicht bis zum Blut vorgedrungen. Dieser Vorhang (das Fleisch) kann dann nicht erfassen, was auf der Innenseite ist, und gleichzeitig können wir mit nichts weniger zufriedengestellt werden als mit dem, was auf der Innenseite ist. Darin liegt der Unterschied.

Br. Risnes hat seine Stelle in Sarpsborg gekündigt und will nun in Richtung Westen ziehen. Er wird dich wohl besuchen, bevor er abreist. Br. Haagensen ist enorm fleißig darin, tief zu graben. Er hat Fähigkeiten in diese Richtung; und dazu ist er sehr eifrig – Tag und Nacht ist er bereit. Es gibt nichts anderes für ihn als Gott und Sein Wort sowie die Brüder. Ich glaube, er wird ein prächtiger Mitarbeiter werden. Er hat vor, sich in Kristiania niederzulassen. Ich habe versucht, ihn dazu zu bringen, dass er sich ganz und gar auf das verlässt, was ihm im Geist geoffenbart wird, sodass er in dieser Richtung auf sich selbst vertraut. Ich glaube, dass er darin Fortschritte gemacht hat; denn er freut sich im Geist. Nächsten Donnerstag fahren wir – so Gott will – nach Haugsholmen oder Aalesund. Grüße alle in deinem Haus sowie die übrigen Geschwister.

Liebe Grüße, dein Bruder

Johan

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