Gesammelte Schriften Band 2 • 1912 - 1917

Johan O. Smith

Brief an Aksel Smith, 3.02.1917

Gesammelte Schriften Band 2 • 1912 - 1917
„Valkyrjen“, Bergen, 3. 2. 1917
Lieber Bruder Aksel,
Friede.

Es ist nun eine Weile her, seit ich von dir gehört habe. Gott sei Lob und Ehre, er gibt Fortschritt hier in Westnorwegen. Br. Johan Lohne kam heute Nachmittag hier an Bord. Wir machten gemeinsam einen Spaziergang an Land. Er hatte gute Dinge von vielen Orten und nicht zuletzt von Haugesund zu berichten, wo nun auch Br. Th. Ellefsen ist und Unterstützung leistet. Die Geschwister in Haugesund haben wiederum Verbindungen, und sie haben von der großen Freude erzählt, die ihnen widerfahren ist, und dadurch gibt es weitere, die das Wort hören wollen. Jedoch ist der Name „Smith“ und „Skjulte Skatte“ für die Leute schwierig zu verdauen, weil die freien Prediger überall gegen uns gearbeitet haben.

Br. Haagensen und ich waren am Dienstagabend in einem Saal am Deutschen Kai. Dort gibt es welche, die von der Skostrædet 17 weggegangen sind. Ich kleidete mich in Zivil, um nicht erkannt zu werden und ließ Haagensen eine ganze Weile später hineingehen. Wir setzten uns weit voneinander hin; aber nichts half, wir wurden sofort erkannt. Br. Ellefsen hat in der Stille mit dem Leiter „Heglund“ und seiner Frau gearbeitet, ebenso Br. Berg und Br. Birkeland. Eine Folge von all diesem ist, dass sie nun in ihrer Versammlung das Kreuz verkündigten. Sie waren jedoch sehr zurückhaltend und ängstlich uns gegenüber. Heglund war an diesem Tag krank.

Lohne erzählte mir heute von einem merkwürdigen Traum: Ich kam in einen fremden Saal am Deutschen Kai, sagte er. Der Leiter lag in weißen Kleidern in einem Bett (krank) in der einen Ecke des Saals. Der Traum steht mir noch immer deutlich vor Augen, sagte er. Er deutete ihn so, dass der Leiter zwar rein, aber tot sei (Br. Lohnes Worte). Vorigen Sonntag hätte Rogde aus Voss in der Versammlung gesprochen, wurde gesagt.

Nach dem Besuch in Voss fuhr Br. Lohne nach Bergen und ging in die Skostrædet 17, wo immer volles Haus ist. Er stand auf und sprach zu ihnen ausgehend von Eph. 1, dass es eine weitergehende Erlösung gibt, als den Geist und die Gaben zu empfangen. Die ganze Versammlung rief „Halleluja“, sagte er; aber Br. Kleppe sagte nur ab und zu „Amen“ hinter ihm. Er freute sich überschwänglich über diese herrliche Botschaft, von der sie, obwohl sie ihr die ganze Zeit widersprechen wollten, doch übermannt wurden. Die Verbindung Rogde (Voss) und Bergen ist nicht verkehrt. An dem Dienstag, an dem wir in der Versammlung am Deutschen Kai waren, war dort eine ältere Frau, die Gott pries für einen herrlichen Abend. Sie war nach der Versammlung ganz einig. Br. Haagensen redete ganz ausgezeichnet, und alles lief in der gleichen Spur, sie hatten nur ein wenig Angst vor dem Namen Smith und der „Lehre“. Br. Madsen tut auf der „Finmark“ eine gute Arbeit. Er schreibt viele Briefe und spricht mit sehr vielen Leuten, die er im Norden wie auch im Süden trifft. Er ist ein junger, unermüdlicher Mann wie Lohne. Er war sehr scharfsinnig und sprach davon, dass Br. Ellefsen der einzige Bruder sei, der ihm zu wirklicher Hilfe war. Schw. Danell hatte sie miteinander in Verbindung gebracht, sodass sie einander kennenlernten.

4. 2. – Während der Tagwache.

Br. Lohne erzählte von Ellefsen, dass dieser gerne wieder in die Finnmark will, obwohl es jetzt sehr spät im Jahr und fast den ganzen Tag dunkel ist. Die Geschwister in Vardø liegen ihm sehr am Herzen.

Ich hoffe, dass wir nun bald einen weiteren Bruder bekommen – der zur Arbeit tüchtig ist, nämlich Haagensen. Seine Gesinnung ist so ganzherzig und ungeteilt, dass ich mich in Wahrheit nur freuen kann, mit ihm zusammen sein zu dürfen. Er schreibt ein korrektes Norwegisch; denn er war beim Mittelschulabschluss einer der Besten. Vor ein paar Tagen sprach ich mit seinem Stiefvater, dem Obermaschinisten Hansen, der sagte, dass er Tidemann Haagensen nicht verstehen könne, da ihm ein Büroposten beim Sanitätswesen angeboten wurde und er diesen ablehnte. Er schrieb mir vor Weihnachten und fragte mich, ob er wieder hinaus reisen solle. Ich antwortete ihm hierauf, dass er Gott in dieser Sache bestimmen lassen müsste. Ich erwähnte gegenüber unserem Sanitätsunteroffizier nur ein wenig von der Sache. Er war auch gleichgültig. Aber dann bekam unser Sanitätsunteroffizier die Fieberkrankheit. Er wollte auf die techn. Schule in Horten gehen. Er telegrafierte dann nach H. und das Ganze klappte sofort.

Hier ist jetzt noch ein Mann gekommen, der zu Gott bekehrt ist – einer aus Aalesund. Wir haben jedoch noch nicht viel mit ihm geredet. Er hat sich uns selbst vorgestellt. Er ist von den Geschwistern der Inneren Mission (Didrik Andersen).

Die Arbeit in den verstreuten Gebieten fängt an, sich einander anzunähern. Lohne ist ein richtiger Schrupphobel geworden. Br. Haagensen sprach im Saal am Deutschen Kai so klar und einsichtsvoll, dass es eine große Freude für mich war, ihm zuzuhören. Ich verstehe in Wahrheit, dass Gott in der Arbeit mit uns ist; wenn nicht, wären wir schon vor Jahr und Tag untergegangen – während all dieser schweren Kämpfe von außen her und von innen her. Aber zu Gottes Ehre geht das Ganze auf seinem Siegeszug vorwärts; Festung für Festung wird eingenommen. Ort für Ort. Br. Lohne berichtete von einem Mann, der Skj. Sk. hasst und zwei Töchter in Haugesund hat. Diese beiden besuchen die Versammlungen bei Br. L. und haben an ihren Vater geschrieben, wie glücklich sie nun sind. Darüber wurde ihr Vater so von Herzen froh, dass aller Widerstand gegen uns verschwand. Soweit ich mich erinnere, wollte er das Monatsblatt abonnieren. An Ostern will Lohne die ländlichen Gegenden um Bergen besuchen.

Wie du siehst, gärt und siedet es überall. Man kann sich schlafen legen und wieder aufstehen, die Saat wächst. Gott zur Ehre arbeitet das Kapital – durch uns - und wir durch ihn.

Ich hoffe, dass es in Drøbak gut geht. Vielleicht ist es am besten, meinen Artikel über Römer 7 aufzuteilen, damit Platz für anderen Stoff bleibt. Es ist nun schon lange her, dass ich etwas von Br. Th. Hansen in Kristiania gehört habe. Er möchte gerne wissen, wie es hier in Westnorwegen geht. Schicke ihm daher diesen Brief mit lieben Grüßen.

Den Geschwistern in Aalesund, Molde und Moldøen geht es wie gewöhnlich. Br. Th. Ellefsen hat um den 20. 2. herum für zehn Tage Urlaub. Seine Adresse lautet: „Viking“, Haugesund. Kürzlich bekam ich eine Postkarte von Br. Elias Aslaksen, der nun mit seiner Familie nach Fredrikstad umzieht, wo er eine kleine Wohnung gemietet hat. Von Br. K. P. habe ich nichts gehört, seit ich abgereist bin.

Grüße dein Haus und die Geschwister.

Liebe Grüße, dein Bruder

Johan

Br. Lohne sagte, dass Ellefsen auf seiner Rückreise Anfang März über Kristiania fahren will. Vielleicht kann Br. Hansen dann mit ihm sprechen.