Gesammelte Schriften Band 2 • 1912 - 1917

Johan O. Smith

Brief an Elias Aslaksen, 16.01.1917

Gesammelte Schriften Band 2 • 1912 - 1917

(Original fehlt)

„Valkyrjen“, Ålesund, 16. Januar 1917
Lieber Bruder Elias Aslaksen,
Gottes Friede.

Herzlichen Dank für deinen lieben Brief und für den Aufenthalt in deinem Haus am 12. und 13. dieses Monats. Wir hatten am Abend Versammlung. Deine Mutter legte ein Zeugnis von Gott ab und das war gut zu hören.

„Wie in allen Gemeinden der Heiligen sollen die Frauen schweigen in der Gemeindeversammlung; denn es ist ihnen nicht gestattet zu reden, sondern sie sollen sich unterordnen, wie auch das Gesetz sagt.“ 1. Kor. 14, 34. Nun sagt derselbe Apostel, dass eine Frau, die betet oder prophetisch redet mit unbedecktem Haupt, ihr Haupt schändet. 1. Kor. 11, 5. Er sagt weiter, dass derjenige, der prophetisch redet, die Gemeinde erbaut, 1. Kor. 14, 4, und dass er den Menschen zur Erbauung, zur Ermahnung und zum Trost redet.

Ich muss davon ausgehen, dass dieses oben erwähnte „Schweigen“ bedeuten soll: Schweigen mit unnützen Fragen, Schweigen mit Altweibergeschwätz, Schweigen damit, die Männer unterweisen und belehren zu wollen, Schweigen mit Widersetzlichkeit.

Es ist ihnen gestattet prophetisch zu reden, denn das ist eine geordnete Rede unter der Leitung des Geistes – des Geistes, der sowohl den Mann als auch die Frau treibt, das zu reden, was sich gebührt.

In der Praxis erweist sich dieses Verständnis der Dinge als zutreffend, denn oft legen die Frauen unter der Leitung des Geistes Zeugnisse zu großer Erbauung ab. Und wenn der Geist Zeugnis gibt, können wir ja nichts dagegen sagen.

Es wäre sehr bedrückend, wenn man in der Gemeinde Frauen verbieten würde zu beten und prophetisch zu reden (Zeugnis abzulegen), was nicht einmal die Schrift verbietet. Eine solche Befugnis habe ich meinerseits nie von Gott bekommen. Aber wenn eine Frau sich widersetzt hat, dann habe ich sie aufgefordert zu schweigen, was auch die Schrift gebietet.

Außerhalb der Gemeindeversammlung gibt es kein Gebot, dass die Frau schweigen soll, und dann nehme ich an, dass auch wir kein Recht dazu haben, etwas zu gebieten. Wenn eine Frau zu Menschen redet, die „außerhalb“ sind, dann ist dies eine Arbeit, die man als ein „Ziehen“ zum Sohn hin bezeichnen muss. Gott gebraucht zu dieser Arbeit alle möglichen Dinge wie z. B. Kirchenglocken, geistliche Lieder und Musik, Todesfälle und vieles andere, weshalb ich glaube, dass er auch eine Frau nicht von dieser Arbeit ausschließt, die als ein Ziehen des Vaters bezeichnet werden muss, im Gegensatz zur Arbeit des Sohnes. In der Arbeit des Sohnes – in der Gemeinde – kommt der Unterschied zwischen Mann und Frau vor.

Paulus hatte Priska und Aquila als Mitarbeiter. Röm. 16, 3. Tryphäna und Tryphosa haben im Herrn gearbeitet. Röm. 16, 12.

Gottes Geist zeugt davon, dass das Wort „Schweigen“ damit in Verbindung steht „sich unterzuordnen“.

Ich habe nicht meine Meinung in dieser Sache geändert, habe auch nicht vor, die Frau über den Mann oder über ihr Maß hinaus zu erheben; aber um der Gerechtigkeit willen will ich dafür arbeiten, dass auch die Frauen das Recht bekommen, das ihnen gemäß der Schrift zusteht. In einer untergeordneten Stellung konnten sie Mitarbeiterinnen von Paulus sein. Und konnten sie seine Mitarbeiterinnen sein, dann können sie wohl ohne jeden Zweifel Mitarbeiterinnen in unseren Tagen sein.

Die Bedeutung des Buchstabens in diesen Dingen tötet, aber der Geist in der Sache macht lebendig. Es würde einem Mann wenig Freude machen und Nutzen bringen, wenn er eine Frau hätte, die nie etwas sagt. Dagegen erfreut und nützt es sehr, eine Frau zu haben, die sich in all ihrer Rede und ihrem Verhalten unterordnet, wie Sara sich Abraham unterordnete und ihn „Herr“ nannte. Dasselbe gilt für Christus und die Gemeinde und im übertragenen Sinn für die Zusammensetzung der Gemeinde mit Männern und Frauen in der Gemeinde.

„Wenn jemand glaubt, ein Prophet zu sein oder geistlich, der erkenne, dass die Dinge, die ich euch schreibe, Gebote des Herrn sind. Wenn es aber jemand missachten will, der missachte es,“ sagt Paulus.

Ich habe mich über diese Dinge mit Bruder Hansen in Kristiania beraten und er hat dasselbe Verständnis. Wir sollten auf der ganzen Linie in dieselbe Richtung arbeiten und diese Dinge auf dieselbe Weise handhaben. Sollte Gott später noch mehr Licht in diesen Dingen geben, dann sind wir ihm dankbar dafür. Ich bin gewiss, dass das nicht das Verständnis, das wir jetzt von den Dingen haben, über den Haufen werfen wird.

Ich möchte gern, dass dies von weiteren Brüdern, die mit Gemeinden zu tun haben, gelesen wird.

Br. Haagensen und ich können uns nun an Bord zusammen freuen, wenn wir uns über das Wort Gottes, das uns anvertraut ist, unterhalten.

Christus sei geehrt und hoch erhöht, dem Vater zur Ehre.

Grüße in Christi Liebe, dein Bruder

Johan