Gesammelte Schriften Band 2 • 1912 - 1917

Johan O. Smith

Brief an Aksel Smith, 1.01.1917

Gesammelte Schriften Band 2 • 1912 - 1917
Haugesund, 1. 1. 1917
Lieber Bruder Aksel,
Friede.

Heute bekam ich einen Brief von Pauline, in dem sie erzählt, dass alle Geschwister von Ystrøm und Os zu einem kleinen Fest bei uns zuhause gewesen sind. Sie spielten Klavier, Gitarre und Geige; es war ein richtig gutes Zusammensein, sagt sie, und Br. Berg waren ganz begeistert. Nach seiner Rückkehr istYstrøm etwas unzufrieden und teilweise Gegner gewesen. Pauline glaubt, dass er von dem Mann aus Moss aufgestachelt worden ist, der am ersten Weihnachtsfeiertag, als du in Horten warst, mit seiner Frau zuoberst saß; Johnsen heißt er. Dieser Mann ist wieder in Horten gewesen und wohnt bei Redakteur Knudsen, der alles tut, um einen Keil in die Geschwisterscharen zu treiben. Ystrøm hat nicht die geringste Ahnung von den inneren Wegen, daher kann er nicht behandelt werden wie jemand, der von diesen Dingen etwas versteht. Ich glaube, du solltest das aufgreifen und ihm und Erik Andersen eine gründliche „Strafpredigt“ halten. Begegne ihnen ruhig mit Vollmacht und schone nicht; du hast Erkenntnis genug, um sie mit all ihrem Widersprechen zum Schweigen zu bringen. Es ist scharfes Geschütz nötig für diese feinen Herren. Ich schicke dir einen Brief von Lorentz Risnes an Br. Th. Ellefsen, damit du sehen kannst, wie es in Drammen bei Eriks Freunden in der Knopfsstraße geht.

Hier benützen wir nun die Abende, um nach bestem Vermögen zu überzeugen und zu unterweisen. Es ist beschwerlich, unter diesen Geschwistern zu arbeiten. Wenn Gott mir Gnade gibt, ihnen zu einer gewissen Hilfe zu sein, dann will ich das gerne; aber ich habe nicht die geringste Lust, ein gewöhnlicher Pfarrer für sie zu ihrer religiösen Unterhaltung zu sein. Gestern begann der Angriffskrieg gegen eine Schw. Aase Bjørndal, die als Predigerin in der Finnmark und in Aalesund umhergereist ist. Es besteht kein Zweifel daran, dass sie im Stillen gegen uns gearbeitet hat. Gestern gab es, ohne dass sie es wollte, Auseinandersetzungen – sie wollte nur hören, sagte sie. Aber es zeigte sich, dass sie als Mensch sehr scharfsinnig ist; doch mit der Erkenntnis Gottes ist es schlecht bestellt. Heute Abend kommt Gjerde vom Hardangerfjord hierher, um im Winter zu arbeiten. Im Februar sollen wir nach Bergen ins Dock; aber das wird nicht lange dauern.

Liebe Grüße, dein Br.

Johan