Gesammelte Schriften Band 2 • 1912 - 1917

Johan O. Smith

Brief an Theodor Ellefsen, 17.10.1916

Gesammelte Schriften Band 2 • 1912 - 1917
„Valkyrjen“, Haugesund, den 17. Okt. 1916
Lieber Bruder Theodor Ellefsen,
Friede.

Herzlichen Dank für deinen lieben Brief, den ich heute erhalten habe. Es war eine Freude, von den Geschwistern in Vardø zu hören, dass sie trotz vieler Kämpfe doch glauben und an der Wahrheit festhalten. Es besteht ja ein sehr großer Unterschied zwischen dem inneren Leben und dem, äußerlich am Leib mit reinem Wasser gewaschen zu sein. Die Feindschaft im Fleisch wird immer der Arbeit von Gottes Geist widerstehen, wenn dieser mit der Erlösung in den Leib eindringen will. Deshalb können wir nichts anderes als Widerstand erwarten – selbst von denen, die ihre Sünden abgewaschen bekommen haben.

Br. Aslaksen lässt die Lieder nun drucken. Sie werden in ca. zwei Monaten fertig sein. Es wird gut sein, diese Bücher zu bekommen. Ich glaube, dass Br. Risnes und Br. Haagensen in Sarpsborg eine gute Arbeit tun. Sie sind sehr zufrieden. Mehrere von den Geschwistern, die am Anfang von ihnen weggegangen waren, sind wieder zurückgekehrt, und jetzt haben sie es so gut in den Versammlungen, sagt Risnes.

Der Krieg ist schwer gewesen, aber Gott hat diese zwei Jahre auch dazu benutzt, um entlang der Küste Wunderwerke zu tun. Jetzt gibt es Geschwister vom Nordkap bis Lindesnes, die Gott für seine unaussprechlich große Gabe preisen. Br. Johan Lohne macht auch Fortschritte. Er vergisst die Konferenz in Drøbak nicht.

Aksel ist nun dabei, das Haus und sein Geschäft zu verkaufen; er will nicht so viel um die Ohren haben. Ich habe oft darüber nachgedacht, wie es gehen wird, wenn nun die Gemeinden wachsen und es so wenige Arbeiter gibt. Es zeigt sich nämlich in der Praxis, dass die meisten nicht geeignet sind zu dienen; und wenn sie einen Dienst ausführen, so ist dieser weniger vollkommen. Innerhalb der Gemeinden treten viele Schwierigkeiten auf, und sie wollen gerne Hilfe haben, ihre Angelegenheiten zu regeln. Das Ganze wird verkrüppelt, wenn nicht ein uneigennütziger und erfahrener Dienst das Ganze bewahrt und jemand die Gemeinden hin und wieder besucht. Mit diesem inneren Dienst ist es nicht wie mit dem äußeren. Will man hier vorwärtsgehen, braucht es ständige Ermahnung und Betreuung. Ja, du verstehst selbst im Hinblick auf Vardø, dass es so ist. Außerdem gibt es wenige Diener mit so großer Autorität, dass man es wagt – besonders, wenn man ein wenig weitergekommen ist – sich auf diese zu verlassen. Gott hat gewirkt, dass all dies hervorgekommen ist, und daher glaube ich, dass er weiterhin Auswege zeigen wird. Aber wir verstehen, dass hier mehr gegenseitige Hilfe nötig ist.

Ich habe vom 26. dieses Monats bis 5. November Urlaub beantragt, um nach Hause zu fahren. Br. Lohne geht es gut; wir sind oft zusammen. Er kennt einen Mann, mit dem er reden kann, den ich noch nicht gesehen habe, aber der, wie er sagt, gar nicht so übel ist. Ich bin froh, dass Gott dich in die Finnmark geschickt hat. Es wäre sonst nicht so leicht gewesen, so weit in den Norden zu kommen. Am 1. November fahren wir – so Gott will – wieder nach Haugsholmen und Aalesund. Wir bleiben dann für drei Monate dort. Von einer Ablösung habe ich noch nichts gehört. Unteroffiziere auf der „Frithjof“ wurden abgelöst. Johan Strøm ist Bootsmann, Lars Eliassen Oberkanonier, Jens Jensen Maat. Lebe nun wohl, lieber Bruder. Möge Gott deine Arbeit reichlich segnen und dir zu seiner Zeit reichen Lohn geben. Karl und die Geschwister von Horten haben Br. Tjørve besucht. An Bord der „Norge“ gibt es einen Untermaschinisten, der sich uns angeschlossen hat und sich freut. Grüße die Geschwister in Vardø.

Liebe Grüße, dein Bruder

Johan