Gesammelte Schriften Band 2 • 1912 - 1917

Johan O. Smith

Skjulte Skatter 1916-06 - Herr, wer bist du?

Gesammelte Schriften Band 2 • 1912 - 1917

Herr, wer bist du?

„Ich bin Jesus von Nazareth, den du verfolgst.“ Apg. 22, 8. Ob nicht viele in der heutigen Zeit denselben Jesus verfolgen? Sie schmähen diejenigen, die an ihn glauben, die um seinetwillen ihr Kreuz auf sich genommen haben und die um seinetwillen aus dem Lager hinausgegangen sind. Triffst du einen Bruder oder eine Schwester, der oder die ein größeres Licht hat als du, dann frage wie Saulus von Tarsus: Herr, wer bist du? Sei nicht so töricht, dass du gegen das kämpfst, was du nicht zu überwinden vermagst. Es wird dir schwer werden, gegen den Stachel auszuschlagen.

„Die aber mit mir waren, sahen zwar das Licht, aber die Stimme dessen, der mit mir redete, hörten sie nicht.“ V. 9.

Viele sind in diesen Tagen dabei; sie freuen sich über das Licht, hören aber nicht die Stimme. Ihre Ohren sind verschlossen für den Geist und offen für das hässliche Geschrei der Widersacher. Trenne dich von den Leuten, die an der Stiftshütte dienen, und iss von dem Altar, von dem diese kein Recht haben zu essen.

Du fragst, wer dient an der Stiftshütte? Diejenigen, die ihr ganzes Leben lang danach streben, sich nach dem Gesetz rein zu halten, und die mit der Reinigung am Leib mit reinem Wasser – mit der Reinheit des Leibes – nie fertig werden.

Der Altar, von dem wir Recht haben zu essen, befindet sich innerhalb des Leibes und was wir essen, ist sein Fleisch und Blut; diese sind wahrhaft Speise und Trank.

Innerhalb des Lagers dient man an der Stiftshütte; aber außerhalb des Lagers, wo man die Schmach Christi zu tragen bekommt, bekommt man als Vorzug das Recht, Christi Fleisch und Blut von einem Altar zu essen, von dem kein Recht haben zu essen, die an der Stiftshütte dienen. Hebr. 13.

Komm deshalb aus dem Lager heraus und schere dich nicht um die Schmach von ihnen, um ihr Schimpfen und Schreien. Denn außerhalb des Lagers findest du ihn, Jesus. Dort hörst du seine Stimme. Drinnen im Lager bei den Leuten, die an der Stiftshütte dienen, wirst du niemals seine Stimme hören können. Aber wie geschrieben steht: Meine Schafe hören meine Stimme und sie folgen mir. Wohin folgen sie? Aus dem Lager heraus. Den Weg wisst ihr.

Du fühlst dich hingezogen zum Licht und freust dich darin; aber du hörst noch nicht die Stimme dessen, der redet. Woran liegt das?

Ja, du hörst wohl Stimmen; aber dies ist der Lärm von allen, die an der Stiftshütte dienen. Dein Herz ist noch nicht zur Ruhe gekommen. Du hast noch viele Interessen innerhalb des Lagers. Du hast viele Freunde unter denen, die an der Stiftshütte dienen; und es fällt dir schwer, die Schmach von diesen zu ertragen: du hörst auf das, was sie sagen.

Und dies hat zur Folge, dass du, obwohl du das herrliche Licht siehst, noch nicht seine Stimme hörst. Du wankst beim Rechtsprechen; deine Festigkeit in Christus versagt. Die Stimme von denen, die an der Stiftshütte dienen, bringt dich durcheinander.

Was ist also zu tun?

Sei zufrieden mit deinem Schicksal. Finde dich mit der Schmach Christi ab und achte sie für deinen größten Reichtum, so wirst du bald die Stimme von ihm hören, der vom Himmel redet. Werde fertig mit dem Lärm aus dem Lager, mit diesem: So sagt er, so sagt sie, so sagen sie im Missionshaus, so in der Methodistenkirche und im Versammlungssaal. Werde fertig mit all diesem, so wirst du hören können, was er sagt; und dann kannst du hinausgehen und von den Dächern ausrufen, was er dir in der Kammer ins Ohr geflüstert hat. Dann kannst du sagen: So spricht er, Christus, so sagt der Geist zur Gemeinde.

Dies ist der Geist der Weisheit und der Offenbarung; und nun kannst du selbst verstehen, warum du diesen Geist noch nicht hast, obwohl du vor vielen Jahren mit dem Geist getauft worden bist.

Hörst du eine stille Stimme im Geist, dann frage wie Saulus: Herr, wer bist du? Denn der Herr wohnt im Geist, im Stillen und im Verborgenen. Seine Stimme hört man unter der Schmach, außerhalb des Lagers. Dort tröstet er diejenigen, die Leid tragen in Zion. Denn das vom Fleisch – um Christi willen – Geschmähte ist der Berg Zion, und das vom Fleisch Geehrte ist Basans Berg – ein Berg mit vielen Gipfeln, die scheel auf den Berg sehen, wo es Gott gefällt zu wohnen und wo der Herr immerdar wohnen wird. Ps. 68, 16-17.