Friede von Gott.
Herzlichen Dank für deine beiden Briefe. Ich bin nun fünf Tage zuhause gewesen. In Horten haben sie Fortschritte gemacht, und es war gesegnet, mit ihnen zu sprechen. Ich besuchte Aksel ganz kurz. Auf dem Rückweg kam ich in Moss in ein Zugabteil und fragte, ob da ein freier Platz wäre. Der Mann, den ich fragte, war Br. Aslaksen. Er war in Zivil und ich auch, sodass wir einander fremd waren. Das war eine erfreuliche Stunde, die wir bis nach Kristiania miteinander bekamen. Wir waren zusammen in der Versammlung bei Br. Th. Hansen. Thorleif war nicht zugegen, da er in Drøbak ist, wo er für Aksel Streicharbeiten macht. Jedoch waren Gulliksen sowie der Jude Kahan aus Lillestrømmen anwesend. In Lillestrømmen soll der Kampf jetzt in vollem Gang sein. Schw. Willersrud kommt erst im Juni nach Kløften; das ist ein paar Stationen von Lillestrømmen entfernt. Sie hat vor, Lillestrømmen zu besuchen. Ihr Onkel, ein ehem. Feldwebel Hansen, ist unter den Gegnern, sagte Kahan. Er hat sein Entlassungsgesuch eingereicht, um nur mit geistlichen Dingen zu arbeiten. Es sieht danach aus, dass es dort jetzt Auseinandersetzungen geben kann, denn es soll ein Knotenpunkt sein, wo sowohl Erik A. als auch Barratt ihre Interessen haben. Ich glaube, dieser Sommer wird reich an Kampf. Kahan war ziemlich mit einer nach außen gerichteten Arbeit beschäftigt, aber er freute sich über die Wahrheit. Dem Typ nach ist er ein echter Jude.
Es war gut und notwendig, jetzt nach zwei Jahren mit Br. Aslaksen reden zu können. Er ist neulich in Sarpsborg gewesen und hat eine Generalabrechnung mit Br. Andresen und dessen Frau gemacht. Mehrere Unehrlichkeiten in Geldsachen wurden aufgedeckt. Andresen und seine Frau sind nun nicht im „Fremtiden“ dabei, wo die übrigen Schwestern, die die Treue bewahrt haben, zur Versammlung gehen. Diese haben nun den Haupteinfluss in den Versammlungen. Der Vorsteher des Missionshauses, Haldor Hansen, ist nun auch im „Fremtiden“ dabei, ebenso Em. Pettersen, Anders Johansen u. a. Sie haben es sehr gut, sagt Br. Aslaksen; aber er betrachtet es vorläufig als einen Marktplatz.
Ich hörte den Bootsmann Jan Berntsen erzählen, dass die „Viking“ vor der Abreise in den Norden wohl noch einmal nach Haugesund kommt. Es wird erfreulich und nützlich sein, mit dir reden zu können; ja, ich sehne mich danach.
Br. W. Berg erzählt, dass die Frau von Hæglund, ja sogar Hæglund selbst in letzter Zeit auf Br. Berg gehört haben. Soweit ich mich erinnere, wohnt er in Engen 46 a, Bergen. Könntest du eventuell Gelegenheit finden, die Verhältnisse zu untersuchen? Br. Birkeland ist in Kristiansand auf einem Panzerschiff – „Norge“? Die „Tordenskjold“ soll vier Monate lang für Reparaturarbeiten in Horten liegen.
Ich habe noch nicht mit Br. Lohne hier gesprochen; aber heute (Sonntag) habe ich Landgang. Grüße die Geschwister, denen du eventuell begegnest.
Liebe Grüße von deinem Bruder im Herrn
Johan