Gesammelte Schriften Band 2 • 1912 - 1917

Johan O. Smith

Skjulte Skatter 1916-05 - Der zweite Adam

Gesammelte Schriften Band 2 • 1912 - 1917

Der zweite Adam

Es ist in letzter Zeit mit aller Gewalt darüber geschrieben worden, dass Jesu Fleisch wie Adams Fleisch vor dem Fall war. Für gleichgültige Menschen ist diese Frage von geringer Bedeutung; aber für solche, die sich zur Gottesfurcht bekennen, ist sie lebensentscheidend.

Hebr. 2, 14: „Nachdem nun die Kinder Fleisch und Blut haben, ist er dessen gleichermaßen teilhaftig geworden, auf dass er durch den Tod die Macht nehme dem, der des Todes Gewalt hatte, das ist dem Teufel.“

Warum ist Jesus an Fleisch und Blut teilhaftig geworden? Eben damit er durch den Tod die Macht nehme dem, der des Todes Gewalt hatte, das ist dem Teufel.

Nun können wir fragen: Hatte der Teufel Gewalt in Adam vor dem Fall? Und wusste Adam vor dem Fall vom Tod?

„Daher musste er in allen Dingen seinen Brüdern gleich werden, auf dass er barmherzig würde und ein treuer Hoherpriester.“ Hebr. 2, 17.

Wenn er Adam vor dem Fall hätte gleichgemacht werden sollen, dürfte höchstens geschrieben stehen „seinem Bruder gleich“, da Adam nur in der Einzahl vorkommen kann; aber nun steht geschrieben „seinen Brüdern gleich“.

Er sollte alle die erlösen, die durch Furcht des Todes im ganzen Leben Knechte sein mussten. Deshalb kam er ins Fleisch.

Aber war Adam vor dem Fall ein Knecht aus Furcht vor dem Tod?

Euch hat er jetzt versöhnt in dem Leib seines Fleisches durch den Tod. Kol. 1, 22.

Kann irgendeine Versöhnung in einem Fleisch, das versöhnt ist, stattfinden? Oder kann ein Tod in Adam vor dem Fall stattfinden, als der Tod noch nicht existierte?

Durch sein Fleisch hat er das Gesetz mit seinen Geboten und Satzungen abgetan. Eph. 2, 15.

Beachte: Durch sein Fleisch.

Hatte Adam vor dem Fall Gebote und Satzungen, sodass sie durch sein Fleisch weggenommen werden konnten? Wurde zu Adam vor dem Fall gesagt: „Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren, auf dass du lange lebest in dem Lande, das dir der Herr, dein Gott, geben wird.“? 2. Mos. 20, 12.

Oder wurde zu ihm gesagt: „Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus. Du sollst nicht begehren deines Nächsten Frau, Knecht, Magd, Rind, Esel noch alles, was dein Nächster hat.“? V. 17.

„Als aber die Zeit erfüllt war, sandte Gott seinen Sohn, geboren von einer Frau und unter das Gesetz getan.“ Gal. 4, 4.

War nun Adam vor dem Fall unter das Gesetz getan? Oder konnten durch sein Fleisch die losgekauft werden, die unter dem Gesetz waren?

Er hat uns einen neuen und lebendigen Weg durch den Vorhang, das ist sein Fleisch, eingeweiht.

Christi Fleisch war ein Vorhang, der entzweit werden musste, um für den neuen und lebendigen Weg Platz zu schaffen.

Glaubt jemand, dass Adam vor dem Fall ein Fleisch hatte, durch das ein neuer und lebendiger Weg gebahnt werden musste?

Ist es schwierig, dies zu verstehen?

Ja, es ist für alles Fleisch sehr schwierig, Christus geoffenbart im Fleisch zu begreifen. Es ist nicht sehr schwierig; sondern ganz einfach unmöglich, weshalb die Schrift auch sagt:

„Groß ist das Geheimnis der Gottesfurcht: Christus ist geoffenbart worden im Fleisch, gerechtfertigt im Geist.“ 1. Tim. 3, 16.

Christus geoffenbart im Fleisch ist ein Geheimnis, das nur den Gottesfürchtigen offenbart wird. Aber Adam geoffenbart im Fleisch ist kein Geheimnis, denn von ihm haben wir mehr als genug gesehen und gehört. Und sein Verständnis von Christus geoffenbart im Fleisch ist ganz verwerflich.

Ein großer und wesentlicher Teil der Bibel ist verborgen für diese Lehrer des Volkes, die verkündigen, dass Christi Fleisch wie Adams Fleisch vor dem Fall war. Und nur ihr eigenes Fleisch verblendet ihre eigenen Augen. Durch etwas mehr Gottesfurcht würden sie das Geheimnis verstehen und sich darin freuen.

Keine Weissagung in der Schrift ist eine Sache eigener Auslegung; sondern die heiligen Männer Gottes haben getrieben vom Heiligen Geist im Namen Gottes geredet. Ertrage deshalb, dass auch diese Worte der Schrift ausgelegt werden, denn was durch den Heiligen Geist geredet und geschrieben ist, muss wiederum im gleichen Geist und durch den gleichen Geist verstanden und ausgelegt werden.