Gesammelte Schriften Band 2 • 1912 - 1917

Johan O. Smith

Skjulte Skatter 1916-05 - Knechtschaft und Freiheit

Gesammelte Schriften Band 2 • 1912 - 1917

Knechtschaft und Freiheit

Wenn es Knechtschaft ist, Gott in seinem Geist zu dienen, dann muss Freiheit bedeuten, den Lüsten des Fleisches zu folgen. Willst du dieser Lust nicht folgen, aber den Schein der Gottesfurcht wahren, der ohne Kraft und in unseren Tagen so gewöhnlich ist, dann solltest du zusehen, dass du in der einen oder anderen religiösen Versammlung einen Platz findest – ob sie nun frei ist oder zu einem Verband gehört – in der man es mit deinem geistlichen Zustand nicht so genau nimmt, wenn nur der äußere Schein in Ordnung ist.

Was uns selbst betrifft, meiden wir alle schändlichen Schleichwege und denken nicht daran, Gottes Wort um Gewinnes willen zu verfälschen. Jeder hat Freiheit, zu tun und zu lassen, was er will; aber wisse, dass danach das Gericht kommt. Der Wille Gottes ist unsere Freiheit, wenn es auch Knechtschaft und Tod für das Fleisch bedeutet. Der Gehorsam des Glaubens ist unser Eingang und Ausgang aus all den Hindernissen, die durch Gottes Kraft überwunden werden. Ist aber der Gehorsam des Glaubens Knechtschaft, dann muss Unglaube und Ungehorsam Freiheit sein. Aber Gottes Gemeinde hat keinerlei Bedarf für diese Freiheit; und wo sie praktiziert wird, da herrscht der Tod.

Wir leben in einer vom Schein der Gottesfurcht und von der Kraftlosigkeit so durchsäuerten Zeit, dass es erforderlich ist, dass man sich wach hält.

Es gibt eine Verleugnung, die der Befriedigung des Fleisches dient. Aber die Fleischlichen können Gott nicht gefallen. Manche mögen sagen: Ich lege alles Unnötige ab. Nun, lege du es ab; aber wisse gleichzeitig, dass das, was dir unnötig scheint, ein anderer für nötig hält, weshalb er es beibehält. Beurteile deshalb einen anderen nicht nach dem, was du selbst abgelegt hast. Und derjenige, der nicht ablegt, rühme sich nicht seiner größeren Freiheit gegenüber dem, der ablegt.

Was man auf menschliche Weise ablegt oder beibehält, hat dennoch vor Gott keinerlei Bedeutung, es sei denn, dass Gott seinen Willen in der Sache zu erkennen gibt.

Doch ist es gut, dass man sich ehrbar kleidet und die Dinge dieser Welt ehrbar gebraucht, damit die Widersacher nichts Schlechtes über uns sagen können, wenn sie unseren guten Wandel sehen.