(Original fehlt)
Gottes Friede.
Danke für deinen lieben Brief, aus dem ich ersehe, dass es dir gutgeht. Ich habe dein Schreiben über Knechtschaft und Freiheit gelesen. Bruder Th. Hansen schrieb mir von der Unklarheit, die bezüglich Knechtschaft und Freiheit unter den Geschwistern in Kristiania herrscht. Ich habe ihm hierauf geantwortet und sende morgen einen kleinen Artikel darüber an Skj. Sk. Im Übrigen sehe ich, dass du Klarheit hast, und das sollte jeder geistliche Mensch haben. Aber es ist wahr, was du schreibst: Will man weg, weil es zu hart wird, dann findet man die eine oder andere Gelegenheit, sich davonzumachen. Für uns gilt es jedoch, festzustehen wie ein Herz mit einer Meinung und mit einem Blick auf dasselbe Ziel gerichtet.
Man gewinnt nichts, indem man sich mehr schmückt, als sich ziemt, und man gewinnt auch nichts dadurch, dass man sich unansehnlich anzieht, um auf diese Weise aufzufallen. Unbemerkt in der Menge zu verschwinden, ist wohl das größte Kreuz für das Fleisch, das gerne entweder durch das Feine oder Unansehnliche Befriedigung finden will. Solche Fragen sind wohl am ehesten ein Thema unter den Frauen, und daher sind es auch diese, die von Knechtschaft reden. Ich glaube, dass die Lehre, die uns Gott in seiner Gnade zu verkündigen gegeben hat, von der Beschaffenheit ist, dass sie uns sowohl von Knechtschaft nach dem Fleisch als auch von Freiheit für das Fleisch erlösen wird, da die ganze Verkündigung auf Leiden und Tod hinausläuft. Ich habe darum keine Rücksicht auf all das eitle Gejammer genommen, das bezüglich der Frage der Knechtschaft geherrscht hat. Das Ganze geht vermutlich von einigen eitlen Frauen aus, die finden, dass es Knechtschaft ist, sich zu dem zu bekehren, was sich ziemt. Solche Personen sollen nicht bestärkt, sondern gezüchtigt werden; vielleicht können sie zum Nachdenken kommen. Entweder wollen sie durch das eine oder das andere Aufsehen erregen – zur Befriedigung des Fleisches. In dem erwähnten Artikel für Skj. Sk. habe ich versucht, dies etwas zu erklären.
Liebe Grüße, dein Bruder
Johan