Gottes Friede.
Danke für deinen lieben Brief, den ich gestern Abend um 23 Uhr erhielt. Ich habe eine Antwort auf deinen vorigen Brief geschrieben und nach Stavanger geschickt. Kleppe aus Bergen ist auf Reisen gewesen und hat dabei auch Aalesund besucht. Dort hat er die Versammlung besucht, von der die Geschwister weggegangen sind, oder richtiger gesagt, hinausgeworfen wurden. Einer oder mehrere von den Gegnern haben ihm erzählt, dass ich in einer der Bibelstunden gesagt haben soll, dass, als Jesu Blut herausfloss, auch die Sünde herausgeflossen sei.
Ich habe bereits einen kleinen Artikel an Skj. Sk. geschrieben und hierauf geantwortet. Du kannst den Artikel von Kleppe in „Die gute Botschaft“ vom 1. März dieses Jahres finden. Ich habe die Geschwister in Aalesund gefragt, ob sie sich daran erinnern können, dass ich so etwas gesagt habe; aber sie können sich nicht daran erinnern. Bei der Menge von Bibelstunden, die in Aalesund gehalten wurden, können sicher viele Ausdrücke gefallen sein, die bereitwillige Gegner verdrehen konnten und damit zu Personen laufen, die willens waren, diese zur Verbreitung weiterzuleiten. Wir haben natürlich viel von Jesu Blut gesprochen, von der Sünde, dem Leib, den Leiden, dem Tod, der Befreiung von der Sünde usw. Aber dass ich jemals in dem Geist und in der Richtung von Jesu Blut geredet habe, wie die Gegner behaupten, ist nicht zutreffend. Das müssen sie selbst verantworten, ebenso wie alles andere, was sie verdrehen. Sie sagten von Jesus, er habe gesagt, er würde den Tempel niederreißen und in drei Tagen wiederaufbauen, er habe sich selbst als König der Juden bezeichnet usw. Mit dem, was er im Geist redete, liefen sie davon und deuteten es im Fleisch. Als er davon sprach, sein Fleisch zu essen und sein Blut zu trinken, wandten sich sogar eine ganze Reihe seiner Anhänger von ihm ab. Mit Recht sagte Jesus: Die Worte, die ich rede, sind Geist und Leben. Die ganze Zeit – in Aalesund ebenso wie an anderen Orten - war ich äußerst vorsichtig in meiner Unterweisung, sodass sie jederzeit im Heiligen Geist gewesen ist. Ich habe in dieser Hinsicht eine heilige Verantwortung empfunden. Niemand hat deshalb auch nur ein Tüpfelchen dessen widerlegen können, was gesagt oder gelehrt worden ist, obwohl Satan sogar innerhalb der Geschwisterschar begehrt hat, sowohl mich als auch die Lehre wie den Weizen zu sichten. Du kennst ja alles von Anfang an, sodass es nicht notwendig ist, dies näher zu erklären. Aber bei den weniger Eingeweihten kann es Zweifel wecken, wenn von dem, was gesagt wurde, Verdrehungen verbreitet werden.
Das Wort wurde Fleisch und nahm Wohnung unter uns. Es wurde nicht Blut. Mittels des Blutes hatte er einen ewigen Bund geschlossen. Hebr. 13, 20. Es kam nach dem Willen Gottes hervor und redet für uns im Heiligtum besser als Abels Blut. Wenn daher Sünde im Blut wäre, würde es nicht von Sünde reinigen können; und könnte auch nicht seinen Platz im Heiligtum haben. Doch Jesus hat seine Seele (das Blut) dem Tod preisgegeben und durch diesen Tod errang er Sieg über die Sünde. Die Sünde wurde im Fleisch verdammt – nicht im Blut. Im Blut war das Leben, das über die Sünde siegte, also genau das Gegenteil von den Auslegungen der Gegner. Aber das Leben musste drangegeben werden, damit die Sünde zunichtegemacht werden konnte. Er opferte sich selbst in der Kraft eines ewigen Geistes und wurde durch das Blut eines ewigen Bundes auferweckt. Wenn nun Gott von ewigen Zeiten her einen Bund mittels dieses Blutes eingegangen war, dann zeigt dies, dass das Blut heilig war; denn der Bund wurde vor dem Sündenfall geschlossen. Aber nun kam Jesus ins Fleisch – in der Gestalt des sündigen Fleisches. Um nun das Blut hervorzubringen, mittels dessen er einen ewigen Bund eingegangen war, musste Jesus sich dem Willen des Vaters unterordnen, damit der Geist mit dem Blut in Berührung kommen konnte. Die Sünde im Fleisch kam dadurch in Bedrängnis und fand den verdienten Tod.
Wir schließen hieraus, dass die Sünde im Fleisch ihr Urteil und ihren Tod genau in dem Maß bekommt, wie dies der Geist und das Blut bezeugen können. Je mehr das Blut Zeugnis gibt, desto mehr ist die Sünde gestorben und desto mehr geben der Geist und das Wasser Zeugnis von Reinheit, von Gerechtigkeit.
Weisheit redet man unter den Vollkommenen. Daher habe ich mich auch befleißigt, nichts anderes zu reden als das, woran Gottes Geist mich in jedem einzelnen Fall erinnert hat. Aber in Aalesund gab es Leute, die eine Zeitlang scheinbar zu uns gehörten; die jedoch später Gegner wurden. Übrigens waren diese Gegner nahezu stumm in den Versammlungen; hingegen sind sie hinter dem Rücken und untereinander sowie gegenüber Barratt, Kleppe usw. sehr aktiv gewesen. Doch allein, dass sie sich der Wahrheit widersetzen, ist ihnen ein Zeichen zum Untergang. Sie sitzen nun mit den 7 bis 10 übriggebliebenen Menschen in der Regel in dem großen Saal, den du gesehen hast. Selbst Barratt ist bei ihnen gewesen und hat schlecht über die Lehre, die verkündigt worden ist, geredet. Aber weder er noch jemand von den anderen hat bis zum heutigen Tag etwas wider die Wahrheit vermocht; sie haben sich nur daran gestoßen.
Grüße Schw. Dannell und Br. Madsen auf dem Dampfschiff „Finmarken“ mit dem, was hier erwähnt ist. Am liebsten wäre es mir, wenn du ihnen diesen Brief schicken könntest. Ich habe ihn während der Tagwache geschrieben. Möge Gott die Geschwister segnen, sodass sie stabil werden und festhalten. Denn in dem Maß, wie wir an Christi Leiden Anteil haben, werden wir auch an der Herrlichkeit Anteil bekommen. Aber uns ist es vergönnt, nicht allein an Christus zu glauben, sondern auch um seines Namens willen zu leiden.
Ich schicke dir die beiliegenden Briefe zurück.
Liebe Grüße, dein Bruder
JohanKleppe hat einen Artikel im Missionæren über den „zweiten Adam“ geschrieben. Diesen Artikel sollte man widerlegen, d. h. beantworten. Am besten sollte das jemand anderes tun. Ich habe den Eindruck, dass ich mich von dem fernhalten sollte, was nicht direkt vor meinen Füßen liegt.
Grüße Br. Lohne. Br. Risnes und die Geschwister in Aalesund machen große Fortschritte und werden von der religiösen Welt täglich mehr isoliert. Br. Madsen sollte die Geschwister in Aalesund besuchen. Die Adresse von Br. Brune: Bulls gt. 13 II (in der Nähe des Kais). Die Adresse von N. Risnes: Moloveien 1. Der Letztgenannte arbeitet in Olsens Maschinenwerkstatt, Brunholmen.
Kannst du Br. Berg und Br. Birkeland mit Br. Johan Olsen in Bergen bekannt machen? Berg weiß von Schw. Nagelsaker, Haukelands Krankenhaus. Wir werden künftig mit einigem zu kämpfen haben. Es gilt, im Kleinen wie im Großen genau auf den Willen Gottes zu achten, dann wird niemand die Oberhand über uns gewinnen; niemand wird uns zu stark werden. Sei du freimütig und stark, sagt Gott zu Josua. Dasselbe gilt für uns. Den Gegnern fehlt die Erkenntnis, und dies gereicht ihnen bereits zur Niederlage. Sie wissen nicht einmal von der Leidensgemeinschaft Christi. Wo sie nun kein Licht haben, werden sie in Finsternis kämpfen, und von einem Kampf in Finsternis werden sie keine Ehre davontragen.
