Gruß aus Aalesund
Torpedojäger „Valkyrjen“, Haugsholmen, 16. 3. 1916
Wenn man in religiösen Blättern manche Äußerungen über das Werk liest, das der Herr in der letzten Zeit in Aalesund getan hat, sollte man fast glauben, dass es Satan war, der dort oben ein Meisterwerk vollbracht hat. Leute, die über die wahren Verhältnisse äußerst unwissend sind, ziehen mit Klatschgeschichten los über das, was gelehrt und gesprochen worden sein soll. Auf diesen Grund bauen sie dann ihre Aussagen und geben ihre Urteile ab.
Der Unterzeichnete ist derjenige, der in Aalesund gewesen ist, und was ich während meiner Landgänge gelehrt und verkündigt habe, ist vor dem Angesicht Gottes und der Menschen offenbar. Wenn etwas Verkehrtes geschehen ist, so mögen sich diejenigen, die das Gefühl haben, dass sie etwas mit der Sache zu tun haben, an mich wenden. Dann werde ich durch die Gnade Gottes, die mich bis zum heutigen Tag nicht verlassen hat, versuchen zu antworten. Es ist eine leichte Sache, mit Zerrbildern der Lehre, die der Gottesfurcht entspricht, um sich zu werfen und leichtgläubige Menschen glauben zu machen, dass sich etwas Gefährliches zusammenbraut. Aber bis zum heutigen Tag haben die guten Blätter mit ihren Berichterstattern nicht vermocht, das, was gelehrt und gesprochen worden ist, auf eine sachliche Weise mit Weisheit und Einsicht zu widerlegen. Auch Lüge und Neid werden nicht über die Tatsache hinweghelfen, dass sie im Werk des Dienstes unwissend und untauglich sind.
Ich kann die vielen lieben Geschwister damit erfreuen, dass Gott in Aalesund große Dinge getan hat. Die Versammlung inYstenæs hat sich gespalten. Schwester Gunda Willersund, die 6 Jahre lang in der Versammlung gearbeitet hat, ist mit einer ganzen Reihe jüngerer Kräfte ausgeschlossen worden, weil sie sich nicht von Menschen beherrschen lassen konnten, die wohl kaum jemals etwas von dem verstanden haben, was dem Geist angehört. Der verbleibende Teil der Versammlung hat sich nun annähernd an die Richtung von „Korsets seir“ (Der Sieg des Kreuzes) und „Die gute Botschaft“ angeschlossen. Doch da diese Zeitschriften trotz gleicher Lehre verschiedene Liederbücher verwenden und von Personen redigiert werden, die nicht zusammenarbeiten können, ist die arme Versammlung wohl jetzt genauso schlecht dran wie vorher.
Nach der Trennung haben wir viele gesegnete Versammlungen gehabt. Die Geschwister haben gelernt, einander im Geist zu lieben und sich in ihrem allerheiligsten Glauben zu erbauen. Wir haben zwar keinen Saal gehabt; doch Gott hat einen Bruder erweckt, den Taucher Brune, der uns mit einem Haus für die Sonntagsversammlungen aushalf. Ebenso haben die Geschwister untereinander trotz ihrer Armut doch auf alle Weise große Hilfsbereitschaft erwiesen. Daher sehen wir der Zukunft mit Hoffnung auf den Gott entgegen, der gesagt hat: Sie werden euch aus der Synagoge ausschließen und ihr werdet von jedermann gehasst sein um meines Namens willen.
„Die gute Botschaft“ führt an, dass jemand von uns in Aalesund gesagt haben soll, dass, als Jesu Blut herausfloss, die Sünde herausfloss. Ich habe die Geschwister da oben gefragt, ob jemand eine solche Aussage gehört hat. Doch ihnen ist nicht bekannt, dass so etwas gesagt wurde. Bei den vielen Bibelstunden, die in Aalesund gehalten wurden, können sicher Ausdrücke gefallen sein, mit denen der eine oder andere bereitwillige Widersacher losziehen und Aufsehen erregen konnte. Dass aber Personen, die darin ihre Aufgabe sehen, umherzufahren und über ihre großen Taten im Dienst der guten Botschaft Reiseberichte zu schreiben, sich öffentlich damit abgeben, solche haltlosen Gerüchte für bare Münze zu nehmen und auszuposaunen, gereicht ihnen wenig zur Ehre.
Bezüglich der Lehren, die ungeheuer gefährlich sein sollen, will ich nur auf die Zeitschrift „Skjulte Skatte“ verweisen, die für sich selbst Rechenschaft geben wird. Man erschreckt gerne kleine Kinder mit dem Schwarzen Mann; doch Leute, die selber denken und sich nicht von allerlei Oberflächlichkeit an der Nase herumführen lassen, erschrecken nicht vor Drohungen, dass sie sich gerade da in Acht nehmen sollen, wo man tief graben sollte. Die Unwissenheit in deren eigenen Versammlungen zeugt hinreichend davon, wie es um ihre Hirten bestellt ist. Die Wahrheit ist, dass die meisten nichts von Gott wissen.
