Gesammelte Schriften Band 2 • 1912 - 1917

Johan O. Smith

Brief an Theodor Ellefsen, 7.03.1916

Gesammelte Schriften Band 2 • 1912 - 1917
„Valkyrjen“, Aalesund, 7. 3. 1916
Lieber Bruder Th. Ellefsen,
Gottes guter Friede.

Danke für deinen sehr lieben Brief, den ich heute um Mitternacht erhielt, als ich nach dem Landgang an Bord kam. Ich sehe daraus, dass Gott dir bereits einen nicht so kleinen Wirkungskreis gegeben hat. Ja, hier gibt es viel zu tun und viel, dessen man sich annehmen muss, lieber Bruder; möge Gott viele tüchtige Arbeiter aufrichten. Es ist richtig, was du über jugendlichen Eifer sagst. Gott wird alles zum Besten lenken, wenn man nur etwas will und es mit Eifer anpackt. Wer von uns ist nicht im Eifer für die Wahrheit zu weit gegangen; doch Gott hat die Gesinnung gesehen und alles wieder in die rechte Ordnung gebracht. Es wird bestimmt gut gehen mit Br. Haagensen. Wenn wir nur viele solche hätten. Im Dienst braucht er, wie viele andere, Erfahrung und geistliche Unterweisung. Ja, wir alle brauchen das.

Ich kann dich und Br. Lohne damit erfreuen, dass Br. Nils Risnes und Gunda Willersrud sehr gut zusammenarbeiten. Sie hat mehrmals diejenigen streng zurechtgewiesen, die bemängeln wollten, dass er noch so jung ist. Br. Brune ist jetzt ganz umgedreht. Zu Anfang war er Risnes gegenüber ein wenig abweisend; aber jetzt stand er in einer Versammlung auf und verteidigte Schw. Willersrud und Br. Risnes kräftig. Diejenigen, die mit ihm zusammenarbeiten, sagen, dass die ihn nicht wiedererkennen. Er ist der Gastgeber der Gemeinde, kann man sagen; denn er tut viel Gutes mit dem, was er verdient. Die Schwestern legen solche Zeugnisse ab, dass sie die meisten in Ostnorwegen beschämen. Schw. Willersrud ist so erschöpft von ihrer geistlichen Arbeit, dass sie oft nicht imstande ist, an all dem Geisteskampf teilzunehmen, der oft stattfindet. Doch sammelt sie trotzdem Kräfte, wenn es zu weit geht. Und dann fährt sie mit Kraft dazwischen. Es war dringend erforderlich, dass Br. Risnes hierherkam. Er hat mehr als genug zu tun; und er freut sich so darüber, dass er mitarbeiten darf, dass er über das ganze Gesicht strahlt. Nun hat er sich in der Gemeinde Respekt erkämpft, und sie sitzen still und hören zu, wenn er redet. Hier gibt es viele prächtige Menschen, aber es ist hier wie überall, dass der eine und andere hinterherhinkt. O. Berg hat nicht ausgehalten; er hat zu den Versammlungen der Gegner gewechselt; aber seine beiden Töchter halten treu aus.

Kleppe in Bergen schreibt im Missionæren und in Die gute Botschaft zwei auf uns abzielende Artikel. Diese sind ziemlich bitter. Schw. Torjussen in Moldøen macht laut Br. Kvalheim kräftige Fortschritte. Sie hat sich wegen ihrer Standhaftigkeit mit der Christlichen Vereinigung junger Frauen, dem Pfarrer und dem Ganzen überworfen und sie ist wohl willens, sogar ihre Stellung zu opfern.

Wie du ja selbst siehst, steht Gott überall hinter der Arbeit, mehr als wir fassen und verstehen können. Es ist wie mit einem Schneeball, der im Pappschnee rollt: er wird größer und größer, und währenddessen wächst der Widerstand. Möge Gott Zeugen aufrichten, die Weisheit und Kraft haben, sein großes Volk zu leiten. Deine Briefe sind mir immer zu großer Freude, lieber Bruder. Gott hat dir große Gnade und Weisheit gegeben, um seinem Volk zu Hilfe zu kommen. Ihm sei Ehre dafür und für alles.

Grüße Br. Lohne.

Sei selbst aufs Herzlichste gegrüßt von deinem im Reich und im Streit vereinten Bruder

Johan

Grüße Karine und deine Kleinen.