Gottes Friede.
Jetzt bin ich wieder an Bord der „Valkyrjen“. Br. Th. Hansen und Br. Gulliksen kamen zum Bahnhof in Kristiania. Wir gingen zu Hansen nach Hause und sprachen etwa eine Stunde lang miteinander. Hansens Frau und seine Schwester waren dabei. Es ist gesegnet, auf seinem Weg die eine und die andere treue Seele zu treffen, und ich glaube, Br. Hansen wird dort, wo Gott ihn hinsendet, zum Segen sein. Es war das erste Mal, dass ich Br. Gulliksen sah. Er scheint zu der Sorte Menschen zu gehören, die einen forschenden Geist haben – nach seinem Blick zu urteilen. Gott begehrt mit Eifer unseren Geist, ob wir auf die eine oder andere Weise begabt sind. Gottes Wort ist scharf, es scheidet Seele und Geist, Mark und Bein. Es steht jedoch nicht, dass das Wort den Geist als solchen scheidet. Unser Menschengeist ist dort, wo er noch nicht lebendig gemacht worden ist, mit der Sünde im Fleisch verbunden. Wenn ein Mensch in Christus entschläft (stirbt), wird die Sünde im Leib dem Leib ins Grab folgen und die Ursache dafür sein, dass man die Verwesung sieht. Der Geist wird freigemacht vom Sündenleib. Wenn ein Mensch durch Christi Leiden und Tod seinen Geist schon hier im Leben von der Sünde im Fleisch freigemacht bekommt, wird der Betreffende mit Christus verherrlicht, indem er denselben Prozess durchlebt wie Christus in den Tagen seines Fleisches. Nun brachte Christus Bitten und Flehen mit lautem Rufen dem dar, der ihn aus dem Tod erretten konnte, und ist um seiner Gottesfurcht willen erhört worden. Christi Geist wurde von der Sünde im Fleisch freigemacht und sein Fleisch konnte als Folge davon nicht die Verwesung sehen. Doch nun kann man fragen, was wurde aus der Sünde im Fleisch? Kann man sagen, dass sie sich durch Gericht verflüchtigt? Nun wird der Fürst dieser Welt ausgestoßen werden. Ist die Sünde im Fleisch identisch mit dem Fürst dieser Welt? Ist es etwas von ihm selbst? Wenn nun die Sünde (der Fürst dieser Welt) in Christi Fleisch gewesen ist, hinterlässt er dann nicht Spuren? Doch, ich glaube, dass er das tut. Das Wundmal in seiner Seite und seine durchstochenen Hände und Füße zeugen davon, dass die Sünde zu ihrer Zeit im Fleisch war, aber dort ihr Urteil bekam.
Aber wir, die wir vielleicht nur die Hälfte von Christi vollkommener Erlösung erreichen, wie ergeht es uns? Ich glaube, unsere Herrlichkeit mit Christus hängt davon ab, wieweit wir im Geist lebendig gemacht worden sind. Ein Mensch, der Sündenvergebung hat und nichts darüber hinaus, dessen Geist wird als rein menschlicher Geist vom Sündenleib geschieden. Dasselbe gilt für den Teil unseres Geistes, der nicht lebendig gemacht ist. Er wird gemeinsam mit dem lebendig gemachten Geist als rein menschlich vom Sündenleib geschieden. Aber nun wird die Frage: Können der reine menschliche Geist und unser lebendig gemachter Geist als ein Geist in einem Leib existieren? Ja, das tut er jetzt, während die Sünde im Fleisch ist; wieviel mehr und besser, wenn die Sünde weg ist.
Wenn nun Christus die Verwesung nicht gesehen hat, weil sein Geist ganz von der Sünde im Fleisch geschieden war, dürfen dann nicht wir erwarten, zu einem Teil – so weit wir lebendig gemacht sind – nicht die Verwesung zu sehen? Nein! Es gibt bei uns immer noch Werke des Leibes, an denen der ganze Leib beteiligt ist. Und leidet ein Glied, so leiden sie alle, durchsäuert von demselben, was das Leiden verursacht, d. h. von Sünde. Daher, ob wir auch stückweise analysieren und verstehen und stückweise reden, so arbeitet Gott doch mit dem Vollkommenen – mit den Stücken als Faktoren.
Unser Trost und unsere Hoffnung werden dann zuletzt, dass, wenn einer für alle gestorben ist, so sind sie alle gestorben. Nun ist Christus der Heiland aller Menschen geworden, besonders der Gläubigen. Wenn nun der Gottlose stirbt und sein Leib mit der Sünde darin von seinem Geist geschieden wird, steht er dann nicht auf derselben Stufe wie ein Mensch, der seine Sünden vergeben bekommen hat – mit einem rein menschlichen Geist? Ja, lass es uns so sagen; dazu kommt aber eine Verdammnis hinzu für die Sünden, die er getan hat und von denen er nicht gereinigt ist. Dies wird Gericht und Verdammnis in seinem ganzen Geist bewirken, sodass er die Freude darüber, vom Sündenleib befreit zu sein, nicht genießen kann, weil dieses Grauen über ihm ruht.
Hiermit wird das wahr, dass jeder nach seinen Werken empfangen wird gemäß dem, was er getan hat, es sei gut oder böse.
Wenn nun der Gottlose wegen seiner bösen Werke ein Gericht über seinem ganzen Geist empfindet, werden im Gegensatz dazu die Werke des Gottesfürchtigen, die ihm ebenso nachfolgen, Freude im Geist verursachen.
Ich habe in letzter Zeit über diese Dinge nachgedacht. Wenn du zu diesen Dingen etwas anzumerken hast, dann schreibe darüber.
Br. Risnes hat gute Lust, nach Weihnachten einen Monat freizunehmen und im Dienst des Herrn zu arbeiten. Wir werden nun sehen. In 14 Tagen erwarten wir Br. Th. Ellefsen hier. Am 1. 12. gehen wir in Bergen auf die Slipanlage und am 5. 12. fahren wir nach Haugsholmen. Von Haugsholmen aus werden wir ab und zu nach Aalesund fahren, um Kohle und Proviant zu erhalten. Ab dem 5. 1. 16 sind wir in Aalesund stationiert. Es sieht so aus, dass Moldøen ausgelassen wird.
Danke für alle Briefe. Grüße dein Haus und die Geschwister.
Liebe Grüße, dein Bruder
Johan