Gottes Friede.
Danke für deinen lieben Brief, den ich heute erhalten habe. Ich höre, dass du in Vardø Kampf hast, aber dass doch ein paar hören wollen.
Ca. 2 ½ Monate lang hatte ich nichts von Aalesund gehört, darum war ich gespannt darauf zu erfahren, wie es um sie bestellt war. Es war deshalb eine große Freude zu erfahren, dass sie tapfer gekämpft und die Gegner draußen gehalten hatten. Letzten Samstag ist es jedoch zum Bruch gekommen. Der Vorsitzende der Hausverwaltung kam und kündigte Gunda Willersrud mit einer Frist von vierzehn Tagen, und die letzten Versammlungen seien die Sonntagsversammlungen am nächsten Tag. Sie verlangte ein Gespräch mit einer Generalversammlung von Angesicht zu Angesicht, um ihre Sache darzulegen; es wurde ihr aber nahegelegt, dem Beschluss des Vorstandes Folge zu leisten, wenn sie einer Kündigung durch die Polizei entgehen wollte. Jetzt hatten sie also Bedarf für die Polizei.
Am Sonntagvormittag versammelte sich fast der ganze Vorstand bis auf einen. G. W. sprach ausgezeichnet und legte Rechenschaft ab über ihre Lage von Anfang an, wie Gott Seelen errettet, Kranke geheilt hatte usw. Danach machte sie ihren Standpunkt über dieses und jenes klar. Ich sprach zu ihnen über das, was sie eine falsche, katholische Lehre nannten, die von der Einfalt in Christus wegführen würde, und ging mit ihnen durch, was sie angekreidet hatten. Ich sprach über ihre Fahrt zu Barratt, um mit ihm über Dinge zu sprechen, für deren Prüfung sie selbst reif genug sein sollten. Zum Schluss hieß ich die Geschwister willkommen auf der Straße, auf der der Blindgeborene Jesus traf. Der Vorstand saß sprachlos da. Mehrere Brüder standen auf und bezeugten, dass sie beim Rausschmiss mitgehen würden. Ein Bruder, der Taucher Brune, ereiferte sich im Geist und bat den Vorstand, sich zu äußern. Er verlangte es, obwohl er selbst unter denen war, die gingen. Der Vorsitzende stand dann auf und sagte, dass es Smiths Lehre sei, die Spaltung verursacht habe; im Übrigen hätte er gegen niemanden etwas usw.
Gestern hatten wir dann die erste Hausversammlung. Eine prächtige Versammlung. Es war übervoll. G. W. legte ihnen inständig ans Herz, nun Gottes Erkenntnis zu suchen und die früheren Zustände zu vergessen. Ich sprach zu ihnen vom Zeugnis Jesu und davon, dass wir von einem Altar zu essen haben, von dem kein Recht haben zu essen, die der Hütte dienen. Es war ein so gesegneter Geist zugegen, dass sie nicht voneinander gehen wollten. Ich musste um 23.30 Uhr gehen. Einige Brüder beteten auch eindringlich zu Gott. Eine Hebamme, eine ehemalige Offizierin der Heilsarmee, besucht die Versammlungen und hat ein gutes Verständnis. In Moldøen geht es auch vorwärts. Br. Kvalheim schlägt vor, dass man z. B. 500 Sparbüchsen macht, in die jeder 1,00 Kr. pro Quartal einlegt. Das macht 2000 Kr. im Jahr für die Verbreitung der Wirksamkeit. Er schrieb an Aksel darüber und Aksel fand die Idee gut. Und sie ist auch gut. Sieh, wie andere für ihre falsche Sache arbeiten, wie z. B. Mileniets Daggry [heute: Zeugen Jehovas]. Hast du eine Meinung hierzu, dann schreibe darüber. Es würde mich freuen, wenn du einmal einen Besuch in Aalesund machen würdest. Du solltest dann zu Br. Berg (ein Müllwerker) in der Ystenæsstraße Nr. 5 gehen, glaube ich, dort würdest du nähere Auskunft bekommen. Gott ist im Norden wie im Süden mit uns in der Arbeit.
Liebe Grüße an dich und die Geschwister von deinem Bruder
Johan