Der Dienst der Herrlichkeit
Es gibt eine Erlösung durch das Leben Christi, nachdem wir durch seinen Tod versöhnt worden sind. Röm. 5, 10. Diese Erlösung durch das Leben ist eine Offenbarung der ewigen und mächtigen Lebenskräfte, die sich aus dem Tod heraus einen Weg zum Vollkommenen bahnen – zum Vater.
Das Amt, das die Verdammnis predigte, wurde in Herrlichkeit versehen; denn nur das Herrliche vermochte, das Vergängliche zu verurteilen und einen Glanz über das Angesicht Moses zu werfen. Aber dieser Glanz der Herrlichkeit verschwand durch die Verurteilung der Sünde im Fleisch, indem die Herrlichkeit tiefer in das irdene Gefäß eindrang, um das zu verdrängen, was in Disharmonie mit dessen Natur und Wesen stand.
Gott hat uns tüchtig gemacht zu Dienern des Neuen Bundes, nicht des Buchstabens, sondern des Geistes. Denn der Buchstabe tötet, aber der Geist macht lebendig. 2. Kor. 3, 6.
Diener des Geistes, Diener eines neuen Bundes, Mitarbeiter Gottes – ein Dienst innerhalb des Leibes, d. h. innerhalb der Gemeinde. Welch ein schöner Dienst, aber welch einen Widerstand erfährt er doch. Die Sünde im Fleisch erhebt sich mächtig gegen die neuen Lebenskräfte, die verkündigt werden; und man glaubt, dass man voll und ganz im Recht sei, wenn man versucht, sein Leben in dieser Welt zu bewahren. Niemand will sterben, niemand will von etwas ablassen, alles ist gut, wie es ist. Der Dienst der Herrlichkeit wird verachtet, weil man ihn mit allem fleischlichen Sinn nicht erfassen kann. Aber diejenigen, die das Herrlichkeitsleben annehmen, verstehen und wissen, welche Kräfte und welch eine Seligkeit dieses Leben mit sich bringt. In diesem Leben wird die Liebe zu Gott und zum Nächsten offenbart. Das Alte wird abgelegt und der neue Mensch wird angezogen. Aber dies alles sind Geheimnisse der Gottesfurcht, die im Geist geoffenbart werden. Denn Gott teilt den Heiligen Geist nach seinem Willen aus. Hebr. 2, 4. Gott sieht, wessen Herz recht vor ihm ist, wer etwas will. Diejenigen, die dann mit Ernst streben, bekommen seinen guten Geist; durch diesen können sie Wegleitung erhalten und Herrlichkeiten im Licht erforschen. Daher, wer hat, dem wird gegeben. Das ewige Erbe bekommt man erst, nachdem ein Tod zur Erlösung von den Sünden, die unter dem ersten Bund begangen worden sind, stattgefunden hat. Hebr. 9, 15. Aber nun hat er uns tüchtig gemacht zum Erbteil der Heiligen im Licht; ja, nicht allein das, sondern er hat uns auch das Amt der Versöhnung gegeben. Röm. 5, 11. Der Dienst der Herrlichkeit ist kein Dienst zur Erlösung von den Sünden, die unter dem ersten Bund begangen worden sind. Nein, dieser Dienst wird als Dienst des Todes bezeichnet. Der Dienst der Herrlichkeit ist ein Dienst Hand in Hand mit dem zweiten Adam, der zu einem lebendig machenden Geist geworden ist. Es ist ein Dienst im vollkommenen Gesetz der Freiheit, ein Dienst mit aufgedecktem Angesicht; weil alles bleibt. Es ist ein Mittlerdienst durch den Sohn zum Vater, der das vollkommene Wesen ist, zu dem hin all das Geteilte und all das Stückwerk strebt und sich sehnt.
