Gesammelte Schriften Band 2 • 1912 - 1917

Johan O. Smith

Skjulte Skatter 1915-06 - Das Verhältnis der Heiligen zum Militärdienst

Gesammelte Schriften Band 2 • 1912 - 1917

Ich teile vollkommen das Verständnis von Herrn Elias Aslaksen über den Kriegsdienst der Heiligen und will auf seinen Wunsch Weiteres hinzufügen: David ließ das Volk zählen, aber dies missfiel Gott. Daher sandte Gott seinen Engel, der das Volk schlug. 2. Sam. 24, 17. Wenn nun der Herr seine Engel beauftragt, um seine Strafgerichte unter den Menschenkindern auszuführen, dann bin ich der Meinung, dass er gleicherweise auch Menschen für dieselbe Aufgabe gebrauchen kann. Die Hauptsache ist nicht, wer das Strafgericht ausführt, sondern dass es ausgeführt wird.

Wenn es der Wille Gottes ist, das Volk zu zerschlagen, dann ist es nicht entscheidend, ob Engel oder Menschen das Strafgericht ausführen, sondern dass sein Wille geschieht. Gott schreitet nicht grundlos zu solchen strafenden Handlungen; und hätten wir – wie er – Augen wie Feuerflammen, sodass wir in alle Verhältnisse der Menschen hineinblicken könnten, dann würden wir abscheuliche Dinge zu sehen bekommen, die auch zu sagen schändlich sind. Unter solchen Umständen würde man vielleicht leichter verstehen, dass der Krieg eher ein Segen als ein Fluch war. In Deutschland waren vor Kriegsbeginn die Kirchen und Versammlungshäuser fast menschenleer; aber seit Beginn des Krieges sind sie überfüllt. Dies ist ein Beweis dafür, dass Gottes Strafgerichte wirken.

Gott hat die Polizei, um den Einzelnen zu strafen; und er hat Kriegsheere, um die Nationen zu strafen. Durch Krieg geht ein Reich zugrunde und ein anderes entsteht. Aber die Erde und alles, was darauf ist, gehört dem Herrn; und er macht mit dem Seinen, was er will. Durch Krieg vertrieb er die gottlosen Kanaaniter und gab Israel deren Land. Der Herr ließ Feuer und Schwefel auf Sodom herabregnen und tötete dadurch die Gottlosen.

Ein Mensch, der im Fleisch ist, Röm. 7, 5, hat eine Gesinnung, die Gott nicht gefällt. Daher hat man auch über Gott selbst ein verkehrtes Verständnis. Und in diesem Verständnis kann man nicht begreifen, dass Gott, der Liebe ist, seine Gerichte durch Krieg, Hunger und Pest ausüben kann. Aber wie des Fleisches Sinn Feindschaft wider Gott ist, so ist auch des Geistes Sinn Feindschaft wider das Fleisch. Diese beiden sind gegeneinander. Wenn nun aber die Gesinnung des Fleisches die Menschen zu solch niederträchtigen Gottlosigkeiten treibt, dass es bei Gott und den Menschen Ekel und Abscheu erregt, dann kann man sich darüber wundern, dass ein liebender und gütiger Gott und Vater so etwas ungestraft durchgehen lässt.

Man spricht von Befürwortern und Gegnern der Landesverteidigung; aber ich möchte fragen: Wer ist ein größerer Feind der Landesverteidigung als der Gottlose? Und wer ist ein besserer Schutz für sein Vaterland als der Gottesfürchtige? Hätte es in Sodom zehn Gerechte gegeben, dann wäre die Stadt verschont geblieben. Um der Gottlosen willen wurden Babel und Jerusalem zerstört. Und Ninive wurde wegen der Gottlosigkeit des Volks Zerstörung angekündigt; aber sie bekehrten sich in Sack und Asche und die Stadt wurde verschont.

Manche werden vielleicht sagen, dass Krieg im Alten Testament erlaubt war, aber im Neuen Testament verboten ist. Hierzu kann man nur sagen, dass Gott gestern und heute und auch in Ewigkeit derselbe ist. Im Übrigen leben die allermeisten Menschen im Alten Bund; denn das Gesetz ist für die Übertreter gegeben; und man bekennt, ein solcher zu sein, indem man täglich sündigt; und Sünde ist Übertretung des Gesetzes. Es muss ein Tod zur Erlösung von den Sünden, die man unter dem ersten Bund begangen hat, geschehen, bevor von einem gesagt werden kann, dass man in den Neuen Bund eingetreten ist. Von daher sollte man fest genug auf alttestamentlichem Grund stehen und so auf demselben Grund wie die Kriegshelden Josua, Simson, Jeftah, Gideon und David stehen.

Sollte aber hier und dort jemand wirklich mit Christus in seinen Tod gegangen sein und auf diese Weise am Neuen Testament Teil bekommen haben und dennoch im Zweifel darüber sein, inwieweit es richtig ist, an einem Krieg teilzunehmen oder nicht, dann lese der Betreffende von einem Mann im Neuen Testament, von Kornelius, einem Hauptmann der Abteilung, die die Italische genannt wurde. Apg. 10. Er war ein frommer und gottesfürchtiger Kriegsmann; er fürchtete Gott mit seinem ganzen Haus und gab dem Volk viele Almosen und betete immer zu Gott. Petrus gab ihm dieses Zeugnis: „Nun erfahre ich in Wahrheit, dass Gott die Person nicht ansieht, sondern dass in jedem Volk derjenige ihm angenehm ist, der ihn fürchtet und Gerechtigkeit übt!“ Apg. 10, 34-35.

Kornelius, der ein Kriegsmann war, tat also Gerechtigkeit und wurde als solcher von Gott angenommen und mit dem Heiligen Geist getauft.

Gott hat alles unter die Sünde beschlossen, damit er sich über alle erbarmen kann. Direkt oder indirekt werden alle vom Krieg berührt, indem man entweder persönlich kämpft oder durch Steuern, Zoll und dergleichen Abgaben für Kriegskosten bezahlt. Man kann also keinesfalls ganz unbeteiligt am Krieg und seinen Folgen bleiben, dagegen kann man gut damit aufhören zu sündigen.

Wenn es Sünde wäre, Kriegsdienst zu tun, dann würde der Geist über diese Sünde die Augen auftun. Nun aber versiegelt Gott einen Kriegsmann, Kornelius, mit dem Heiligen Geist. Und nicht nur Kornelius, sondern auch viele andere gottesfürchtige Männer im Kriegsdienst hat Gott mit dem Heiligen Geist versiegelt. Dies beweist, dass es keine Sünde ist, Soldat zu sein; denn Gott versiegelt wohl kaum einen Sünder mit seinem guten Geist, sondern die Sünde liegt in der Begierde. Daher, wer kämpft, sollte gerecht kämpfen, sodass er sich mit seinem Teil genügen lässt und sich nicht etwas unrechtmäßig aneignet. Wenn er sich daran hält, dann wird Gott den betreffenden Kriegsmann segnen und im Krieg wie im Frieden mit ihm sein; denn er ist ein Mann des Friedens, selbst wenn er Kriegsdienst tut, um Frieden zu bekommen.

Torpedojäger „Valkyrjen“ im März 1915.