Gottes Friede.
Danke für deinen lieben Brief heute. Es ist so gut, von deiner Arbeit im Herrn zu hören, dass er mit dir ist und Türen für das Wort öffnet. Du weißt, dass das Himmelreich einem Senfkorn gleicht, das unter allen Samen das kleinste ist, wenn es aber wächst, so groß wird, dass die Vögel unter dem Himmel darin Nester bauen können. So geht es auch mit uns. Wir waren alleine, von allen verkannt. Aber nun, Gott sei gedankt, wächst die Saat.
Hier in Aalesund war ich mehrere Male zusammen mit Br. Devold in „Kristi menighet“ (Gemeinde Christi). Doch es ging mir wie Paulus in den Synagogen: Er musste schließlich von ihnen ausgehen und die Jünger mitnehmen. In der Freien Mission gibt es ein paar Brüder, die früher einmal Gottes Geist empfangen haben, jedoch weniger davon verstanden haben, das Wort im Heiligen Geist anzunehmen. 1. Thess. 1, 6. Dies ist ein überall verbreiteter Mangel. Ich war auch bei den Geschwistern, die in Zungen reden. An beiden der letztgenannten Orte baten sie mich, auf jeden Fall wiederzukommen. Zu Anfang kommt ihnen das Wort wie eine schöne Musik vor, wenn es jedoch beginnt niederzureißen und aufzubauen, dann entsteht oft der Widerstand. Br. Kvalheim aus Moldøen (ca. 160 km südlich von hier) ist heute hier als Handelsreisender in Sachen Limonade-Essenzen. Er berichtet, wie Gott ihn gesegnet hat, seit er das Wort angenommen hat. Sie halten das Abendmahl zusammen und einige von ihnen wollen aus der Heilsarmee austreten. Br. Kvalheim hat beträchtliche Weisheit und bittet sie, ruhig dort zu bleiben, bis sie selbst sicher sind in dem, was sie tun. Jetzt wollen sich sowohl er als auch seine Frau bei Gelegenheit taufen lassen. Ich schicke dir einen Brief von Br. Birkeland und einen von Kvalheim. Gott hat uns so verwunderlich entlang der Küste verteilt. Möge er selbst unsere Arbeit segnen. Ich freue mich über die zwei Schwestern, von denen du berichtest, und über die zwei Brüder, von denen der eine weiter nach Süden gezogen ist. Gott tut verwunderliche Dinge. Aber jetzt ist die Sache die, dass sie anfänglich sehr schwach sind, sodass es wohl schwierig für sie ist, dem Einfluss von Geistern, die von außerhalb kommen, zu widerstehen.
1. 1. 1915. Ein gesegnetes Neues Jahr! Br. Kvalheim kam hierher in die Stadt und kam gestern und heute an Bord. Er ist einer der wenigen. Gott hat ihm den Geist der Weisheit und der Offenbarung in seiner Erkenntnis gegeben. Wie verwunderlich der Herr sein Volk versorgt. Am 15. Januar sollen wir, so Gott will, nach Haugesund, wo ich voraussichtlich die Brüder Lohne und Risnes treffe. Jetzt habe ich schon lange nicht mehr mit dir gesprochen, sodass ich mich danach sehne, mich mündlich mit dir zu unterhalten.
Lebe wohl, lieber Bruder, und sei herzlichst gegrüßt von deinem Bruder
Johan