Gesammelte Schriften Band 2 • 1912 - 1917

Brief an Theodor Ellefsen, 19.12.1914

Gesammelte Schriften Band 2 • 1912 - 1917
Aalesund, 19. 12. 1914
Lieber Bruder Theodor Ellefsen,
Gottes Friede.

Herzlichen Dank für deinen lieben Brief und den Brief von Br. Skiaker, die beide heute an Br. D. Kvalheim in Moldøen geschickt wurden. Dies ist ein Bruder, der das Wort ergriffen hat und sich in Gottes Licht freut. Ebenso ein Bruder Nils Strand und die Ehefrauen der beiden. Doch ist es Br. Kvalheim, der das Wort versteht und erkannt hat. Die anderen sind gesegnet worden. Er hielt Bibelstunden bei sich zuhause und las aus einem dicken Adventistenbuch aus Amerika. Es vergingen mehrere Tage, bevor er diese Lehre ganz aufgab, doch schließlich verschwand sie. Jetzt freut er sich in der Freiheit. Wir waren fast jeden Abend in Moldøen zusammen. Er war sehr tiefschürfend und gab nicht auf, bis er es verstand. „Noch einmal“, sagte er oft, bis er das Wort erfasste. Wir waren vor der Abreise zusammen und brachen das Brot. Es war das erste Mal, dass sie es in den Häusern taten; aber nun haben sie damit weitergemacht. Kvalheims Dienstmädchen war auch ergriffen. Eine Lehrerin bat um Kraft, um Christi Leidensgemeinschaft ertragen zu können. Gott sei gelobt, er steht hinter dieser Arbeit.

Seit dem 15. 12. liegen wir nun hier. Es ist vorgesehen, dass wir ab dem 15. 1. 15 nach Haugesund sollen. Hier habe ich noch niemanden getroffen. Von Br. Johan Olsen in Trondheim habe ich heute einen Brief bekommen. Es geht ihm gut; aber er spürt die Bedrängnisse. Die Brüder wachsen überall und machen Fortschritte, Gott sei gepriesen dafür. Br. Kvalheim sagte so oft: Bitte um Entlassung und reise umher und erzähle den Leuten von diesen herrlichen Dingen; denn viele sind gebunden. Ja, ich glaube, dass viele sich nach Freimachung sehnen; aber sie sitzen in ihren Banden fest.

Es ist geplant, Heiligabend an Land zu verbringen. Alle haben zusammengelegt für etwas Besonderes. Als ich in Horten war, gingen Br. Karl und ich zu Grøtaas und sagten, dass wir im Hinblick auf den Kauf der Loge beiderseits frei sein sollten, da die Zeiten so schwierig seien. Er war einig darin.

Br. Aslaksen war bis zum 15. 12. auf der „Kong Sverre“, jetzt ist er erster Offizier auf der „Æger“ in Putten bei Fredrikstad, von wo aus er vorhat, Sarpsborg zu besuchen. Beeindruckend, wie Gott uns in diesen Tagen überall verstreut hat - an der ganzen Küste entlang vom Nordkap bis hin zur schwedischen Grenze. In Bergen traf ich Br. Moe und seine Frau aus Hønefoss; er ist wirklich herangewachsen. Br. Skiaker schreibt gesegnete Dinge. Ich habe zwei Briefe an ihn geschrieben und er hat zurückgeschrieben. Ich habe an Br. Lohne geschrieben und auch von ihm Antwort bekommen. Die Arbeit wird immer umfassender. Gottes Geist hat in Moldøen kräftig gewirkt. Die Versammlungen bei Br. Kvalheim waren sehr gut besucht und mehrere haben angefangen, das Licht zu sehen. Aber niemand in dem Maß wie Kvalheim. Er ähnelt Karl oder Skiaker. Br. Risnes in Haugesund ist ungefähr vom gleichen Schlag. Das sind solche tiefschürfenden Geister, die nicht aufgeben, ehe die Lösung kommt. Es ist erfreulich, dass du an Bord jemanden hast, mit dem du reden kannst, und auch welche an Land getroffen hast. Gott hat deine Arbeit gesegnet und er wird es weiterhin tun. Die Früchte bleiben bestehen. Lass uns nur das Licht verbreiten.

Lebe wohl. Ein gesegnetes Weihnachtsfest.

Liebe Grüße.

Dein ergebener Bruder

Johan