Gesammelte Schriften Band 2 • 1912 - 1917

Brief an Theodor Ellefsen, 24.10.1914

Gesammelte Schriften Band 2 • 1912 - 1917
Trondheim, 24. 10. 1914
Lieber Bruder Theodor Ellefsen,
Gottes Friede.

Danke für deinen lieben Brief, den ich heute erhielt und der mir zu großer Freude war. Merkwürdig, wie Kristiansand von allen Seiten mit Zeugnissen überschüttet wird. Jetzt bekommen sie ja einen Bruder sogar aus Vardø, der dasselbe bezeugen wird. Deinen Brief sowie die beiden beigelegten Briefe habe ich zusammen mit einem Hochzeitsbrief an Aksel nach Arendal geschickt. Der Methodistenpfarrer wird ihn am Nachmittag des 31. des Monats beim Schwager Robert Andersen (Eisenwarenhändler) in der Stube trauen. Er verstand, dass Gott Helga Haanes für ihn ausersehen hatte. Sie wurde während einer Versammlung in Kristiansand kräftig überzeugt und will nun den Weg gehen, so wie er ist. Am Tag nach der Trauung fahren Aksel und Helga nach Drøbak, wo er vorhat, ein kleines Haus zu kaufen und sich niederzulassen. Wenn dich dieser Brief rechtzeitig erreicht, könntest du ihm vielleicht ein Telegramm schicken; das würde ihn sehr freuen; Adresse siehe oben.

Br. Johan Olsen aus Brevik wohnt jetzt hier und arbeitet in einer mechanischen Werkstatt. Wir haben viel miteinander geredet, und er freut sich sehr. Er hat ein recht gutes Verständnis. Br. Jacobsen (der Fischgroßhändler) ist ein älterer, gottesfürchtiger Mann. Er hat Licht, aber nicht so, dass er jemanden zu Licht und Gericht führen könnte. Er hat uns lieb und will uns Gutes tun, wo er nur kann. Ich bin hier in mehreren Versammlungen gewesen. In der letzten Bibelstunde stand alles auf der Kippe; aber das Gute siegte und sie riefen zu Gott um Geist und Kraft. Es war eine Freude zu hören, dass du es gut hast an Bord und gut zurechtkommst, und dass du außerdem jemanden gehabt hast, mit dem du reden konntest. Br. Karl Pedersen ist ca. eineinhalb Monate in Oscarsborg gewesen und ist für alle in Drøbak zu großer Freude gewesen, sagt Aksel. Er war bei Ellegaardene eingesetzt, ca. eine halbe Stunde Fußweg in südlicher Richtung auf der Drøbakseite.

Br. Pettersen in Sarpsborg war jetzt wieder in mehreren Versammlungen und hat Zeugnis abgelegt, sagt Andresen. Aslaksen ist wieder nach Hønefoss gefahren. Ab und zu schreibt er mir einen Brief. Br. Berg wird dieses Jahr am 11. November Silberhochzeit haben. Die Panzerschiffe kommen am 10. November nach Horten. Von Karl Birkeland habe ich zweimal etwas gehört. Er schreibt, dass es mit seiner Frau besser geht. Konstabler Øvreby hat wieder angefangen, Gott zu suchen; er hat die Tochter von Stokke aus der Nordre Enggt. geheiratet. Gunelie Knudsen aus Porsgrund (Tolnaes) hat mir einen Brief geschrieben. Sie schreibt sehr seltsam. In Aalesund war ich in der Gemeinde Christi, wo zwei Brüder das Wort annahmen; aber es kommt darauf an, ob sie es behalten können. Die Zeit ist kurz an jedem Ort und die Arbeit erfordert Zeit. Frau Hansen aus Horten ist jetzt nach Drammen gezogen, Karine nach Grimstad, sodass nicht viele übrig sind. Aber diejenigen, die da sind, halten regelmäßig ihre Missionsversammlungen ab.

Lebe wohl und sei herzlichst gegrüßt von deinem ergebenen Bruder

Johan

Ich schicke dir Aksels letzten Brief, den ich bei Gelegenheit gerne zurückhätte. Was auf der Seite über Andresen aus Sarpsborg steht, hängt folgendermaßen zusammen: Ich schrieb ihm und bat ihn, geradeheraus zu sagen, ob er Schulden hätte. Nach langer Zeit antwortete er, dass das der Fall sei. Ich schrieb dann an Aslaksen und Aksel und fragte, ob sie einverstanden wären, etwas Geld für ihn zu sammeln. Aslaksen schickte sofort 50,00 Kr., Aksel schickte auch etwas und ich schickte ein paar Kronen. Aksel fragte dann Andresen, wie viel von den Schulden noch übrig wären, sodass sie sich freuen könnten, wenn es weniger würde. Hierauf bekam er keine Antwort. Da nun nicht alles so offen ist, wie es wünschenswert wäre, haben auch wir beschlossen, nichts im Dunkeln zu tun, da wir Kinder des Lichts sind. Dies war, was wir getan haben und ich nehme an, dass du damit einverstanden bist.