Gesammelte Schriften Band 2 • 1912 - 1917

Brief an Elias Aslaksen, 21.10.1914

Gesammelte Schriften Band 2 • 1912 - 1917

(Maschinengeschrieben, Original fehlt)

Trondheim, den 21. Oktober 1914
Lieber Bruder Elias Aslaksen,

ich hoffe, du hast meinen letzten Brief schon bekommen. Mir geht es, Gott sei gelobt, gut. Ich will dir jetzt berichten, wenn du es nicht schon weißt, dass Aksel am Samstag, den 31. dieses Monats in Arendal die Ehe mit Helga Hånes eingeht.

Aksel fühlte sich schon länger einsam, und Helga ist immer diejenige für ihn gewesen, die er als von Gott für ihn bestimmt ansah. Sie ist jetzt durch Gottes Gnade durchgedrungen und will ganz und ungeteilt für Gott leben. Ich glaube, Aksel wird gut mit ihr gedient sein. Sie hat einen soliden Charakter und wird, wenn sie geistlich wird, eine gute Stütze für ihn sein. Gut ist es, sich in so wichtigen Dingen dem Willen Gottes zu überlassen, ja nicht nur darin, sondern in allem.

Am Montagabend waren wir hier in der Bibelstunde. Es entfachte sich ein lebhafter Kampf. Br. N. N. kämpfte besser, als ich gedacht hatte. Er hatte auch mit vielen zu kämpfen. Ich musste nur ab und zu etwas sagen. Als es am schlimmsten war, machte der Vorsteher Andeutungen, Schluss zu machen. Ich sagte ihnen dann, dass es nützlich für sie wäre, Licht und Gericht in ihre Versammlung hineinzubekommen, damit der Tod nicht die Oberhand gewinnen würde. Hierin waren sie dann einig. Wir sprachen darüber, mit dem Heiligen Geist getauft zu werden und über Sündenvergebung. Sie wollten nichts anderes hören, als dass mit ihnen alles gut sei, doch am Ende beteten sowohl der Vorsteher als auch die anderen sehr innig darum, mehr von Gottes Geist und Kraft zu bekommen. Es wurde eine richtige Jubelversammlung am Schluss. Mit N. N., der sich sehr über die Versammlung freute, sprach ich danach darüber, das Schwert zu gebrauchen und nicht zu schonen. Er verstand, dass dies nötig war, um Entscheidungen herbeiführen zu können, und ich glaube, er wird sich gut entwickeln.

Sie sprachen darüber, dass die Zungenredner so und so sagen. Während des Gebets fühlte ich mich stark gedrungen, in Zungen zu reden und tat dies dann. Das wirkte wie ein Bruch mit all ihrem Verständnis, sodass sie zu Gott riefen und darum beteten, mit Gottes Geist gefüllt zu werden.

Es ist eine Freude zu hören, dass sie in Dänemark vorwärts gehen.

Grüße Judith, deine Mutter und die Geschwister und sei selbst aufs Herzlichste gegrüßt von deinem in der Geistesgemeinschaft vertrauten Bruder

Johan