(Original fehlt)
danke für deinen lieben Brief, den ich heute erhalten habe. Samstagabend hatten wir eine gesegnete Bibelstunde bei N. N. Wir haben jetzt viel miteinander gesprochen und er ist recht verständig. Er erfasst die herrlichen Wahrheiten sofort, aber ich glaube kaum, dass er jemanden für die Wahrheit zu gewinnen vermag. Denn es ist bei ihm wie bei so vielen anderen: er hat die Neigung, sein Schwert vom Blut fernzuhalten. Dies ist die Ursache, dass so wenige jemanden für Christus gewinnen. Man möchte gern lehren, aber man drückt sich davor, das Schwert zu gebrauchen. Selig, wer wagt, es zu gebrauchen, wer an den Gebrauch desselben glaubt und wer es rechtmäßig gebraucht. Der Geist freut sich über das Blut, das durch das Schwert des Geistes hervorgebracht wird. Doch nur die Obrigkeit gebraucht das Schwert, solche, die gelernt haben, ein gerechtes Urteil zu sprechen. Mögen wir es nicht vergeblich tragen.
Wollen wir jemanden für die Gemeinde gewinnen, muss es durch Recht und Gericht sein: „Habt ihr nicht die zu richten, die drinnen sind?“ Aber niemand von außerhalb versteht selbst, wie er nach drinnen kommen kann. Das muss dadurch geschehen, dass das Schwert mit Blut gesättigt wird. Dies allein stellt den Geist der Wahrheit zufrieden. Der Mann außerhalb des Leibes muss getötet werden. Lass uns von David lernen, dem Mann nach dem Herzen Gottes. Mögen in unserer Zeit viele zu Männern nach dem Herzen Gottes werden, viele, die bereit sind, die Kriege des Herrn zu führen. Doch leider gibt es zu viel Feigheit, man fürchtet sich davor, Blut zu sehen. Könnte man diese höchst wichtige Unterweisung auf verständige Weise in der Gemeinde einführen, würde bald in beträchtlicherem Maß als bisher Fortschritt zu erkennen sein. Man braucht aber Ohren, um das Gesetz richtig zu kennen und das Schwert richtig gebrauchen zu können.
In der letzten Bibelstunde unterhielten wir uns über Röm. 8, über den Unterschied zwischen den Werken des Leibes und den Werken des Fleisches. Sie hatten noch nie hiervon gehört. Wir sprachen darüber, vom Weg der Klugheit abzuirren und in den Versammlungen der Toten zu landen – und Ruhe zu finden - dort, wo man die Bänke abnutzt. Der Widerstand wäre fast ausgebrochen, aber es war ein so gesegneter Geist zugegen, dass niemand imstande war zu widersprechen. N. N. freute sich. Er könnte hier von großem Nutzen sein, wenn er nur verstünde, das Schwert zu gebrauchen. Dieser Mangel an Verständnis ist traurig.
Paulus verstand diese Kunst und er machte fleißig davon Gebrauch, ebenso der Meister selbst.
Ob nicht durch den Gebrauch dieses Schwertes der alttestamentliche Priester in neuer Gestalt hervorkommt? Und hat man Recht und Freimütigkeit, ohne dieses Blut und dieses Schwert vor Gott zu treten? Ich glaube es nicht. Es zeigt sich immer wieder in der Praxis, dass die Person, die in ihrem Dienst für Gott ihr Schwert vom Blut zurückhält, nur einen halben Dienst hinbekommt. Der Geist gibt hiervon Zeugnis. Jeder erfahrene Streiter Jesu Christi hat dies empfunden und wird es verstehen. Und warum sollten wir Streiter Christi genannt werden, wenn wir gegen nichts und niemanden zu streiten hätten? Hat Gott uns den Namen Streiter Jesu Christi gegeben, dann hat er uns auch zum Kampf ausgerüstet und er hat auch Feinde, die wir bekämpfen sollen.
Herzliche Grüße, dein Bruder
Johan