Gesammelte Schriften Band 2 • 1912 - 1917

Brief an Elias Aslaksen, 8.09.1914

Gesammelte Schriften Band 2 • 1912 - 1917
„Valkyrjen“, Moldøen, 8. 9. 1914
Lieber Bruder Elias Aslaksen,
Gottes Gnade und Friede.

Herzlichen Dank für deinen lieben Brief heute. Gottes Güte währt ewiglich. Die Weltreiche werden in diesen Tagen erschüttert; aber wir sind durch Gottes Güte und Macht Bürger eines Reiches geworden, das nicht erschüttert wird; das Reich, das die vergänglichen Reiche durch ihre Vergänglichkeit verherrlichen. Es brennt ein Feuer unter jedem Individuum und unter der ganzen Gesellschaft. Das Feuer der Gerechtigkeit bricht hindurch und fordert Beute auf der ganzen Linie, sodass man sich gerade in den Details nicht mit seinen Forderungen versöhnen kann. Aber durch Gottes Gnade und Beistand wird man in der Weisheit des Geistes wissen und verstehen, dass alles unter die Sünde und das Gericht beschlossen ist, und dass Gott sich erbarmt, über wen er sich erbarmt. Daher ist Gott gerecht, wenn er niederbricht, und ist langmütig und gnädig aufgrund von Gerechtigkeit, wenn er mit ewigem Wohlergehen vor Augen aufrechterhält.

Gott eilt, sein Werk durchzuführen und der Welt ihre Leere und Torheit zu zeigen, damit dieselbe Welt anfängt, etwas Beständigeres zu erwarten – wenn die Menschen es nur erkennen könnten.

Wir müssen Gott innig dankbar sein, dass er durch viel Arbeit und Überredung etwas von der Einsicht, die in die Kräfte und Größe der zukünftigen Welt hineinschaut, in uns eingepflanzt hat. Sieh, wie stark die Nation ist, die es in Details genau nimmt; welche geballte Kraft und Disziplin entfaltet doch das Deutsche Reich in diesen Tagen.

Wir können hiervon lernen, dass Genauigkeit und Gehorsam in der Kriegsschule des Geistes uns mit Macht für die Werke vorbereiten, zu denen Gott uns in der Zukunft gebrauchen will. Diese Disziplin ist so einzigartig und kräftig, dass sie „ein Leib“ genannt wird. Vor diesem Leib muss alles fallen. Er bewohnt ein Reich, das als „Gottes Gerechtigkeit“ anerkannt ist, und hat um sich herum keine Macht zu fürchten.

Br. Berg und Br. Birkeland sind an Bord der Tordenskjold, deren Adresse immer Horten ist. D. h., das Postamt in Horten leitet die Briefe weiter. Von Aksel bekam ich heute einen Brief. Er ist in Kristiansand bei Berg und Birkeland an Bord gewesen. Sie hatten ein gutes Gespräch über die Trennung von Seele und Geist; über das, was Christi Leiden im Fleisch bewirkt. Aksel sagte, dass Øverby an Bord der „Tordenskjold“ war und dass er nun angefangen hätte, Gott zu suchen. Ich habe einen Brief von Br. Thorleif Hansen bekommen und ihm zurückgeschrieben. Skiaker ist in Drøbak. Nächsten Mittwoch, dem 16. September, werden wir von hier ablegen und für ca. 3 Wochen nach Aalesund fahren. Grüße Judith. In Bergen, Skostrædet 17, gibt es einen Saal, wo sich einige sogenannte freie Geschwister versammeln. Vielleicht könntest du dort ein paar finden, mit denen du reden kannst. Es ist nicht weit vom Marktplatz entfernt. In Aalesund war ich mit einigen von der „Gemeinde Christi“ bei einem Ausflug und in der Versammlung zusammen. Br. N. Devold war dabei. Ich bekam Gelegenheit, vor ca. 100 Menschen ein Zeugnis abzulegen, und anschließend wollten ein paar eingehender über diese Dinge sprechen. Zwei von ihnen waren sehr offen. Sie wünschten, dass jemand kommen und mehr von diesen Dingen reden würde. Ja, überall gibt es Arbeitsfelder.

Sei aufs Herzlichste gegrüßt von deinem allezeit ergebenen Bruder

Johan

Ich war einmal in Bergen bei einem Bruder Leksander. Seine Frau war sehr interessiert. Br. Ellefsen ist auch dort gewesen.