Er ist unser Friede
Alle wünschen sich Frieden. Selbst wer kämpft, tut dies, um Frieden zu bekommen. Die Welt sehnt sich nach Frieden, aber sucht ihn nicht in Übereinstimmung mit einem guten Gewissen, sondern sucht und findet ihn dadurch, dass sie das Gewissen tötet. Wie geschrieben steht: Das Trachten des Fleisches ist der Tod, d. h. Frieden im Tod. Christus gibt uns einen Frieden, er gibt uns seinen Frieden, er gibt uns nicht, wie die Welt gibt. Den Frieden Christi erhält man dadurch, dass man das Gleiche will, was Gott will, und dadurch, dass man das vollbringt, wozu er das Wollen wirkte.
Es ist ein Willensakt unsererseits nötig, um in den Willen Gottes hineinzukommen. Man muss sich zusammennehmen, wie man sagt, und das Trachten des Fleisches dadurch überwinden, dass man bewusst Gott das Wollen und das Vollbringen in sich wirken lässt.
Gott nimmt uns auf diese Weise nicht unseren freien Willen weg, sondern stärkt diesen, sodass wir in unserem Fleisch über das triumphieren, was uns sonst unter das Gesetz der Sünde und des Todes bringen würde, d. h. in den Todesfrieden.
Der Todesfriede währt nicht ewig. Obwohl man das Gewissen töten kann und man selbst in Sünden und Übertretungen dahinstirbt, tut man in Wirklichkeit nichts anderes, als dass man sich Zorn auf den Tag der Rache und der Offenbarung Gottes aufhäuft.
Nachdem man zu Christus gekommen ist, begeht man oft den großen Fehler, dass man durch Forschen in Büchern und Schriften einen tieferen Frieden sucht. Den Frieden Christi findet man dort nicht. Er ist unser Friede. Ihr erforscht die Schriften, weil ihr meint, in ihnen das Leben zu haben; und doch wollt ihr nicht zu mir kommen, um das Leben zu empfangen.
Das Leben und der Friede sind in Ihm. Und er wird durch das Zusammenschmelzen der Willen in uns offenbart. Er überzeugt uns zuerst von den Vorteilen, die darin liegen, dass man dasselbe will, was er will, und vom Verlust, der darin liegt, dem Trachten des Fleisches gehorchen zu wollen. Eine andere Wahlmöglichkeit hat ein Mensch nicht – außer er wählt, sich selbst vollständig dem Dienst Satans und böser Geister hinzugeben.
Indem er nun den Verstand gebraucht, ist dem Menschen durch den Geist Macht gegeben, seine Individualität aus Sünde und Tod hin zu Gerechtigkeit, Friede und Freude im Heiligen Geist zu erheben.
Man erfährt eine Veränderung im tatsächlichen Zustand und geht davon, ein niedrigeres Wesen zu sein, dazu über, ein höheres zu werden.
Diese Gesetze gelten für alle und jeder kann sie sich frei zunutze machen. Das Blut Christi macht die Sünde im Fleisch zunichte.
Er ist unser Friede. Dieses „Er“ lässt eine Person erkennen – ein Leben. Dieses Leben und damit dieser Friede sollen in unserem sterblichen Fleisch offenbart werden. Er kam, um den Willen Gottes zu tun. Überall, wo er in einen Leib hineinkommt, will er dem gleichen Gesetz folgen, nämlich: den Willen Gottes tun. Jeder, der diesen Willen tut, hat Frieden mit Gott; und dieser Friede heißt der Friede Christi, weil wir nur durch ihn diesen Willen tun können.
Nun werden manche sagen: Was ist nun der Wille Gottes? Genau das, was du jetzt gerade tun sollst. Es ist der Wille Gottes, alle Ungerechtigkeit zu entfernen, sich zu demütigen, zu vergeben und um Vergebung zu bitten. Wenn dann diese Anfangsgründe des Willens Gottes genau ausgeführt worden sind, kann davon die Rede sein, mehr vom Willen Gottes zu erfahren. Aber bevor dies ausgeführt ist, ist Gott unzugänglich.
Ungerechtigkeiten aller Art verhindern, dass sich der Friede entfalten kann. Entferne diese, und der Friede kommt von selbst. Das Trachten des Geistes ist Leben und Frieden; und von seinem Leben (dem Leben Christi) zeugt die Schrift.
