(Original fehlt. Aus „Briefe“ von JOS.)
Anmerkung: Der folgende Brief wurde 1982 zwischen verschiedenen älteren Briefen gefunden. Dieser Brief ist ganz am Anfang des ersten Weltkrieges von Johan O. Smith an seinen Bruder Aksel geschrieben worden. Der Brief ist prophetisch bis in unsere Zeit reichend geschrieben, in der sich die Gesetzlosigkeit immer mehr entfalten kann. A. J. S.
wir leben in einer fürchterlichen Zeit, aber Gott hat uns zur bösen Zeit in seiner Hütte verborgen. Durch das Meer hat er uns vom kriegführenden Kontinent getrennt. Du sprichst von einem falschen Frieden nach diesem Krieg und ich glaube auch, dass ein gefährlicher Friede kommen wird, ein Friede, der den Urteilen von Gottes Schwert trotzen und die Gottlosigkeit lebensfähig machen wird, ein Friede, dessen Grundlage die Liebe zum gegenwärtigen Leben und den irdischen Dingen ist, ein Friede, den man versucht, lebenstüchtig zu machen, eine Nachahmung des Friedens, den Christus gibt.
In diesem Frieden wird die Gesetzlosigkeit gedeihen, denn das Zeitalter des Humanismus ist da, und die Obrigkeit wird das Schwert teilweise vergeblich tragen. Diesen Geist sehen wir deutlich im Hinblick auf die Disziplin hier in der Marine. Alle tun nahezu alles nach eigenem Gutdünken. Das wird für Gottes Volk eine Schwierigkeit werden, da es in einem viel zu großem Maß einem selbst überlassen werden wird, ob man sich der sich geziemenden Rechtsordnung unterordnen will oder nicht.
Die weltlichen Gesetze halfen früher, das Fleisch etwas zu zähmen, doch diese größere Freiheit führt dazu, dass das Gewissen dehnbarer wird, und macht es schwieriger für Gottes Geist, dessen Wegleitung aus lauter Gesetzen und anleitenden Geboten besteht.
Es wird ein Nährboden für Sozialismus, Anarchie und Gottesverachtung entstehen. Das wird dem Antichristen den Weg bereiten, ebenso wie Johannes für Jesus den Weg bereitete. Johannes wandte das Herz der Väter den Kindern zu und das Herz der Kinder den Vätern. Dieser antichristliche Geist wird Ungehorsam gegenüber den Eltern bringen, was der jähe Bruch mit dem Seitherigen und der rasche Übergang in die neue, gesetzlose Zeit ist.
Wir sind Kinder des Tages, sodass diese Zeit nicht überraschend über uns kommen wird. Und auf welche Weise werden in dieser Zeit die Herzen der Väter von den Kindern und die Herzen der Kinder von den Vätern abgewandt? Eben indem man sich scheiden lässt und wieder heiratet wie in den Tagen Noahs, nicht nur einmal, sondern mehrere Male. Die Familien werden auseinandergerissen und Hass wird eingepflanzt, wo Liebe herrschen sollte.
Das Volk regiert und die Inhaber der Staatsgewalt versuchen, dem Volk zu gefallen, das ihnen Macht gegeben hat. Auf diese Weise wird die Meinung der Mehrheit die Entscheidung in jedem Urteil beeinflussen, und wenn die Mehrheit im Fleisch lebt, wird das Urteil verfinstert sein.
Was ist also zu tun? Wir müssen durch Leben und Lehre der heranwachsenden Generation und denen, die uns hören wollen, den Gehorsam des Glaubens einprägen. Unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat. Wir sollten unter diesem verkehrten Geschlecht ein unauslöschliches Zeichen setzen. Wir müssen der kommenden Generation lebendige Briefe hinterlassen. Ich meine nicht Briefe, die mit Feder und Tinte geschrieben sind, sondern Männer und Frauen, in deren Herz der Heilige Geist seinen Willen hineinschreiben und durchführen konnte. Wenn Gott dies in uns und durch uns erreichen kann, dann ist unser Leben nicht verfehlt.
Dein Bruder
Johan