Gottes Friede.
Danke für deinen lieben Brief heute. Das war ein Lichtblick in der Finsternis. Die Gemeinschaft ist kostbar; ich schätze sie sehr, wenn sie sich in Reinheit und gegenseitigem Vertrauen frei entwickeln kann. Ich bin froh darüber, dass du dich als Diener im Herrn hingegeben hast. Gott wird dich dafür segnen und dir lohnen, was du im Herrn tust und getan hast.
Ich sprach in Haugesund eine Stunde lang mit Br. Ellefsen. Das war eine herrliche Stunde zwischen 20 und 21 Uhr. Seitdem haben wir einander nicht mehr gesehen. Wir sind alleine hier. Berg und Birkeland sind auf der „Tordenskjold“, Ellefsen auf der „Viking“. Die Adresse des Letzteren ist vermutlich Haugesund, da die „Viking“ zum Westnorwegen-Geschwader gehört. Unsere Station ist nun hier. Adr.: Aalesund. Wo Tobiassen ist, weiß ich nicht. Wenn er alleine ist, neigt er sehr dazu, sich dunklen Grübeleien hinzugeben. Er muss damit aufhören und sich lieber in Vertrauen und Zuversicht Christus und Seiner Weisheit hingeben. Eine solche dunkle Zeit hatte er voriges Jahr in Horten auch; aber nach viel Überzeugungsarbeit und durch Gebet zu Gott kam er da wieder heraus. Es ist nicht auszuschließen, dass wir nach Bergen kommen, um Kohle aufzufüllen. Aber der Obermineur ist in Horten an Bord geblieben, daher werde ich in Bergen an Bord bleiben müssen, wenn wir dorthin kommen. Du bist ja auf dem „Rundemanen“.
Ich hatte vor der Abreise ein eingehendes Gespräch mit Br. Birkeland. Er wollte lieber von 100 Ehefrauen geschieden werden, als Schaden an seiner Seele zu nehmen, sagte er. Er ist in einer großen Zwickmühle in seiner Familie; aber Gott kann ihn daraus befreien. Er war offen und ehrlich. Von Andresen in Sarpsborg habe ich nichts gehört. Vielleicht hat er ein ganz falsches Verständnis von seiner Stellung. Ich schrieb ihm so freundlich wie möglich; aber wies mit Bestimmtheit darauf hin, dass er nichts verbergen dürfe, weder seine Schulden noch etwas anderes, wenn er ein Diener in der Gemeinde sein wollte. Die Geschwister dort reden hinter vorgehaltener Hand darüber und es schafft Verwirrung in der ganzen Gemeinschaft, die nach Licht in der Sache verlangt. Entweder wird Br. Andresen genötigt, seine Situation offenzulegen und seine Gläubiger um Entgegenkommen zu bitten, oder muss er darauf eingehen, etwas zu bezahlen, oder muss er sein Amt als Diener in der Gemeinde in Sarpsborg aufgeben. Unreinheit und Finsternis müssen entfernt werden, wo Gott uns Macht gibt, sie zu entfernen. Wir müssen alle Langmut und Geduld erzeigen; aber weichliche Nachgiebigkeit gegenüber Sünde, die im Finstern verborgen ist, muss von uns verbannt sein.
Wir haben nur eine Gemeinschaft, das ist: Wenn wir im Licht wandeln usw. Eine andere Gemeinschaft können wir nicht anerkennen, auch dann nicht, wenn wir von ihnen anerkannt werden.
Christus hat Anspruch auf unsere Treue und wir sind schuldig, alle andere Gemeinschaft von unserem Fleisch abzutrennen. Hier gilt entweder – oder. Die Verhältnisse in Sarpsborg brauchen eine gründliche Revision, was wahrscheinlich bewirken wird, dass die Anzahl noch weiter abnimmt. Mein Wunsch wäre jedoch, dass dies ein Wachstum bewirken würde. Der Wille Gottes geschehe. Wir sind nach diesem Willen bereit für alles; und nicht zuletzt, alles zu vergeben und zu vergessen, wenn es so sein sollte. Doch wir wissen, dass der Wille Gottes unsere Heiligung ist, und nach dieser strebe ich durch Gottes Gnade. Möge es uns gelingen, sie zu finden; zuerst im Leben und dann im Dienst. Aksel ist in Kristiansand S. Er hat meiner Frau Mehl, Zucker und Kakao geschickt. Er ist so erfinderisch darin, Gutes zu tun. Möge Gott ihn für alles belohnen. Kannst du etwas für Sarpsborg tun? Dort ist jetzt eine behutsame, aber bestimmte Hand nötig. Diese muss von Gottes Weisheit geleitet werden. Andresen hat großes Vertrauen zu uns. Tu, was du kannst! Bete zu Gott für sie und für uns.
Liebe Grüße in der Gemeinschaft des Geistes und im Dienst des Geistes.
Dein Bruder
JohanHier gibt es niemanden, mit dem ich reden kann.
Spr. 22, 4.
