Glaube und Hoffnung
Wenn jemand redet, dann kann man das entweder glauben oder daran zweifeln. Der Geist redet in seiner Wegleitung gebenden Sprache vom Himmel zu uns. Wenn jemand zurückweicht, hat der Vater kein Gefallen an ihm. Der Geist fordert, dass seine Rede gehört und befolgt wird. Ohne Glaube ist das Werk tot. Aber wie kann man glauben, ohne dass jemand geredet hat? Das Werk bestätigt den Glauben. „Was hilft’s, liebe Brüder, wenn jemand sagt, er habe Glauben, und hat doch keine Werke? Kann auch der Glaube ihn selig machen?“ Jak. 2, 14. Wenn der Glaube Werke hat, dann kann er also selig machen.
„Wenn die Begierde empfangen hat, gebiert sie die Sünde; die Sünde aber, wenn sie vollendet ist, gebiert den Tod.“
Umgekehrt können wir sagen: Wenn der Glaube empfangen hat, gebiert er das Werk; wenn das Werk vollendet ist, gebiert es Leben. Dieses Leben hat Hoffnung. Der Glaube zeugte das Werk, und das Werk Leben. Für den Gottlosen gibt es keine Hoffnung. Aber Christus Jesus ist unsere Hoffnung. 1. Tim. 1, 1. Beim Gerechten nimmt die Hoffnung durch Werke des Glaubens zu, indem die Gerechtigkeit wächst und den Menschen aus der Hoffnungslosigkeit erlöst und in die Hoffnung der Herrlichkeit, Christus Jesus, hineinbringt, die nicht zuschanden werden lässt.
Der Glaube, der durch Werke wirksam ist, nährt die Hoffnung, um derentwillen man gerne opfert, weil man weiß, dass man dafür im ewigen Leben hundertfältige Herrlichkeit zurückerhalten wird.
Der Geist wird durch Werke des Glaubens mit dem Wasser und dem Blut im Leib in Verbindung gebracht. Die Sünde im Fleisch wird bewusst verdammt und unser Geist wird aus dem Gesetz der Sünde und des Todes befreit. Das Gerechtigkeitsleben wächst und die Hoffnung auf Herrlichkeit nimmt zu.
Der Glaube dringt tiefer in den Leib hinein und zieht Sünde, die noch nicht vor dem Richterstuhl des Gewissens erschienen ist, vor das Bewusstsein. Auch diese wird durch das Licht des Geistes im Fleisch gerichtet, und die Gerechtigkeit dringt an verborgene Orte vor. Ungerechtigkeiten aller Art, die sich im Leib befinden, werden aufgedeckt, getötet, und müssen dem wahren Israeliten, in dem kein Falsch ist, weichen.
Das Land wird durch Gehorsam des Glaubens gereinigt, indem die verborgensten Feinde ans Licht und vor das Gericht kommen müssen.
Paulus hat Gnade und Apostelamt empfangen, im Namen Jesu „den Gehorsam des Glaubens aufzurichten unter allen Heiden, zu denen auch ihr gehört, die ihr berufen seid von Jesus Christus.“ Röm. 1, 5-6.
Wie viele Prediger unserer Tage haben es sich zum Ziel gesetzt, den Gehorsam des Glaubens aufzurichten?
Gehorsam des Glaubens heißt nicht nur, allgemein an Jesus zu glauben. Das heißt, an Reinigung und Heiligung zu glauben. Das heißt, mit der einzelnen Seele zu arbeiten und sie in den Wegen in Christus Jesus genau zu unterweisen. Das heißt, sie zu überreden, der Stimme des Geistes in ihrem Inneren zu gehorchen. Aber zu dieser Arbeit ist ein großes gegenseitiges Vertrauen erforderlich; denn die Seele muss sich öffnen und ihre inneren Anliegen mitteilen; und der Diener des Herrn muss dann mit dem Heiligen Geist Hand in Hand arbeiten. Dies ist die Aufgabe von Gottes Mitarbeitern.
Es ist ziemlich leicht, auf eine Kanzel hinaufzusteigen, von dort eine Rede zu halten und dann wieder heimzureisen. Ein solcher Prediger kennt ja den einzelnen Zuhörer nicht im Geringsten. Er hat ja keinen einzigen von ihnen mit Tränen ermahnt und hat nicht im Geringsten versucht, im einzelnen Individuum den Gehorsam des Glaubens aufzurichten.
Der Mensch muss unter den Gehorsam Christi gefangengenommen werden. Man muss durch Gottes Gnade allen seinen Auswegen entgegentreten und jede Pforte mit dem zweischneidigen Schwert der Wahrheit versperren. Das bedeutet, den Gehorsam des Glaubens aufzurichten. Wenn dann der Gehorsam erreicht ist, wächst die Hoffnung der Herrlichkeit bei Gott; und die Seele findet sich zurecht und freut sich in ihrer neuen Situation.
Zu diesem Werk war Paulus berufen und nicht alleine er, sondern jeder, der Lohn von seinem Wirken sehen will. Diese Arbeit findet weit unten statt, doch dies bedeutet, mit Gold, Silber und edlen Steinen zu bauen. Man zieht es leider vor, mit Holz, Heu und Stroh zu bauen; denn dies ist etwas, womit man in die Höhe kommt und was in den Augen der Menschen groß erscheint. Doch wird sich der Tag mit Feuer offenbaren, um eines jeden Werk zu prüfen.
