Die Wiederkunft Jesu Christi
In unseren Tagen hören wir oft, dass Jesus bald wiederkommt. Ja, er sagt selbst, dass er bald kommt; aber bald und bald sind zweierlei. Es gibt etwas, das dem Kommen Christi vorausgeht, nämlich der Abfall.
Der Apostel sagt, dass man sich nicht verführen oder in seinem Sinn irre machen lassen soll, was die Wiederkunft Jesu betrifft. Man kann nämlich die Neigung haben, dass man alles laufen lässt und sich nur dem hingibt, auf die Wiederkunft Jesu zu warten, und vergisst, sich zum Kampf gegen das Geisterheer der Bosheit zu rüsten. Satan findet dann in diesem Zustand, in dem man ihm gegenüber nicht wachsam ist, Gelegenheit, sein Spiel zu treiben. Und dies nennt Paulus verführt zu sein, wie schön es auf den ersten Blick auch aussehen mag.
Wir sollen uns weder durch einen Geist noch durch einen Brief oder eine Lehre verführen lassen. 2. Thess. 2. Denn es muss zuerst der Abfall kommen und der Mensch der Sünde offenbart werden.
Manche sagen, dass der Mensch der Sünde oder der Antichrist, wie er auch genannt wird, der Papst sei. Wenn es der Papst wäre, hätten wir schon viele Antichristen haben müssen. Im Übrigen verleugnet der Papst nicht, dass Christus in das Fleisch gekommen ist, wie es der Antichrist tun wird. Der Antichrist wird sich in den Tempel Gottes setzen und sich als Gott ausgeben. Der Papst dagegen geht nicht weiter, als dass er von sich sagt, Nachfolger des St. Petrus zu sein.
Die Geheimnisse der Gesetzlosigkeit äußerten sich schon kräftig in den Tagen der Apostel, wie viel mehr dann jetzt.
Es kommt ein Tag, an dem man das beständige Opfer (das Lamm Gottes) verwerfen wird. Dan. 12, 11. Verwirft man aber Christus als Opfer, dann verwirft man auch den Heiligen Geist und schiebt den von sich, der vom Himmel von diesem Lamm redet.
Man hat es so weit getrieben, dass man als Aufschrift „Weg mit der Bibel“ auf sein Banner geschrieben hat. Wie lange es wohl noch auf sich warten lässt, bis man auf sein Banner schreibt: „Weg mit Christus!“?
Dieser Abfall ist es, auf den wir zu warten haben. Die Geheimnisse der Gesetzlosigkeit nehmen täglich zu, und die Geheimnisse in der Gesetzlosigkeit sind so groß, dass sogar die Handhaber des Gesetzes (die Polizei) nicht mehr mit Dingen und Angelegenheiten fertig werden können, die direkt wider das Gesetz streiten.
Gott gibt sie dahin in einen Sinn, der nichts taugt, sodass sie Offenbarungen in ihrem Irrtum bekommen. Und wer am weitesten geht, ist der Angesehenste und der Prophet der Menge.
Nun macht man es in einem fort wie in den Tagen Noahs, man heiratet und verheiratet kreuz und quer. Manche lassen sich scheiden und heiraten mit Zustimmung der Behörden erneut. Woher aber die Behörden dieses Recht nehmen, darüber wird nichts gesagt. Der Staat fängt an, über die Ungerechtigkeit hinwegzusehen und schließlich erlangt sie Gültigkeit.
Die Pfarrer streiten über die Gottheit Christi und die Jungsozialisten wollen das Christentum weghaben, weil es im Widerspruch zu ihrem Programm steht. Das Volk, das gerne nach seinen fleischlichen Lüsten leben will, wankt zwischen allem, was es sieht, hört und liest, hin und her. Und so schmeckt es am besten, soviel wie möglich vom Gesetz los zu haben.
All diese Gesetzlosigkeit bereitet den Weg für den Antichristen, so wie Johannes im Geist und in der Kraft Elias den Weg für Christus bereitete. Satans größtes Meisterwerk besteht darin, einen Christus hervorzubringen, aber das heißt, einen solchen Christus, wie ihn sich der Mensch nach dem Fleisch wünscht und vorstellt.
Wenn derjenige, der es jetzt noch aufhält, weggetan wird, dann wird der Ungerechte offenbart werden. Christus ist es, der aufhält, das beständige Opfer. Wir sehen, wie schrecklich es dem Volk der Juden erging, als sie ihr von Gott gesandtes Opfer verwarfen. Die Heiden sind nun dabei, das Opfer zu verwerfen, und eben dies bereitet den Boden für die Gesetzlosigkeit. Selbst die Christen rufen nach der größtmöglichen Freiheit und sind meist so stark vom Zeitgeist ergriffen, dass sie die Wahrheit hassen, weil diese von ewigen Gesetzen sprudelt.
Diese Dinge sind es, auf die wir achtgeben und gegen die wir uns rüsten müssen, denn wir wissen, dass je mehr Christus als Opfer verworfen wird, desto mehr nähert sich sein Kommen.
Wir sehen deutlich, dass viele schon verführt sind, was die Wiederkunft Christi betrifft; denn sie wollen nichts von Reinigung und Heiligung hören, sondern nur von der Wiederkunft Christi, indem sie eine heimliche Hoffnung nähren, so leicht wie möglich in die Herrlichkeit hineinzukommen, wobei sie den Übergang von der irdischen Herrlichkeit zur himmlischen nicht durch die Widerwärtigkeiten von Krankheit und Tod gestört haben wollen.
Unsere Grundlage für Herrlichkeit mit Christus in seiner Offenbarung wird jedoch auf dem Tod im Leib Christi beruhen. Nicht auf irgendetwas ins Blaue hinein, denn alles muss sein Fundament haben, auf dem es stehen kann.
