Gesammelte Schriften Band 2 • 1912 - 1917

Skjulte Skatter 1914-06 - Das Gesetz des Geistes macht frei vom Gesetz der Sünde und des Todes

Gesammelte Schriften Band 2 • 1912 - 1917

Das Gesetz des Geistes macht frei vom Gesetz der Sünde und des Todes

Das Gesetz der Sünde und des Todes hat seinen Sitz in den Gliedern. Das Gesetz des Geistes, der lebendig macht in Christus Jesus, hat mich freigemacht von dem Gesetz der Sünde und des Todes.

Das Licht des Gesetzes konnte den Leib nicht durchleuchten und mit seinem Licht nicht dort hineinleuchten, wo das Gesetz der Sünde und des Todes sein Versteck hat; denn das Licht des Gesetzes schien nur auf die äußeren Sünden, die eine Frucht des inneren Gesetzes der Sünde und des Todes waren.

Was dem Gesetz unmöglich war, das tat Gott und sandte seinen Sohn als ein Sündopfer und verdammte die Sünde im Fleisch.

Gottes Gericht über die Sünde in den Gliedern ist nun in Christus Jesus vollzogen. Das Himmelreich ist in uns hineingekommen, und der Geist Christi will sich durch unseren Gehorsam den Weg zu bisher unbekannten Bereichen in unserem Leib bahnen, nämlich zu den Stellen, wo das Gesetz der Sünde und des Todes seinen Wirkungsbereich hat. Gottes Geist tritt in Verbindung mit dem Wasser und dem Blut (dem Sterben Christi in unserem Fleisch) und macht dadurch nach und nach das Gesetz der Sünde und des Todes zunichte, indem das Gesetz, das der Geist in sich selbst hat, unseren menschlichen Geist lebendig macht, der früher im Gesetz der Sünde und des Todes gebunden war.

Das Gesetz der Sünde und das Gesetz des Todes sind zwei verschiedene Gesetze und wirken jedes auf seine Weise.

Das Gesetz der Sünde macht dem Bewusstsein gegenüber ständig seine Forderungen geltend. Folgen wir diesem Gesetz gehorsam, führt es seine Beute hinein in das Gesetz des Todes. Solange das Gesetz der Sünde den Menschen beherrscht und er noch nicht dem Gesetz des Todes übergeben ist, ist das Gewissen wach und dem Menschen werden die Augen aufgetan über die Sünde. Aber durch wiederholtes Sündigen wird das Gesetz des Todes das Gewissen töten und man sündigt ohne Vorwürfe des Gewissens. Das Gesetz der Sünde führt den Gottlosen weiter in seither unbekannte Bereiche. Er sündigt auch hier, und das Gesetz des Todes wirkt erneut tötend auf das Gewissen, schlussendlich führt es dahin, dass der Mensch tot ist in Sünden und Übertretungen.

Das Gesetz des Geistes arbeitet in die entgegengesetzte Richtung. Es lässt sein Licht über Sünde leuchten, die man früher ohne Regung im Gewissen getan hat. Es holt die Sünde aus der eisernen Hand des Gesetzes des Todes und bringt sie vor das Licht des Gewissens. Wir geben dem Geist Gottes Recht, richten die Sünde und lassen davon ab. Das nächste Mal wird eine neue Sünde vor das Bewusstsein geholt; auch diese bekommt ihr Urteil usw. Auf diese Weise werden wir lebendig gemacht.

Dieser Prozess geht nach und nach vor sich und kann nicht wie Sündenvergebung in einem Augenblick stattfinden.

Es ist ernst zu leben, man hat seine eigene Erlösung oder Verdammnis selbst in der Hand. Gott hat für alle Dinge Gesetze festgelegt und von diesen weicht er nicht ab, denn bei ihm ist kein Ansehen der Person.

Wir, die wir leben, sind diejenigen, die immerdar in den Tod Christi gegeben werden, damit auch das Leben Christi an unserem sterblichen Fleisch offenbar werde.