Gottes Gnade und Friede in dem Geliebten, Jesus Christus. Vielen Dank für deinen lieben Brief, den ich gestern während des Landgangs erhielt. Es ist eine große Freude, deinen Fortschritt in der Erkenntnis Gottes zu sehen. Paulus achtete alles für Dreck, um diese zu gewinnen. Eine besondere Freude war es, deine Erkenntnis über die Sünde außerhalb des Leibes und die Reinigung im Leib zu sehen. Christus kam mit dem Leib. Alle Sünde ist außerhalb von Christi Leib. Der Herr ist für den Leib und der Leib für den Herrn. Der Leib wurde zum ersten Mal sichtbar, als das Gesetz gegeben wurde. Denn alle Sünde außerhalb des Leibes wurde erkennbar, indem das Licht des Gesetzes sie aufdeckte. Hiermit wurde jedoch auch der Leib selbst erkennbar. Daher heißt es, dass die Väter ihn als einen großen, allmächtigen Gott kannten, doch in der Wüste wurde er als Herr offenbart (Herr ist einer, der einen Leib hat). Nun aber wird er in unserem Inneren als Vater offenbart. Wir sind mit einem Geist getauft, um ein Leib zu sein. In diesem Leib geht das Werk Christi vor sich, das Werk, welches die Engel begehrten zu schauen. Das Licht außerhalb des Leibes (das Gesetz) richtet die Sünde außerhalb des Leibes. Doch das Licht im Leib richtet die Sünde im Leib. Das Licht außerhalb des Leibes macht die Leute zu kalten Planeten, die ihr Licht von außen empfangen (der Mond, die Erde, Mars, Jupiter, die Asteroiden, Venus, Merkur usw.). Doch das Licht im Leib macht uns zu Fixsternen, die selbstleuchtend sind. Die ersteren erben die Erde, die letzteren den Himmel. Die ersteren befinden sich vor dem Kreuz, die letzteren sind mit ihm gekreuzigt. Die ersteren sind Juden (geistlich verstanden), über die Jesus König ist, die letzteren haben die Königswürde mit ihm inne. Je mehr Licht wir erhalten und uns aneignen, indem wir einsichtig sind, über desto mehr werden wir in der Ewigkeit regieren. Wer ein größeres Licht hat, nimmt in sich selbst die kleineren auf und verlegt den Lichthorizont noch weiter nach außen. Daher wird ein kleineres Licht nie über ein größeres herrschen können. Christus hat ein vollkommenes Licht in seinen Leib aufgenommen und wird daher über alle regieren. Die Sonne hat Flecken, aber die Sonne der Gerechtigkeit (Christus) hat keine Flecken. Wir dagegen haben noch viele Sonnenflecken, die entfernt werden müssen. Für den jedoch, der unter dem Gesetz lebt, ist er ein kalter Planet und ein einziger großer Fleck. Unser Eingang führt durch den Vorhang, das ist sein Fleisch. Unser Leiden mit Christus, unser Gericht mit ihm und unsere Zunichtemachung mit ihm – das alles fördert unsere Heiligung. Diejenigen, die sich dem Leiden entziehen, sind Feinde des Kreuzes Christi. Solche wollen gerne die Freude mit Christus teilen, wollen aber nicht das Leiden mit ihm teilen. Man kann gut seine Auferstehungskraft erkannt haben und sich dennoch der Gemeinschaft seiner Leiden entziehen – also Feind des Kreuzes Christi sein. Solche Menschen reden immer von ihrem Jubel, aber es wird einem schlecht bei diesem Jubel, denn er ist nicht rein. Solcher Ende ist das Verderben, daher können sie nicht bestehen in der Versammlung der Gerechten. Denn das Ende des Gerechten ist nicht das Verderben, deshalb müssen sie voneinander geschieden werden. Wir müssen feststehen in dem Licht, das Gott uns gegeben hat, und uns mit Gewalt in das Reich Gottes hineindrängen. Will jemand sein Fleisch und seinen Bauch pflegen, dann muss er zurückbleiben. Er kann nicht auf der Rennbahn mithalten; denn die Liebe zum Fleisch hindert ihn. Diese Liebe ist und war immer von einem Vater, dem Teufel. Aber einige weinen und behaupten hartnäckig, dass es die Liebe Gottes sei.
Mir geht es darum, so weit wie möglich in Christus hineinzudringen, hinein in seine Leiden und seine Kraft, hinein in das Licht seiner Erkenntnis. Denn ich habe in Wahrheit gelernt, alles für Verlust zu achten gegen die Vorzüglichkeit von Gottes Erkenntnis. An Bord der „Tordenskiold“ gab Gott mir Sieg, indem ich den Kampf aufnahm. Hier an Bord gibt er mir Sieg, indem ich für meine Überund Untergeordneten bete und dadurch, dass ich da schweige, wo ich sonst schlug. Sieg gibt Gott auf alle Weise. Der Kampf kann auf vielerlei Weise geführt werden, doch der Sieg und der Kampfpreis werden errungen, sei es auf die eine oder die andere Weise. Je tiefer wir in Christus eindringen, desto ausgedehnter und tiefgreifender wird unser Dienst in ihm. Wir werden zu dem von Gott bestimmten Dienst aufbewahrt, denn miniert man flach, sprengt man an der Oberfläche. Doch miniert man tief, dann sprengt man tief. Gott hat noch nie jemanden beschämt, aber je größer die Aufgabe, umso größer die Ausbildung und desto langwieriger die Ausbildung. Wir selbst jedoch sind Gottes Werk. Wir müssen einen Unterschied machen zwischen Gottes Werk in uns und unserer Aufgabe in Christus. Der Töpfer muss zuerst das Gefäß herstellen, ehe das Gefäß nützlich werden kann. Je feiner das Gefäß, desto mehr Arbeit an ihm und desto mehr Zeit. Doch zu desto größerer Ehre ist es für den Töpfer, der es hergestellt hat. Die Person wird entsprechend ihrem Werk geehrt. Darum wird Gott am meisten geehrt, wenn wir uns weitestmöglich umgestalten lassen. Unser Leben wird dann zur Verherrlichung Gottes, so wie es das Leben Christi war. Wenn wir Gott ehren, dann wird Gott uns ehren; denn wir werden dem Maß unserer Umgestaltung entsprechend geehrt. Unser ganzes Leben muss aus einer Aneinanderreihung von Siegen bestehen. Niemand darf uns zu stark werden. Wir müssen siegen, wenn wir geschlagen werden, und siegen müssen wir, wenn wir schlagen, denn der Gerechte schlägt zum Leben. Wir haben einen persönlichen Gott und eine persönliche Verantwortung, weshalb wir ihm allezeit wohlgefällig sein müssen, es sei durch unser Leben oder durch unseren Tod. Denn leben wir, so leben wir dem Herrn, oder sterben wir, so sterben wir dem Herrn. Und ob wir leben oder sterben, befinden wir uns im Leib. Daher heißt es: die Entschlafenen in Christus.
Gott will dein Leben und Wirken bestimmen. Überlass nur alles ihm, sei ihm in allem gehorsam, ohne zu fragen warum, denn das Trachten des Geistes ist Friede und Freude im Heiligen Geist – dies ist das Erkennungszeichen für den Willen Gottes.
Ich bin nun an Bord und sitze in der Kabine und schreibe diesen Brief. Es ist das erste Mal, dass ich an Bord eines Schiffes einen Raum für mich alleine habe, aber wie angenehm das ist! Du nennst einige, die nicht mithalten können. Durch solche Leute soll man sich nicht aufhalten lassen, sie stören mehr als dass sie zum Nutzen sind. Immer sind sie über 100 Dinge beleidigt. Nie kann man alle ihre Forderungen und Ansprüche zufriedenstellen. Sie haben ihre Zeit und spielen ihre Rolle. Wir haben solche auch in Horten. Doch sie machen keine Fortschritte. Man kann sie gut als Nichten und Neffen der falschen Freiheit bezeichnen, denn auch diese wichen dadurch ab, dass sie Feinde des Kreuzes Christi waren. Wenn die Frucht reif ist, fällt sie ab. So werden auch diese abfallen, wenn sie reif sind. Bis dahin kann man sich nur selbst rein bewahren von diesen Gefäßen der Unehre.
Nun will ich für diesmal schließen mit einem lieben Gruß an dich und alle zuhause, Helga, Br. Gerrard und Anna mit Zeph. 3, 12.
Dein Bruder
Johan