Gottes Gnade und Friede in Christus Jesus, unserem Herrn. Seine mächtige Stärke und sein Reichtum an Güte machen uns zu dem, was wir werden sollen. Seine Gnade überschattet mit großer Langmut unseren Sündenleib und wartet mit Geduld auf die zunichtemachende Kraft des Blutes. Unsere Leiden mit Christus stellen Gott zufrieden, während seine Forderung nach Gerechtigkeit sich immer mehr ihrem Ziel nähert. Gottes Werk mit Christus ist dasselbe wie Gottes Werk in uns. Es ziemte sich für ihn, den Herzog der Seligkeit durch Leiden vollkommen zu machen; denn der Weg musste durch Christi Fleisch gebahnt werden. Dieses Fleisch ist der Vorhang, Hebr. 10, 20. Je mehr wir durch dieses Fleisch hindurchdringen, desto mehr von Gottes Herrlichkeit können wir schauen. Ja, hier können wir Gottes Weisheit sehen, die Weisheit, die kein Auge gesehen hat und die kein Ohr gehört hat und das, was in keines Menschen Herz gekommen ist. Lies 1. Kor. 2. Kap. und du wirst sehen, dass hier von Gottes Weisheit die Rede ist, die Gott uns offenbart hat durch seinen Geist, der selbst die Tiefen der Gottheit erforscht.
Vielen Dank für deinen lieben Brief, den ich heute erhalten habe. Ich freue mich sehr, dass du Gemeinschaft mit Christus in seinen Leiden haben willst, denn die meisten wollen nur die Freude mit Christus teilen, sind aber Feinde seines Kreuzes. Wenn wir mit ihm leiden, werden wir auch mit ihm verherrlicht. Wenn dann das Leiden die Hoffnung auf Herrlichkeit vermehren kann, warum dann nicht – wie Christus – geduldig leiden für die Hoffnung, die vor uns liegt? Lies in der letzten Ausgabe des „Missionæren“ den übersetzten Artikel von F. B. Meyer und du wirst sehen, dass er von Dingen schreibt, über die wir so oft miteinander gesprochen haben. Von Br. Plum habe ich, seitdem er nach Dänemark zurückgefahren ist, zwei Briefe bekommen. Ich habe ihm zwei Briefe geschrieben und ihn darauf hingewiesen, dass er alles in Christi Tod opfern müsse: Verwandtschaft, Freundschaft, die Zeitschrift und alles. Er sprach nämlich oft von seinen guten Freunden (große Leute nach dem Fleisch). In Moss sprach er mit Aksel Wold über dasselbe und bezog ihn in die Schar ein, von der gesagt werden muss: Nicht viele Reiche, nicht viele Vornehme sind berufen usw. Ich stand dicht daneben und sagte augenblicklich, dass bewusstes Ansehen der Person bewusste Sünde sei, dass nur eine neue Kreatur gelte und alles andere mit Christi Tod gestorben sei. Br. Axel Wold schlug die Augen nieder, er fand es bestimmt hart. Aber Br. Plum nahm es an und ich habe nichts Derartiges mehr von ihm gehört. Nun habe ich direkt und unverblümt darüber geschrieben und mit großer Freude habe ich kürzlich seinen Brief erhalten, in dem er eingesteht, dass es wahr sei, was ich von ihm schrieb und er wolle meine Briefe mehrmals durchlesen und sich befleißigen zu korrigieren, was zu korrigieren sei. Demnach hat Gott mir Zugang zu Br. Plum gegeben und er hat großes Vertrauen zu mir. Während er hier war, wollte er so viel wie möglich in meiner Nähe sein und Horten nicht verlassen – es sei denn, ich ginge mit ihm. Aber nun ist die Sache die, dass er von einer ganzen Reihe Menschen umgeben ist, die ihn daran hindern, ganz aus dem Lager zu gehen. Sie glauben nicht an „die Bewegung“ (eine schlechte Bezeichnung) aus Norwegen, sagen sie. Es geht nun darum, ihn wie einen Brand aus dem Feuer zu retten, denn er ist ein Cornelius, der viel betet und Almosen gibt. Wenn ich ihm das nächste Mal schreibe, habe ich vor, ihn auf alle diese „Haie“ hinzuweisen, die um ihn herum kreisen und versuchen, ihn zu binden und zu hindern; denn er weiß selbst kaum etwas davon. Ich kann jetzt gut verstehen, dass es der Wille Gottes war, dass er hierher kommen sollte. Denn ich habe in meinem Geist viel Kampf für ihn gehabt und so etwas fühle ich nicht ohne guten Grund. Gott hat mir nun Zugang zu ihm gegeben, sodass er sogar Widerspruch ertragen kann. Seine gesamte Umgebung versucht zu verhindern, dass ich im Herbst nach Dänemark komme. Und obwohl es um seine eigenen Geschäfte geht, sagen sie, dass es überall genügend Assistenten gäbe. Ich muss dort nämlich etwas zu tun haben, um für 3 Monate Beurlaubung zu bekommen. Sie können indessen gerne ihre Sachen für sich selbst behalten, denn ich brauche keinen von ihnen und habe nicht vor, mich in eine fremde Arbeit hineinzudrängen. Ist es aber Gottes Wille, mich nach Kopenhagen zu bringen, dann komme ich dorthin, selbst wenn es so viele Teufel gäbe wie Ziegel auf den Dächern, wie Luther sagte. Bete für Br. Plum, dass er wie ein Brand aus dem Feuer gerettet werden möge, wie ein Kamel durch das Nadelöhr. Denn die Pforte ist eng, die für den Armen zum Leben führt, und für den Reichen wird sie zu einem Nadelöhr. Aber Gott ist mächtig.
Ich höre, dass es Widerstand bei Th. R. gibt, und das kann ich mir gut vorstellen. Der Bär sucht seine alte Höhle auf. Der Stecken, der gebogen war, versucht sich aufzurichten. Ein geringes Abweichen vom Weg ist doch ein < (Richtungswechsel, Anm. d. Red.), der immer weiter wegführt. Für uns gilt es, festzustehen in dem, was wir von Anfang an gehört haben, und auch nicht den geringsten Kompromiss einzugehen, nicht die geringsten Abstriche zu machen, sondern vor Gottes Angesicht zu stehen (Jer. 35, 19). Ich habe versucht, ein wenig nachzugeben, um nicht so hart zu sein. Aber das hat dazu geführt, dass ich die Kraft verloren habe. Und ich bin nur zum Spott geworden für die, denen ich nachgab. Dies geschah aber nur, ehe ich mehr gefestigt war. Darum nehme ich es jetzt unheimlich genau mit dem Nachgeben; denn ich weiß, dass dies mein Abfallen vom Herrn bedeuten würde, vor wessen Angesicht ich meinen Dienst bekommen habe. Darum wagte ich auch nichts anderes, als Br. Plum gegenüber die Dinge direkt und unverblümt anzusprechen. Denn sich zu entziehen, ist Abfallen. Wir haben zu verkündigen, was Gott will, und nicht, was wir selbst wollen. Man kann listig wie eine Schlange und einfältig wie eine Taube sein, aber niemals darf man in seinem Herzen nachgiebig von der Wahrheit weichen. An dem Tag, an dem man dies tut, ist es vorbei mit der Kraft. Gewiss ist das jetzt eine harte Prüfung für dich bei Th. R., aber du darfst ihnen nie nachgeben, sie sollen sich zu dir kehren. Man kann liebevoll sein, aber der Wahrheit getreu. Ich habe es früher gesagt und sage es jetzt, dass es niemand von den Älteren gibt, der den Auftrag hat zu leiten und der die Verantwortung bekommen hat. Derjenige, dem Gott die Verantwortung gegeben hat, der hat auch die Kraft bekommen, sie zu tragen. Hiermit ist nichts zu machen. Tu du nur deinen Dienst vor Gott und nicht vor Menschen und auch die große Menge der Höllenheere wird dich nicht von deinem Dienst in Christus Jesus stürzen können. Halte du nur stand als ein Botschafter des Herrn, als einer, der in seinem geheimen Rat steht, und als einer, der nicht umgeblasen werden kann. Weichst du aber auch nur eine Handbreit von diesem Dienst ab und gibst nach, dann ist es aus mit dir. Doch Gott wird dich reichlich stärken und dir in allen Dingen Gnade geben.
Zur Zeit bin ich tagsüber an Bord. Wir werden am 20. des Monats mustern. John W. gefällt es gut in Fredrikstad. Er hatte das Gefühl, dass er an seinem Heimatort von mehreren gemieden wurde, sagte er; aber in Fredrikstad gefällt es ihm jetzt gut. Er wohnt bei Bergs Vater und rühmt Bergs Mutter sehr.
Herzliche Grüße in Christus Jesus mit Hes. 44, 16. Grüße die Geschwister. Grüße zuhause.
Dein Bruder
Johan