Gesammelte Schriften Band 1 • 1890 - 1911

Brief an Aksel Smith, 8. März 1908

Gesammelte Schriften Band 1 • 1890 - 1911
Horten 8. 3. 1908
Lieber Bruder,

vielen Dank für die Zeitschriften. Ich habe sie gelesen. Ich möchte jetzt nur einige Zeilen schicken und mitteilen, dass ich ein paar Tage frei bekommen habe. Die Musterung für den Dienst in der Marine wird am 20. des Monats in Mandal abgeschlossen und ich habe angefragt und bis zum Abend des 25. freibekommen. Wir werden zu Anfang am 12. in Grimstad sein, in Lillesand am 13., in Kristiansand am 14. (ein Samstag). Von dort werden wir nach Egersund reisen, und ich habe im norwegischen Kursbuch gefunden, dass jeden Abend um 22:30 ab Kristiansand ein Schiff geht, das am nächsten Tag um 10:30 in Egersund ankommt. Die Musterung in Egersund beginnt am Montag, den 16. um 11:30 Uhr, weshalb ich mir denken kann, dass sie vielleicht vorhaben, erst am Sonntagabend um 22:30 von Kristiansand abzufahren. Wenn das der Fall ist, dann habe ich den ganzen nächsten Sonntag in Kristiansand (ansonsten muss ich mit der Truppe mit, d.h. dem Einberufungschef, dem Arzt und einem Bediensteten). Von Egersund werden wir mit der Eisenbahn nach Flekkefjord fahren. Ich fahre von hier am 10. um 18:23 Uhr über die Brevik-Route nach Grimstad.

Es wird schön sein, miteinander sprechen zu können. Mögen wir deshalb unsere Herzen dazu hingeben zu verstehen, was der Geist uns zu sagen hat.

Hier ist die Versammlung gesprengt. Wir wollten die Bosheit hinausbekommen und einige folgten mit hinaus. Jetzt haben wir es reiner als je zuvor; denn jeder Einzelne, der Verdacht hegte und dazu neigte, über die Stränge zu schlagen, ist abgehauen. Sie hatten Visionen und sahen den Teufel in Form eines riesigen Hundes, der bellte und schnaubte, unter meinen Füßen liegen. Ein anderer sah den Teufel an der Wand direkt über meinem Kopf, er lachte und nickte mit einem zufriedenen Lächeln und sah auf mich herab. Und dann sahen sie, dass drei von uns Teufelszungen hatten, die weit aus dem Mund herausgestreckt waren.

Ihre Visionen überließen wir ihnen selbst, aber Bruder Ellefsen und ich widerlegten böses Geschwätz im direkten Umfeld der Urheberin und es stellte sich heraus, dass es nur pure Lüge und erfunden war. Trotz diesem hält Berg weiterhin die Versammlungen bei diesen Menschen, die sogar in der Welt einen schlechten Ruf haben (borgen und nicht zurückbezahlen usw.). Was soll man zu all diesem sagen? Sig. Kristoffersen und mehrere Frauen sind auf unserer Seite. An dem Abend, als ich dies aufgriff und herausfinden wollte, was es mit dem Geschwätz auf sich hat, bekam ich fast die ganze Schar gegen mich, sodass es böse danach aussah, dass nahezu alle zusammen weggehen wollten. Aber jetzt ist es heller geworden, sodass die meisten auf unserer Seite sind, und ich habe große Sorge, dass Berg zum Schluss dastehen und nur für die predigen wird, die gelogen und verleumdet haben. Er hat sich in eine finstere Ecke manövriert, aus der er nicht herauskommen kann, ohne sich sehr zu demütigen. Er hatte es satt, ein Knecht zu sein (er war nämlich oft unweise, sodass wir ihn oft korrigieren mussten) und er bezeichnete sogar Ellefsens als Knechte. Aber nun befürchte ich, dass er in schlimmere Knechtschaft kommen wird. Ich habe ihn oft und immer wieder zurechtgewiesen. Aber seit Olsen hier gewesen ist, ist er völlig unmöglich. Vielleicht verlässt er sich auch ein wenig auf seine Gaben und nimmt sie als Maßstab für seine Geistlichkeit. Alles hat ja ein Ende, so auch dies.

Ich würde so gerne andere das Ganze steuern und leiten lassen, wenn sie nur alles in der rechten Spur leiten würden. Aber wenn sie losfahren und auf so eine schiefe Bahn hinauslenken, dann kann man nicht anders, als klar Bescheid zu geben. Nun soll ich am 1. Mai mit der „Tordenskjold“ als Schiffsunteroffizier auf See. Gott wird vielleicht die Verantwortung für die Schar jemand anderem übertragen. Das hat Gott einmal gemacht, als ich mit der „Ellida“ hinaus musste. Der betreffende Bruder sagte: Sofort als du an Bord gingst, spürte ich den ganzen Druck und die Verantwortung für das Ganze. Gott hat auch eine Haushaltung; wer gegen diese Haushaltung streitet, der streitet gegen Gott. (Lies Kol. 1, 25; 2. Mos. 31, 1 ff. und 2. Mos. 32, 25.)

Wir sind sein Werk, geschaffen in Christus Jesus zu guten Werken, dass wir darin wandeln sollen.

Gott sah uns von Ewigkeit her in Christus Jesus. Er kannte uns im Voraus und die er im Voraus kannte, die hat er auch vorherbestimmt, dem Ebenbild seines Sohnes gleichgestaltet zu werden. (Röm. 8, 29). Die Propheten, die Christi Geist hatten, hatten in sich das Zeugnis von Christi Leiden und Tod und der darauffolgenden Herrlichkeit. Diese darauffolgende Herrlichkeit hatte Gott von Ewigkeit her. Aber da auch wir in diese darauffolgende Herrlichkeit einverleibt sind, sah er auch uns und kannte uns. Daher, die er im Voraus kannte, hat er vorherbestimmt, die er aber vorherbestimmt hat, die hat er berufen, die er aber berufen hat, die hat er gerecht gemacht; die er aber gerecht gemacht hat, die hat er herrlich gemacht. Was sollen wir nun hierzu sagen? Ist Gott für uns, wer kann dann gegen uns sein?

Herzliche Grüße in Christi reinigendem Blut, dein durch den Vorhang vorwärtseilender Bruder

Johan

(Grüße zuhause, Helga und Gerrard). (Nächsten Sonntag um diese Zeit (11:30) sitzen wir vielleicht bei Rasmussen.) Es wird eine Freude sein, miteinander zu sprechen. An einem geistlichen Gespräch können jedoch nur die Geistlichen teilnehmen, die ihr Herz hingegeben haben, verstehen zu wollen. Die anderen stören nur.