vielen Dank für deinen lieben Brief. Kristian Olsen aus Trondheim ist jetzt hier in Horten. Als er herkam, ging zuerst alles gut, aber jetzt hat er angefangen, mich anzugreifen. Besonders geht er auf die Lehrinhalte los, die ich verkündigt habe. Gestern hat er widerlich gestritten, und er wollte mich in seiner Eigenschaft als Diener des Herrn dazu ermahnen, gottesfürchtiger zu leben und mehr zu beten. Berg hat er auf seine Seite gebracht. Berg ging so weit, dass er mir den Mund verbieten wollte. Jedoch hat er später seinen Fehler erkannt und wurde sehr demütig. Gestern hielt er wiederum zu Kr. Olsen. Von Ellefsen und Brungot konnte ich keine Unterstützung bekommen, sodass ich alleine kämpfen musste. Kr. Olsen hat in seiner Rede gegen mich gearbeitet und als ich gebetet habe, habe ich Widerstand von ihm gespürt. Es sieht so aus, als ob er sich über mich werfen und mich runterdrücken wollte. Dasselbe hat Berg mehrere Male versucht, aber Gott hat mir immer Sieg gegeben. Ich würde so gern dasitzen und nicht besonders viel sagen, wenn sie nur in der richtigen Spur leiten würden. Wenn es aber schief geht, kann ich nicht anders als eingreifen. Kr. Olsen hat mehrere Angriffe gemacht, aber bis zum heutigen Tag ist er nur mit den Hörnern gegen den Felsen angerannt. Und so wahr der Herr lebt, der mir allezeit beisteht, wird es ihm, wenn er so weitermacht, übel ergehen. Ich möchte nichts anderes sein als das, wozu Gott mich macht, und möchte nicht mit anderen Lehrinhalten kommen als die, die Gott geoffenbart hat. Auch trachte ich nicht nach der Ehre irgendeines Menschen, da Gott mir zu verstehen gegeben hat, dass die Ehre eines Menschen von so kurzer Dauer ist. Aus diesen Gründen verlasse ich mich nur allein auf Gott und warte ab. Nie hat er mich ein einziges Mal beschämt. Gestern war Kr. O. ziemlich bleich, er war es wohl nicht gewöhnt, dass ihm so widersprochen wird. Er hat sogar Ausdrücke gebraucht, die er besser hätte lassen sollen. Er kämpfte nicht gegen klein oder groß, sondern allein gegen mich. Noch ist dieser Kampf nicht zu Ende, aber was ich getan habe, werde ich weiterhin tun: nämlich diejenigen prüfen, die sagen, sie seien Apostel. Vielleicht wird man Lügner unter ihnen finden. Ich habe ihn die ganze Zeit drei Schritte vom Leib gehalten und dies ist unerträglich für ihn geworden. Er ist viermal nach Horten zurückgekommen, nachdem er von hier aus kleine Fahrten unternommen hatte. Er hat bei Berg gewohnt; jetzt bei Ellefsen. Heute Abend haben wir wieder Versammlung. Ich würde so gerne das Ende von dem hier sehen. Denn er will nämlich die Oberhand über mich bekommen und die dürfte er gerne bekommen, wenn er mich dadurch näher zu Christus ziehen könnte. Aber ich verstehe, dass er dies nicht vermag – im Gegenteil würde er eine ganze Menge herrliche Wahrheiten zunichtemachen, wenn er herrschen dürfte.
Ich fand, du solltest dies erfahren; denn um die Wahrheit zu sagen, habe ich keinen Gleichgesinnten wie dich, der so uneingeschränkt versteht, wovon ich rede. Du möchtest die Praxis nach Kristiania verlegen und ebenso von dort aus mit der Zeitschrift anfangen. Dies wird richtig gut sein, glaube ich. Es gibt im ganzen Land keine ordentliche Zeitschrift; denn sie suchen alle zusammen auf die eine oder andere Weise das Ihre.
Gott sei gelobt, der uns allezeit Sieg gibt durch unsern Herrn Jesus Christus. Herzliche Grüße an dich, an alle zuhause, an Helga und Gerrard. Ich schreibe dies in Eile, bevor ich zu Mittag esse. Ich hoffe, du hast meinen Brief bekommen.
Dein am Streit Anteil habender
Johan