Gesammelte Schriften Band 1 • 1890 - 1911

Brief an Aksel Smith, 19. Dezember 1907

Gesammelte Schriften Band 1 • 1890 - 1911
Horten, 19. 12. 1907
Lieber Bruder Aksel,

deinen lieben Brief vom 17. des Monats habe ich heute erhalten – ganze acht dicht beschriebene Bögen, gespickt mit Fragen. Es freut mich sehr zu sehen, dass sich der Kampf gelegt hat und der Sieg bis heute gewonnen ist. Doch so wie Gott uns bis heute Sieg gegeben hat, werden wir allezeit in Christus Jesus siegen. Ich verspürte einen nicht geringen Kampf in meinem Inneren, als ich die Einzelheiten las, die du mir schriebst, aber Gott sei gelobt, er gab Sieg. Der Sieg besteht jedoch nicht darin, dass wir alle Worte, sondern die Kraft unserer Widersacher widerlegen. Das Fundament, das sowohl Schrenk als auch Rubanowitsch ihren Gedankengebäuden zugrundelegen, ist sehr wurmstichig. Sie sammeln beide zu ihrem eigenen Niveau hin und warnen stark vor dem Geistlichen. Wenn man ein solches Buch liest, kann man bald sehen, ob der Verfasser zu Christus sammelt oder ob er zerstreut.

Was Propheten betrifft, so ist man ja nicht deshalb Prophet, weil man eine Begabung hat, prophetische Worte aufzusagen. Die Zwölf in Apg. 19, 6-7 hätten dann Propheten sein müssen. In Apg. 13, 1 finden wir einige Propheten und Lehrer, unter ihnen befanden sich Saulus und Barnabas. Sie waren wirkliche Propheten. Ein Prophet ist ein Mann, der in Gottes geheimem Rat steht, ein Mann, der auf eigenen Beinen steht, ein Mann, der nicht von einem Hirten gehütet wird, sondern der selbst Hirte ist. Ein Prophet ist ein Mittler zwischen Gott und dem Volk. Ein Prophet ist Gottes Sprachrohr. Abraham war ein Prophet für Lot. Ein Prophet muss immer jemanden haben, für den er Prophet ist. Paulus war ein Prophet und Apostel. Er sagt zu den Korinthern: Bin ich für andere kein Apostel, so bin ich’s doch für euch. Er war sich seiner Stellung bewusst und das sollten auch wir sein, so wir denn eine Stellung im Geist haben. Du hättest gut und gern alle deine Lebtage als Zahnarztschüler zubringen können, ohne selbständig und verantwortungsbewusst zu werden, wenn du dein Studium nicht beendet und auf eigene Faust angefangen hättest. Als du aber selbständig anfingst, spürtest du die persönliche Verantwortung, und diese Verantwortung machte dich tüchtiger, als du es als Schüler warst. So sollen auch wir uns in Christus unserer Aufgabe bewusst sein. Wir sollen so über uns selbst denken, wie es sich gebührt. Nicht höher, denn das bläst auf, aber auch nicht geringer, denn das macht verzagt. Und ein anderer, der weniger geeignet ist, das Ruder zu führen, wird zum Schaden für das Reich Gottes bald den Platz einnehmen. Man soll seine Weisheit nicht aus Schüchternheit verbergen; auch soll man sich nicht für allzu weise ausgeben, denn dann verdirbt man sich selbst. Mose und Johannes der Täufer waren Propheten. Sie waren Pfeiler, auf die sich die Leute stützen konnten. Man kann sich aber kaum auf jemanden stützen, der eben erst angefangen hat. Trotzdem glaube ich aber, dass ein Prophet es von Mutterleib an ist wie Samuel und wie Saulus von Tarsus; auch wenn sie eine Zeit lang in der Welt gelebt haben können. Ein Prophet kann Schlüsse ziehen und im Geist voraussagen, wie es gehen wird, wenn das Volk so und so handelt, denn er steht in Gottes geheimem Rat und kennt den Eifer Gottes und seine Regierungsweise. Ebenso wie die Minister den König kennenlernen und auf den Punkt genau sagen können, was er gern hat und was ihm missfällt. Johannes konnte sagen: Siehe, das ist Gottes Lamm, welches der Welt Sünde trägt. Dies konnte er in der Erkenntnis Gottes sagen, denn alle Dinge und alle geistlichen Zeichen konzentrierten sich in der Person Christus. Er, der mich aussandte, um zu taufen, sagte zu mir usw. Da siehst du, er stand in Gottes Rat, denn er war direkt von Gott gesandt. Gott sprach direkt zu ihm, ebenso wie zu Samuel. 1. Sam. 3, 4. Eli war auch ein Prophet, der Samuels Erzieher hätte sein sollen, aber er war so abgestumpft, dass Gott sich wegen Eli an Samuel wenden musste. (1. Sam. 3, 11 ff.) Wir sehen also, dass der junge Knabe Samuel ein Prophet für den alten Eli wurde, der selbst ein Prophet war, jedoch ein solcher, der nicht seiner Berufung nachkam. Die Größe der Propheten ist unterschiedlich. Unter denen, die von Frauen geboren sind, war niemand ein größerer Prophet als Johannes.

Im Neuen Bund gibt es auch Propheten, wie wir jetzt gesehen haben. Wenn ein Prophet etwas tut, das verkehrt ist, dann setzt Gott augenblicklich einen Propheten über ihn (David und Nathan – Samuel und Eli usw.). Ein Prophet ist eine Autorität, solange er in seiner Berufung treu bleibt. Christus war ein Prophet. Ein Prophet soll nur von einem Propheten ausgebildet werden (Jesus und die Jünger – Elia und Elisa). Ein Prophet muss im ganzen Ratschluss Gottes treu sein. Gott hat in der Gemeinde Apostel, Propheten, Hirten, Evangelisten und Lehrer eingesetzt. Ein Prophet kann sowohl Hirte als auch Lehrer und Evangelist sein; gerade dass er Prophet ist, macht ihn zu diesen Aufgaben geschickt.

Wenn Gott uns einige in der Gemeinde zu hüten gegeben hat, dann soll man diese mit Sorgfalt hüten. Hier kann es vorkommen wie beim Walfang, dass man zwei bis dreihundert Faden Leine geben muss, wenn die Wale richtig loslegen. Wenn aber die Harpune im Fisch festsitzt, dann kann man die Leine wieder einholen und straffen, nachdem sie sich richtig ermüdet haben. Die Hauptsache ist, dass die Verbindung nicht abreißt. Das ist eine große Geduldsarbeit, aber selig.

Br. Brungot, der Verfasser des schönen Liedes 190 im Schibboleth, kam kürzlich nach einer langen Seereise in amerikanischen Fahrwassern heim. Er war gestern Abend das 1. Mal in der Versammlung, wo er zum 1. Mal Zungenrede und Weissagung hörte. Er war äußerst verwundert und freute sich. Er hatte erwartet, sagte er, dass er kräftige Rüffel bekommen würde, weil er das Gefühl hatte, nicht so gelebt zu haben, wie er sollte (er war vielem ausgesetzt gewesen, musste sogar mit dem Revolver in der Tasche umhergehen, um die Besatzung in dem Schiff, dessen Steuermann er war, in Schrecken zu versetzen; denn ohne Drohen wollten sie nichts tun). Nun bekam er statt Schlägen Frieden und Freude ins Herz und das konnte er nicht fassen. Die Schriftstelle: Wenn wir untreu sind, so ist er doch treu, stand in diesem Fall so lebendig vor mir. Drei Schwestern haben jetzt in den letzten Tagen angefangen, in Zungen zu reden, bei einer vierten Schwester ist die Gabe der Zungenrede im Anmarsch. Hagemann Olsen, von dem wir den Saal eine Zeit lang unentgeltlich bekommen hatten, redet jetzt in Zungen und lacht den ganzen Tag. Seine Frau ist sehr zornig auf ihn; aber jetzt überwindet er ihren Zorn mit seinem Lächeln. Er hat „Christi Menighet“ (Christi Gemeinde), wie sie es nennen, verlassen. Er ähnelt einem alten ehrwürdigen Bezirkspfarrer, wie er groß und breit umhergeht, lächelnd mit einem halbhohen zylinderähnlichen Hut auf dem Kopf. Hier ist es jetzt sehr gut; es ist eine solche Einheit und Ordnung wie nie zuvor. Kristian Olsen kam aus Drammen, wo sie sich in drei Gruppen zerteilt haben. Es gefiel ihm richtig gut hier. Nun ist er nach Moss gefahren, aber kommt an Weihnachten hierher. Es ist nach der letzten klärenden Aussprache eine Furcht vor Geschwätz entstanden und es ist eine wahre Freude zu sehen, wie froh alle sind. Nur mit dem Schwert in der Hand und mit allen Kanonen einsatzbereit wird uns erlaubt, es so zu haben. Sie lauern uns von allen Seiten auf, aber Gott hat uns Macht gegeben, ihnen mit etwas richtig Hartem eine auf den Deckel zu geben. In Fredrikshald soll richtig gute Ordnung und Einheit sein. Doch Kr. Olsen erzählte, dass Sev. Larsen dort gesagt hat, dass er wie ein wilder Stier regieren müsste, um alles in gesunden Spuren zu halten. Dies ist wirklich wahr; man muss nach allen Regeln der Kunst vorgehen, nach außen wie ein brüllender Löwe sein und nach innen wie eine listige Schlange. Wenn der Geistliche nicht regieren will, dann kommen die Fleischlichen und übernehmen augenblicklich die Leitung. Und sie schonen nicht, das habe ich gesehen. Sie lassen nicht ab, bevor sie nicht alles Leben getötet haben. Von der kleinen, herrlichen Schar, die es zu Anfang hier gegeben hat, sind jetzt nicht einmal mehr zwei übriggeblieben, die zusammenhalten. Dies sollte man sich merken. Ihr Leiter erlaubte ihnen alles mögliche Verkehrte und lachte nur über das Ganze; aber dann kam das Resultat.

Das Schwierigste von allem ist es, dafür zu sorgen, dass es innerhalb der Herde rein bleibt. Man kann nicht direkt auf das Verkehrte losgehen, denn das würde nicht zum Sieg führen. Man muss ihnen einige hundert Faden Leine lassen, damit die Verbindung nicht abreißt. Diener des Geistes zu sein, bedeutet ein Manövrieren, das ungeheure Langmut erfordert und unerschrockenes Eingreifen, wenn es nötig ist.

Der Stachel des Todes ist die Sünde? 1. Kor. 15, 56, sagst du. Es ist ja klar, dass der Stachel des Todes für uns weggenommen ist, denn von der Sünde, die ja der Stachel ist, sind wir erlöst. Der Stachel (die Sünde) ist weg. Darum heißt es: die Entschlafenen in Christus. Christus schmeckte den Stachel des Todes, als er für uns zur Sünde gemacht wurde. Er wurde zu den Übeltätern gerechnet.

Zu weissagen heißt, zur Erbauung der Gemeinde zu reden, 1. Kor. 14, 4. Das Zeugnis Jesu ist der Geist der Weissagung. Was bedeutet das? Es bedeutet, dass Jesus von der Zunichtemachung des Sündenleibes zeugt und Jesus von der Erbauung seines eigenen Leibes Zeugnis gibt, denn er nahm durch das eine Opfer die Sünde weg. Alle Worte oder Reden der Weissagung müssen in diese Richtung gehen, denn in diesem Geist soll man zur Erbauung der Gemeinde (das ist sein Leib) weissagen. Wenn die Worte der Weissagung nicht in Richtung der Zunichtemachung des Sündenleibes und der Erbauung des geistlichen Lebens gehen, dann kann man mit ruhigem Gewissen demjenigen den Mund stopfen, der weissagt. Denn das Zeugnis Jesu ist der Geist der Weissagung. In diesem Geist kann man nicht das Seine suchen oder nach der Sichtweise seines eigenen Herzens weissagen, sondern nur anderen dienen, denn dies ist der Geist Jesu.

Wenn die Auslegung durch einen anderen geschieht, dann meinst du, dass derjenige, der in Zungen redet, und derjenige, der auslegt, in der Geistesrichtung voneinander abweichen können. Hierin bin ich ganz einig, denn darin habe ich Erfahrung. Es kommt aber manchmal vor, dass derjenige, der in Zungen redet, denjenigen, der auslegt, in die Richtung zwingen kann, die er will. Das ist bei mir und Br. Ellefsen vorgekommen. Er wollte etwas anderes auslegen, wurde aber dazu getrieben, das auszulegen, was ich gesagt haben wollte. Ich konnte fühlen, dass er nach und nach immer näher kam, bis er dort war, wo ich ihn gerne haben wollte. Hinterher war er hoch erstaunt, dass er Dinge auslegen musste, die er überhaupt nicht auszulegen gedacht hatte. Br. Berg dagegen hat andere Dinge ausgelegt als das, was ich im Augenblick gewünscht habe. Hierbei kommt es wahrscheinlich darauf an, ob derjenige, der in Zungen redet, wünscht, in eine bestimmte Richtung zu gehen, oder ob er nur allgemein redet, ohne das Gesagte in diese oder jene Richtung haben zu wollen. Wenn man die Rede in eine gewisse Richtung ausgelegt haben will und derjenige, der auslegt, geistlich musikalisch ist, wenn man es so nennen will, dann glaube ich absolut, dass es möglich ist, durch einen anderen ausgelegt zu bekommen, was man selbst gesagt haben will; denn das ist praktiziert worden, wie oben erwähnt.

Im Hinblick auf deine Frage zu 1. Kor. 14, 7 ist es so, dass Paulus dies sagt, um klarzumachen, wir verkehrt es ist, nur zusammenzukommen und in Zungen zu reden, wenn niemand auslegt. Das ist ungefähr so, meint er, wie wenn ein Zigeuner in unsere Versammlung kommen und anfangen würde zu predigen. Er würde in die Luft reden, weil niemand ihn verstehen könnte.

In der Gemeinde ist Zungenrede ohne Auslegung verboten, Vers 28. Hieraus folgt, dass alle Zungenrede in der Gemeinde im Geist an die Gemeinde gerichtet sein soll. Derjenige, der auslegt, soll sich in den Dienst dessen stellen, der in Zungen redet. Und derjenige, der in Zungen redet, soll sich darüber klar werden, in welche Richtung er will. Man soll nicht nur in Zungen reden, weil man gerne in Zungen reden möchte. Dies ist nicht, in der Gemeinde zu dienen. Man soll sich klar machen, was man damit bewirken will, dann in Zungen reden und wenn derjenige, der auslegt, dann nicht in die Richtung geht, wo man ihn haben will, dann muss derjenige, der in Zungen redet, vor ihm auf den Boden stampfen, wie es Warley in der Methodistenkirche in Kristiansand tat, als der Übersetzer falsch übersetzte. Doch die meisten sind noch Kinder in diesen Dingen. Daher kann man nicht so viel erwarten, doch soll man mit der Schar in die richtige Richtung arbeiten. Man muss danach trachten, die Gnadengaben zu entwickeln und hochzuachten, anstatt diese herrlichen Dinge, die Gott uns gegeben hat, zu verwerfen. Jemand, der in Zungen redet und nicht auslegen kann, würde Schaden leiden, wenn man sich nicht zu seiner Verfügung stellen und das auslegen würde, was er zu sagen wünschte. Mache auf diese Dinge unter den Verständigen in Kristiansand aufmerksam.

Paulus redete mehr in Zungen als alle. Damit meint er nicht, dass er ständig umherging und in Zungen redete, sondern er meint, dass das, was er in Zungen redete, das redete er in Zungen. Er verstand es, seine Zungenrede dort anzubringen, wo sie Wirkung tat. Würde man zur Zeit und zur Unzeit in Zungen reden, dann würde die Gabe doch nur dort, wo die Zungenrede ihre Wirkung tun kann, das ausrichten, wozu sie gegeben ist (als Zeichen für Ungläubige). Paulus hatte wohl anderes zu tun, als den Tag über dazusitzen und in Zungen zu reden. Aber er schaffte es, mit dem wenigen, was er in Zungen redete, mehr Wirkung zu erreichen als sie alle. Doch auf diese Weise redete er auch mehr in Zungen als sie alle; denn er erreichte mehr durch seine Zungenrede als sie alle.

Was wir vor allem brauchen, ist Ruhe, um unsere Herzen hinzugeben, zu verstehen, was Gott uns offenbaren will. Es ist notwendig, sich mehr nach innen zu kehren; denn späht man ständig nach außen, wird man weltlich, sieht man aber nach innen, wird man geistlich.

Wie ist dies zu verstehen (Vers 15): Ich will beten mit dem Geist und will auch beten mit dem Verstand? Dies ist das Gegenteil von Vers 14, wo es heißt: Denn wenn ich in Zungen bete, so betet zwar mein Geist; doch mein Verstand bleibt ohne Frucht. Wenn er im Geist und mit dem Verstand betet, dann ist hier gemeint, dass man auf gewöhnliche Weise betet im Gegensatz dazu, in Zungen zu beten.

Du fragst: Hast du jemals sichtbare Beweise von V. 25 bemerkt? Ja, das war ja, gegen das Rubanowitsch so war: dass jemand auf sein Angesicht fällt. Wenn man auch nicht immer direkt auf sein natürliches Angesicht fällt, so gibt man doch in der Selbsterkenntnis klein bei, und das habe ich mehrmals gesehen und die Betreffenden selbst verkündigen hören.

V. 19: Hier meint Paulus direkt, was er sagt; er will lieber fünf verständliche Worte reden als Zehntausend Worte in Zungen. Denn Paulus dachte nie an seine eigene Erbauung, er dachte nur an die der anderen. Er gehörte zu den Vätern. Die Freude der Väter liegt allein darin, dass es den Kindern gutgeht, auch wenn sie selbst dadurch leiden. Christus diente nicht sich selbst, sondern anderen. Die Erbauung der Väter liegt darin, dass die Kinder erbaut werden. Die 10 000 Worte hätten Paulus vielleicht sehr erbauen können, sollte man meinen, da ja derjenige, der in Zungen redet, sich selbst erbaut. Aber er verzichtete auf diese Erbauung, wenn er stattdessen mit fünf Worten die Gemeinde erbauen konnte. Lass uns dieselbe Gesinnung haben.

Ich bin einig mit dir, dass es meistens Fleischlichkeit ist, die in die Versammlung Gottes hineinspielen will. Wenn ihr einen anderen Geist annehmt, heißt es. Also muss man ihn bereitwillig annehmen. Er kann nicht ohne unser Wissen kommen. Wir müssen dann den Geist, den wir haben, verleugnen und „einen anderen Geist“ annehmen. Dies heißt zweimal erstorben und entwurzelt zu werden. Dies kommt indessen nicht oft vor. Man kann sich unwissend stark unter dem Einfluss eines anderen Geistes befinden, während das Herz recht vor Gott ist. Darin habe ich Erfahrung. Aber Gott sieht das Herz an und weiß uns zu befreien, sodass wir nicht mit der Wurzel ausgerissen werden. Meistens will man sich den Leiden und dem Gehorsam entziehen – dies ist Fleischlichkeit, die den Frieden stören und das geistliche Wachstum stark behindern kann. Das, was Dallmeyer, Schrenk und Rubanowitsch schreiben, ist „der reine Unsinn“, „abgedroschene Phrasen“, zusammengeleimt mit „klug ersonnenen Fabeln“. Man muss sich von so etwas abwenden und sich absondern. In anderen Menschen den Kampf mit dem Fleisch aufzunehmen, hat noch nie zum Erfolg geführt. Kristiansen muss sich absondern.

Jetzt habe ich einen langen Brief geschrieben und den Vorrat meines Herzens für diesmal ausgeschüttet. Alle Fragen habe ich wohl nicht beantwortet, doch lass es mal mit dem jetzt Vorliegenden bewenden.

Grüße zuhause.

Ich glaube, es wäre gut, wenn man 14-tägig oder einmal im Monat ein kleines Blatt herausgeben könnte, an dem wir in unserer Freizeit arbeiten. Man könnte Torheiten und ungeistliche Dinge widerlegen. Dieses Blatt müsste „ein Hirtenstab“ sein. Man müsste von dem nehmen, was Gott uns gegeben hat, und nicht nur aus anderen Zeitschriften zitieren.

Grüße Helga, Br. Gerrard. Ich hörte nichts davon, wie es in der Versammlung ging, die letzten Freitag bei euch stattfinden sollte. Ich habe an diesem Freitagabend viel an euch gedacht. Zwischen 21 und 22 Uhr meinte ich, dich in einer schwierigen Situation zu sehen. Ich sage nur, was ich meinte – nichts anderes.

Herzliche Grüße mit Tit. 2, 1. Dein Bruder in Christus Jesus

Johan